13 Jahre Bahnhof des Jahres: Die Siegerbahnhöfe

In dreizehn Jahren Wettbewerb haben wir mehr als zwei Dutzend Siegerbahnhöfe ausgezeichnet, große und kleine, alt-ehrwürdige und ganz neu gebaute. Die Anforderungen, die die Jury an die Bahnhöfe als Verkehrsstation und Aufenthaltsraum und an das Bahnhofsumfeld stellt, haben sich im Laufe der Zeit geändert. Daher wird die Checkliste regelmäßig angepasst und die Latte für die Siegerbahnhöfe immer ein bisschen höher gelegt.

Sieger 2016: Stralsund und Steinheim (Westfalen)

Die Jury ist sich einig: Die Bahnhöfe Stralsund und Steinheim (Westfalen) sind die Bahnhöfe des Jahres 2016. Zahlreiche Vorschläge haben uns auch in diesem Jahr erreicht. Unsere Jury prüfte sorgfältig, besichtigte die vielversprechendsten Kandidaten und fällte schließlich die schwierige Entscheidung. Zum dreizehnten Mal ehrt die Allianz pro Schiene tolle Bahnhöfe für ihre vorbildliche Kundenfreundlichkeit.

Bahnhof Stralsund: Das Tor zur Ostsee

Imposantes Gemälde in der Bahnhofshalle: Der Bahnhof Stralsund ist Bahnhof des Jahres 2016
Umgeben von der Tribseer Vorstadt und der Stralsunder Altstadt liegt der Hauptbahnhof Stralsund. Schnell ist der Reisende überzeugt: Hier ist alles wirklich gut gemacht.
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Auch auf Reisen gibt es diese typisch norddeutsche Lebensart: Das Solide zählt mehr als Protz und Prunk, dafür ist alles wirklich gut gemacht. Zum Glück ist der Bahnhof Stralsund voll von diesem pommersch herben Geist: Ein wenig zurückgenommen, dabei selbstbewusst im allerbesten Sinne, erfüllt von einer ganz bestimmten Gelassenheit, die Ortsfremde als Vorboten der nahen Ostsee wahrnehmen. Spätestens in der Bahnhofshalle mit ihrem hölzernen Deckengebälk und dem raumgreifenden Wandgemälde, fühlt sich der Reisende auch optisch auf Meer und Urlaubsfreuden eingestimmt. Rügen-Reisenden, Pendlern, aber auch Stadtbewohnern bereitet der Bahnhof Stralsund einen würdigen Empfang.

Von außen zeigt sich der Bahnhof Stralsund in roter Ziegelstein-Gotik. Die Außenmauern aus Backstein schmücken Anspielungen an die Region: ein Metallkreuz in der Form des Stadtwappens passt diesen Bahnhof auch im Detail in seine Umgebung ein und sorgt für die gewisse Patina, die Stralsund jedem aalglatten Neubau voraus hat. Das Nebengebäude, in dem früher die alte Bahnpost untergebracht war, beherbergt heute eine Vorzeige-Gastronomie: Mit hellen Holzmöbeln und gemütlichen Küchensofas genügt die Stralsunder Bio-Insel sogar den Anforderungen vegan lebender Hauptstädter. Mit täglich wechselnder vegetarischer Küche und einer großen Auswahl an regionalen Sanddornspezialitäten gehört das Bistro des Bahnhofs Stralsund auch kulinarisch zu den besten Deutschlands.

Der sehr beengte Vorplatz ist ein Musterbeispiel für planerisches Können: Auch wenn die Fahrradabstellplätze demnächst an ihre Grenze stoßen und nur wenige Taxis zugleich in der Schlange halten können, haben die Macher aus der Enge des Raums das Optimum rausgeholt: Zusätzliche Taxis warten in unmittelbarer Nähe und fahren bei Bedarf vor. Nur der Weg zum Bus könnte ein zusätzliches Schild zur Orientierung vertragen.

Im Video: Deshalb ist Stralsund Bahnhof des Jahres

Höflichkeit wird im Bahnhof Stralsund groß geschrieben

Eine hohe Aufenthaltsqualität weist die tageslichtdurchflutete Bahnsteighalle auf. Wettergeschützt, aber doch dem Himmel schon nah kann der Reisende dort auch mal eine Weile des Wartens auf Anschlüsse leicht verschmerzen. Das freundliche Personal im Bahnhof Stralsund ist ein weiterer Pluspunkt: Sicherheitsleute stehen immer am Gleis, wenn ein Regionalexpress einfährt. So fühlt sich der Fahrgast wahrgenommen und beobachtet im positiven Sinn. Ein Fahrradfahrer, der radelnd den Bahnhof durchquert, wird aufgefordert abzusteigen, doch das „Bitte“ vergessen die Servicekräfte ebenfalls nicht. Im Reisezentrum ziert ein echtes Signal den Raum: Details, die nicht nur den Kenner der Eisenbahn entzücken. Überall zeigt sich, dass im Bahnhof Stralsund Menschen arbeiten, die sich kümmern. Um ihren Bahnhof, um ihre Kunden, um den Menschen, der ankommt. Genauso muss es sein im Bahnhof des Jahres 2016.

Bahnhof Steinheim (Westfalen) - König der S-Bahnhöfe

Die Königin der S-Bahnhöfe: Der Bahnhof Steinheim (Westfalen) ist Bahnhof des Jahres 2016
Rund 600 glückliche Besucher steigen hier täglich ein und aus, im oberen Weserbergland, inmitten der Steinheimer Börde. Der Bahnhof Steinheim lässt keine Wünsche offen.
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Wo bitte? Bahnhof Steinheim? Mit Verlaub: Steinheim Westfalen. Hier steht er nämlich, der König der S-Bahnhöfe, der sich mit Charme und Erfindungsgeist ins Herz eines jeden Bahnreisenden eingräbt. Der sich wie ein gastfreundlicher Gutshof ins sanfte Hügelland duckt und dem müden Weserbergland-Wanderer seine Pforten öffnet. Aber Halt, fangen wir am besten ganz von vorne an: Ein Fahrgast, der von Steinheim noch nie gehört hat und der vielleicht aus Zufall dort aussteigt, was dürfte ein solcher Fahrgast wohl erwarten? Ganz klar Standard: Einen Bahnsteig, die notorische Unterführung, zwei zugige Warthäuschen. Eine S-Bahnstation also, deren Anblick wir schon vergessen haben, während wir noch auf Anschluss warten. Doch nichts dergleichen geschieht in Steinheim (Westfalen). Hier stoßen wir zu unserem größten Erstaunen auf ein voll ausgestattetes Prachtstück. Ach, könnte das Bahnfahren doch jeden Tag so sein: Wir erwarten nichts und bekommen alles.

Reisende, die von Hannover, Hameln, Bad Pyrmont über die Ländergrenze nach Nordrhein-Westfalen fahren, landen in Steinheim auf dem Bahnhofs-abgewandten Gleis. Eine sanft absteigende Rampe führt in Serpentinen auf eine Unterführung. Auf der anderen Seite holt ein Aufzug die Reisenden für den Aufstieg ab. Bereits dieses Ensemble zeugt davon, dass sich Stadt und Bahn einige kluge Gedanken gemacht haben, wie die Reisenden trotz Steigung und Enge geführt werden wollen. Neugierig betritt der Besucher dann vom Gleis aus den frisch renovierten Banhof Steinheim. Er findet darin alles Nötige und noch mehr auf kleinstem Raum beisammen: Ein Hotel, das bei Tag und Nacht einen Rund um die Uhr-Check-in bietet, einen kleinen Laden, der Reisebedarf verkauft und als Café zugleich das Frühstücksbuffet für die Hotelgäste bereitstellt.

Der Bahnhof Steinheim hält eine Überraschung parat

Bei so viel gut durchdachtem Nebeneinander wundert es nicht, dass der Fahrkartenschalter zugleich auch die Fahrdienstleitung beherbergt. Dass darin ein Stelltisch, genauer: ein Spurplandrucktastenstellwerk den Betrieb regelt, wissen natürlich nur die regelmäßigen Besucher dieses kleinen Bahnhofswunders. Zum Anziehungspunkt für alle Kundengruppen taugt das überraschend große griechische Restaurant, das in diesem erstaunlichen Bahnhof untergekommen ist. Dieses Lokal öffnet sich ins Freie hinaus zu einem freundlichen Biergarten, der nicht nur Pendler und Touristen, sondern auch Einheimische anlockt.

Ausflügler, die mit dem Rad die Steinheimer Börde erkunden, finden neben frisch hergerichteten Hotelzimmern einen Fahrradkeller mit Ladestation und Trockenraum für die durchgeschwitzten Trikots. Pendler nutzen den Park&Ride-Platz oder die nahegelegene tüchtige kleine Bushaltestelle, die gut ausgeschildert ist. Vielleicht gehen sie auch vom Bahnhof Steinheim gleich zu Fuß ins Zentrum. So ist das Büro des Bürgermeisters, der zusammen mit vielen Steinheimer Lokalgrößen maßgeblich am neuen Glanz für seinen Bahnhof mitgewirkt hat, zu Fuß und barrierefrei in 400 Metern zu erreichen.

Der Sieger aus NRW: Steinheim

Die geniale Struktur der phantasievoll genutzten Anlage sorgt dafür, dass der Bahnhof Steinheim immer belebt ist: Personal am Gleis, am Fahrkartenschalter, im Restaurant und Café. Immer sind Menschen da, niemals ist die Station verwaist. So ist dieser Bahnhof aus dem Off ein Bekenntnis zur Ankommenskultur. Sein erstaunlich breites Angebot, das alle denkbaren Kundengruppen ins Auge fasst, ist aller Achtung wert. Applaus für den Bahnhof des Jahres 2016.

Sieger 2015: Marburg und Obstfelderschmiede/Lichtenhain

Viele Bahnhöfe hat sich die Jury angesehen, jetzt stehen die Wettbewerbssieger fest: Marburg (Lahn) wird als „Bahnhof des Jahres 2015“ ausgezeichnet und die Tal- und Bergstation der Oberweißbacher Bergbahn, Obstfelderschmiede und Lichtenhain, erhalten in Kombination den Titel „Tourismusbahnhof des Jahres 2015“. Die Allianz pro Schiene zeichnet damit zu zwölften Mal die kundenfreundlichsten Bahnhöfe Deutschlands aus. 

Bahnhof Marburg (Lahn) – Der Platzhirsch

Bahnhofsvorplatz Marburg
Marburg ist immer eine Reise wert und wer den Zug nimmt, erlebt ein kleines Wunder: Der früher so dunkle, leicht verwahrloste und vom Autoverkehr eingeschnürte Bahnhof ist verschwunden.
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Unter den Hüllen der Baugerüste hat sich der Marburger Bahnhof in eine helle, stille Alltagsschönheit verwandelt.Und zur Krönung haben die Planer dieser neuen Heimstätte intelligenter Mobilität sogar einen großzügigen Bahnhofsvorplatz vor die Füße gezaubert. Eine solche Wandlung ist in Deutschland selten und beeindruckend. Und so steht der umgebaute Bahnhof wie eine Insel des Neuanfangs inmitten der Planungssünden der 70 Jahre, die Marburg vor allem als autogerechte Stadt gesehen hatten. Ab sofort kommen auf dem neuen Vorplatz alle gleichberechtigt zum Zug: Fußgänger, Radfahrer, Busreisende oder Autofahrer, die schnell jemanden zur Bahn bringen wollen. Nur der Durchgangsverkehr bleibt ausgesperrt und muss zum Wohl einer zeitgemäßen und vernetzten Form der Mobilität eine Umleitung nehmen.

Dabei haben die Bauherren nirgendwo auf Luxus gesetzt: Marburgs denkmalgeschützter Bahnhof will nicht mit Dresden, Leipzig oder Bremen konkurrieren. Marburg ist freundlich, sehr sauber und wunderbar hell. Aber vor allem ist dieser Bahnhof eines: zu hundert Prozent alltagstauglich. Das betrifft die mit bunten Mosaikbildern geschmückte Unterführung genauso wie die großzügigen, fast großstadttauglichen Aufgänge zu den Gleisen. Die geschmackvoll erneuerte Eingangshalle genauso wie die eingepassten Businseln in der Mitte des Vorplatzes. Wenn alle Bahnhöfe in Deutschland eine solche Entwicklung zu Wege brächten, hätte der öffentliche Verkehr gewonnen.

Beispielhaft barrierefrei

Mustergültig ist in Marburg auch die Barrierefreiheit gelöst:  Da die Stadt als Deutschlands Blindenhochburg gilt, hat man alle Vorschriften mit Sinn und Verstand umgesetzt und alles getan, was mobilitätseingeschränkten Personen den Zugang zum System Bahn erleichtert. Angefangen mit Brailleschrift an Schildern und Treppengeländern bis hin zu taktilen Streifen, die in den Boden eingelassen sind, werden Seheingeschränkte sicher vom Bahnsteig durch das Gebäude geleitet. Auf dem Vorplatz, der in ein paar Jahren mit größeren Bäumen an eine italienische Piazza erinnern wird, sichert eigens eine barrierefreie Fußgängerampel das Überqueren der verkehrsberuhigten Zone zu den Bushaltestellen in der Mitte. Für weitere Hilfestellungen sorgt ein aufmerksames und gut geschultes Personal.

Wie es sich für eine Universitätsstadt gehört, kultiviert Marburg das Wohnen im Bahnhof: ein preiswertes, aber gastliches Hostel, Studentenwohnungen im Obergeschoss des Bahnhofs, Leihfahrräder des Asta auf dem Gelände – all das schafft eine Brücke zur Universität und befördert das Gefühl, dass in Marburg die Stimme der mobilen Vernunft besser gehört wird als anderswo in Deutschland. Kein Zweifel, in Marburg haben alle Akteure, besonders Stadt und Bahn bilderbuchreif zusammengearbeitet. Das Ergebnis spricht für sich: Vorhang auf für den Bahnhof des Jahres 2015.

Obstfelderschmiede-Lichtenhain – Der Drahtseilakt

Zug vor der Ankunft in Lichtenhain
Dass die Oberweißbacher Bergbahn unter den weltweiten Eisenbahnfans einen einsamen Kultstatus genießt, hat die Jury zunächst wenig beeindruckt.
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Im Gegenteil: Ein Eisenbahn-romantisches Pufferküsser-Eldorado im tiefsten Thüringer Wald hätte die Verkehrsexperten vielleicht sogar abgeschreckt. Umso größer die Überraschung, als der Zug der Schwarzatalbahn in Obstfelderschmiede anhält und eine überaus freundliche Bahnhofsmitarbeiterin die unerkannt reisenden Juroren mit großer Herzlichkeit empfängt. Der erste Eindruck bestimmt den weiteren Gang: Umgeben von Blumenwiesen und Waldidyll lassen sich sogar die Zweifler von der Technik faszinieren. Im historisch rekonstruierten Bergbahnwagen überwindet die Jury 323 Höhenmeter und lauscht während der knapp 20 Minuten dauernden Fahrt von der Tal- zur Bergstation den Erklärungen der Zugführerin. So stolz sind die Mitarbeiter des kleinsten DB-Regio-Netzes auf das historische Kleinod im Schwarzatal, dass sie regelmäßig die Herzen ihrer Gäste im Sturm erobern. Das Zugseil aus Stahl, Schweizer Fabrikat, sei noch nie gerissen, seit Deutschlands steilste Standseilbahn 1923 den Betrieb aufnahm, erfahren die Bahnhofstester und genießen zugleich die bruchlose Einbettung raffinierter Ingenieurskunst in eine überaus liebliche Landschaft.

Obwohl die Reise auf die Höhen des Thüringer Walds eher altmodisch in der Holzklasse stattfindet, können Reisende in Obstfelderschmiede und Lichtenhain eine moderne Smartphone-Tour absolvieren. Per kostenfreiem W-LAN sind alle Infos zu Berg- und Talstation online abrufbar, sogar Einblicke in sonst verschlossene technische Bereiche eröffnen sich dem neugierigen Interessenten.

Kuriosum: Bergbahn mit angeschlossener Flachstrecke

Auf der Hochebene im Oberweißbacher Ortsteil Lichtenhain bieten sich dem Ausflügler verschiedene Möglichkeiten: Familien mit Kindern zieht es gerne zu einem Rundgang durch den vom Bahnhof gut ausgeschilderten benachbarten „Fröbel-Wald“ – der Erfinder des Kindergartens Friedrich Fröbel ist zweifellos der größte Sohn der Stadt. Der Jury stand der Sinn nach einem Besuch des Feldbahnmuseums samt Maschinenraum. Auch bei der Weiterfahrt auf der Flachstrecke der Bergbahn, einem elektrifizierten Kuriosum mit drei Haltepunkten auf 2,5 Kilometern Länge, überzeugte die familiäre Rundum-Betreuung durch das Zugpersonal – inklusive atemberaubende Panoramen.

Sieger 2014: Dresden und Hünfeld

Nach ausgedehnten Testreisen durch ganz Deutschland hat die Jury ihr Urteil gefällt: Dresden und Hünfeld gewinnen den Titel „Bahnhof des Jahres 2014“. Zum elften Mal in Folge prämiert die Allianz pro Schiene damit die kundenfreundlichsten Bahnhöfe Deutschlands.

In der Kategorie „Großstadtbahnhof“ gewinnt das sächsische Dresden, das die Jury als „Denkmal einer lichten, beschwingten Leichtigkeit“ auszeichnete. In der Kategorie „Kleinstadtbahnhof“ überzeugt das hessische Hünfeld, in dem die Jury „ein ländliches Idyll mit Gesamtkonzept“ entdeckte.

Die Jury verrät: Darum sind es Dresden und Hünfeld

Dresden Hauptbahnhof – Das Schmuckstück

Bahnhofshalle dresden
Wie vereint ein einziges Gebäude den Prunk vergangener Epochen und moderne Ansprüche an Funktionalität? „Der Dresdner Hauptbahnhof beweist jeden Tag, dass der Spagat gelingen kann“, urteilt die Jury.
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Wie vereint ein einziges Gebäude den Prunk vergangener Epochen und moderne Ansprüche an Funktionalität? „Der Dresdner Hauptbahnhof beweist jeden Tag, dass der Spagat gelingen kann“, urteilt die Jury. Nicht nur ist dieser Prachtbau Kopf- und Durchgangsbahnhof in einem.

Nach umfassenden Umbauarbeiten und überstandener Überschwemmung hat sich die Last der Historie an dem denkmalgeschützten-Sandstein-Ensemble in eine lichte, beschwingte Leichtigkeit verwandelt.

Die ruhige Gelassenheit des Gebäudes strahlt auf die Reisenden ab: Hektik kommt in der sächsischen Landeshauptstadt nicht auf. „Mal eben zum Bahnhof hetzen und eilig weiterreisen? Dafür ist dieses Schmuckstück viel zu schade.“ Die Jury ist sich einig: „Der Bahnhof des Jahres 2014 ist wie guter Wein: zum Genießen.“

Bahnhof Hünfeld – Der Idyllische

Paar wartet auf den Zug
Das klassizistische Empfangsgebäude ist sehr sauber und sehr grün: Gleich hinter den Gleisen beginnen Wiesen und Felder des Biosphärenreservates Rhön.
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Das klassizistische Empfangsgebäude ist sehr sauber und sehr grün: Gleich hinter den Gleisen beginnen Wiesen und Felder des Biosphärenreservates Rhön. „Hünfeld ist ein ländlicher Bahnhof im allerbesten Sinne“, lautet daher der Spruch der Jury nach dem Vorort-Test. Offenbar habe man im hessischen Hünfeld beschlossen, sich vorbildlich um seine Gäste zu kümmern. „Reisende mit Fragezeichen über dem Kopf sucht man hier vergebens.“

Ein Reisebüro drinnen, dezente Tafeln zu Stadtzentrum und Wander-Wegen draußen, wer sich hier verirren will, muss sich richtig anstrengen. „In Hünfeld ist mit Händen zu greifen, dass die Stadt sich kümmert“, lobt die Jury und meint damit nicht nur das adrette Umfeld. „Der Bahnhof hat ein rundum durchdachtes Gesamtkonzept. Damit macht Hünfeld, die Wahlheimat des Computer-Erfinders Konrad Zuse, seinem Ahnherren alle Ehre.“

Sieger 2013: Göttingen und Oberursel

Keine Verzögerungen im Betriebsablauf: Die drei ausgezeichneten Bahnhofsmanager der Siegerbahnhöfe 2013 waren pünktlich zur Siegerkür in Berlin.

Detlef Krusche (links, Göttingen – Großstadtbahnhof des Jahres 2013), Heiko Scholz (rechts, Oberursel – Kleinstadtbahnhof des Jahres 2013) und Helmut Zöpfel (2.v.r., Murnau – Sonderpreis Tourismus) hatten allen Grund zur Freude.

Siegerkür in Berlin
 Die Jury unter dem Vorsitz der Allianz pro Schiene hatte ihren drei Bahnhöfen eine glatte Eins ins Zeugnis geschrieben. Dr. Andre Zeug, der Vorstandsvorsitzende von DB Station & Service (2.v.l.), freute sich mit: Als oberster Herr von 5400 Bahnhöfen in ganz Deutschland weiß er über Licht und Schatten beim Thema Kundenfreundlichkeit natürlich bestens Bescheid.

Bahnhof Göttingen – Der Fahrradbahnhof

Bahnhof des Jahres, Goettingen, 19.07.2013
Ein Fahrradparkhaus mit Fahrradwaschanlage und angeschlossener Werkstatt? Das bietet in ganz Deutschland nur Göttingen.
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„Wie kein anderer Bahnhof Deutschlands hat sich die niedersächsische Studentenmetropole auf Fahrradfahrer, Fußgänger und Flaneure eingestellt“, schwärmte die Jury nach dem incognito Test.Vor der schönen Sandsteinfassade fanden die Bahnhofstester einen harmonisch orchestrierten Vorplatz, wo Reisende „ihren geliebten Drahtesel nun standesgemäß abstellen und unter Palmen entspannt auf den nächsten Zug warten können“. Der elegante und ebenfalls fußgängerfreundliche Hintereingang begeisterte gleichermaßen: „Keine Schmuddelecken, keine schummrigen Unterführungen: In Göttingen scheint hinten und vorne die Sonne.“

Bahnhof Oberursel – Das Pendlerparadies im Taunus

Bahnhof des Jahres, Oberursel
Dass ein historisches Bahnhofsgebäude mit Fachwerk und Giebeln zwei Systeme des öffentlichen Verkehrs miteinander verklammert und dabei auch noch höchst ansehnlich aussieht, überzeugte die Jury beim Vorortest in dem hessischen Taunusstädtchen.
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„Dieser Vorstadtbahnhof ist keiner von diesen lieblosen Umsteigebahnhöfen, die im städtischen Speckgürtel übermüdete S-Bahn-Pendler ausspucken. In Oberursel haben sich Verkehrsunternehmen und Stadt an einen Tisch gesetzt und ein kleines Paradies für Pendler geschaffen“, lobte die Jury und war auch von den historischen Säulen des S-Bahn-Dachs und der guten Beschilderung des weitläufigen Areals sehr angetan.

Bahnhof Murnau – Sonderpreis Tourismus

Bahnhof des Jahres 2013, Sonderpreis Tourismus, Murnau
Zum zweiten Mal vergibt die Allianz pro Schiene im Jahr 2013 einen Sonderpreis Tourismus. Das oberbayerische Murnau gewinnt den Titel, nachdem das lachsrote Bahnhofsgebäude die Jury an einem trüben Tag mit wohliger Wärme empfangen hat.
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Die rührige Wirtin des Bahnhofscafés, ein unerschrockener Investor und eine zu allem entschlossene Stadtverwaltung haben das Dornröschen an den Gleisen aus einem tiefen Dauerschlaf erweckt. 10 Jahre brauchte der Umbauprozess, nun verfügt die Tourismusregion „Blaues Land“ über einen Bahnhof, der Wandererherzen höher schlagen lässt. Ein touristenfreundlicher Automat mit kostenloser Hotelverbindung überzeugte die Jury dann vollends.

Sieger 2012: Bremen und Aschaffenburg

Wer ist der kundenfreundlichste Bahnhof im ganzen Land? Nach ausgedehnten Testreisen durch Deutschland hat die Bahnhof des Jahres-Jury ihr Urteil gefällt – und am 29. August 2012 in Berlin verkündet.

Das "schönste Eingangsportal in ganz Deutschland" hat der Hauptbahnhof in Bremen, eine "beeindruckende 360-Grad-Öffnung zur Stadt" hat der Bahnhof von Aschaffenburg hinbekommen. Beides ein Baustein zum Titelgewinn 2012. Für Bad Schandau blieb ein Sonderpreis Tourismus.

Hauptbahnhof Bremen – Märchenbau aus rotem Backstein

Bahnhof des Jahres 2014, Bremen
Nach der Legende müssen die Reisenden im Bremer Hauptbahnhof die Vorderbeine des berühmten Stadtmusikanten-Esels berühren, damit ihre Wünsche in Erfüllung gehen.
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Doch obwohl das Eselsbein im Wandmosiak der Kuppel in unerreichbarerer Höhe schwebt, macht der backsteinrote Prachtbau die Jury beim Bahnhofstest auch ohne Märchenzauber wunschlos glücklich: Die Bahnhofshalle erscheint als „Augenschmaus“, der Ostflügel sorgt mit 30 Geschäften fürs Kulinarische, im Westflügel ist ein vorbildlicher Service zu Hause. Besucher, die aus dem historischen Stadtkern kommen, erblicken das mit zwei Türmen eingefasste Eingangsportal mit Rundbogenfestern und müssen zugeben: Kein deutscher Bahnhof hat ein schöneres. Dass in der herrlichen Halle mit dem quirligen Innenleben seit der Restaurierung wieder die kämpferischen Tiere Esel, Hund, Katze und Hahn in altem Glanz erstrahlen, hat die Jury dann restlos überzeugt.

„Diese Halle ist das i-Tüpfelchen, das den Bremer Hauptbahnhof zum Wahrzeichen der Stadt macht.“

Aschaffenburg Hauptbahnhof – Der Zugänglichste von allen

Eingang Bahnhof Aschaffenburg
Es gibt mehr als 5000 Bahnhöfe in Deutschland, die ein mehr oder minder gutes Verhältnis zu ihrer Stadt pflegen. Und es gibt Aschaffenburg.
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Egal durch welchen Ausgang der Reisende diesen Bahnhof betritt oder verlässt: Der Bau ist so eingebunden in sein Umfeld, dass die Übergänge fließend sind. „Stadt und Bahnhof verschmelzen auf eine so positiv selbstverständliche Weise, dass es plötzlich unerklärlich wird, warum nicht jeder Bahnhof diese Kunst beherrscht,“ urteilte die Jury nach dem Incognito-Test. Die Verkehrsexperten fühlten sich in dem lichten leichten Bau „mitgenommen“ und „harmonisch“ geführt. Sogar die Bahnhofsunterführung erregte Begeisterung.

Weil der kürzlich eingeweihte Neubau bei aller Funktionalität auch mit einem Mosaikfußboben glänzen kann, gerieten die Verkehrsexpterten vollends ins Schwärmen: „Traumhaft schön.“

Bahnhof Bad Schandau – Sonderpreis Tourismus

Deutschlands erster Nationalparkbahnhof, der Bahnhof Bad Schandau
„Nationalparkbahnhof“ – das klingt schon wunderbar nach frischer Luft, schöner Aussicht und fröhlichen Menschen in Wanderstiefeln.
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Eingebettet in die felsig-grüne Landschaft der Sächsischen Schweiz und direkt an der Elbe gelegen, verheißt das toskanisch anmutende Bahnhofsgebäude mit seinem begrünten Areal schon beim ersten Anblick Urlaubsfreuden. 

Dass es vor allem die sanften Exemplare der Gattung „Tourist“ sind, für die Bad Schandau gastlich seine Pforten öffnet, versteht die Sonderpreis-Jury vor Ort sofort: Keine Hektik herrscht an diesem Drehkreuz des oberen Elbtales, die Reiseverpflegung mit regionalen Spezialitäten übernimmt im Bahnhof ein Bio-Markt und ein Fahrradverleih sorgt fürs umweltbewusste Fortkommen.

„Die Stadt Bad Schandau hat eine gelungene Verbindung von Natur, sanfter Mobilität und Tourismus geschaffen“, jubelt die Jury und gibt damit den Einsendern recht, die seit April ihren Lieblingsbahnhof nominieren konnten: kein Bahnhof in Deutschland hatte beim Bürgerranking mehr Fans als das kleine Bad Schandau - das Königreich für Touristen.

Sieger 2011: Leipzig und Halberstadt

Rund 2000 Einsender aus ganz Deutschland haben ihre Lieblingsbahnhöfe nominiert, die Jury hat ihre Testreisen unternommen und das Urteil ist gefallen: Leipzig und Halberstadt gewinnen den Titel „Bahnhof des Jahres 2011“.

Zum achten Mal in Folge zeichnet die Allianz pro Schiene die kundenfreundlichsten Bahnhöfe Deutschlands aus. In der Kategorie „Großstadtbahnhof“ gewann der Leipziger Hauptbahnhof, der die Jury als erster Kopfbahnhof in der Wettbewerbs-Geschichte mit „unglaublich viel Platz für die Reisenden“ überzeugte. In der Kategorie „Kleinstadtbahnhof“ gewann Halberstadt, das seit dem gelungenen Umbau im Jahr 2010 – so das Urteil der Jury – „aus der Kellerliga auf das Siegertreppchen“ geklettert sei. „Abseits von der politischen Aufregung um Stuttgart wandelt sich in Deutschland gerade der Anspruch der Reisenden an ihren Bahnhof“, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. „Bahnhöfe, die statt leerer Wartezeiten ein eigenes Erlebniszentrum schaffen, das Reisende und Besucher ganzheitlich anspricht, stehen in der Gunst der Menschen ganz weit oben.“

Leipzig Hauptbahnhof – Kopfbahnhof erster Klasse

Bahnhof des Jahres 2011, Leipzig
Der Gigant aus hellem Sandstein im Herzen Leipzigs ist Europas größter Kopfbahnhof – und nun der erste, der in der achtjährigen Wettbewerbs-Geschichte den Titel „Bahnhof des Jahres“ gewinnt.
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„Er wirkt, wie aus der Zeit gefallen: Eine gigantische Bahnhofshalle, hoch, hell, geräumig, mit unglaublich viel Platz für die Reisenden“, schwärmt die Jury über das Bauwerk, das schon bei der Grundsteinlegung 1915 zur „Kathedrale des Fortschritts“ verklärt wurde.

Die Jury ist dennoch sicher, dass nicht allein Erhabenheit den Ausschlag gegeben hat. Kundenfreundlich ist Leipzig nämlich an erster Stelle: „Übersichtlich“, meint die Jury, „barrierefrei“, „lebendig“, „einfach Spitzenklasse“. Dass dieser Bahnhof neben zahllosen Geschäften und Restaurants auch noch „Deutschlands schönste Bahnhofsbuchhandlung“ beherbergt, wen wundert’s.

Ade, ihr öden Wartezeiten, in Leipzig regiert die Fülle.

Bahnhof Halberstadt – Dornröschen wachgeküsst

Prachtbau mit schickem Vorplatz
Der Gründerzeit-Prachtbau aus dem Vorharz hat schlimme Zeiten hinter sich. Im Zweiten Weltkrieg trafen Bomben den Bahnhof, nach dem Krieg überzog ihn die DDR mit einer Wellblechhülle und unter Spöttern hatte er seinen Namen weg: „Astronautenkäfig“.
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Seit dem August 2010 ist Halberstadt zu neuem Leben und altem Glanz erwacht.

Die Jury hat die Schönheit aus Sachsen-Anhalt auf Herz und Nieren geprüft und kam zu einem beschwingten Votum: Mächtige Backsteine außen, schöne Rundungen innen, fließende Formen auch im Umfeld. So „bietet der Halberstädter Bahnhof alles, was ein Mensch unterwegs braucht.“ Eine runde Sache. Dass Ehrenamtliche sogar eine sehr aktive Bahnhofsmission ins Leben gerufen haben, passt da ins überaus erfreuliche Gesamtbild: Von der Kellerliga aufs Siegertreppchen, Glückwunsch Halberstadt!

Sieger 2010: Darmstadt und Baden-Baden

Die Siegerkür ist beendet, die Jury hat ihr Urteil einstimmig gefällt: Darmstadt und Baden-Baden bekommen den Titel „Bahnhof des Jahres 2010“. Zum siebten Mal in Folge zeichnet die Allianz pro Schiene die kundenfreundlichsten Bahnhöfe Deutschlands aus.

In der Kategorie „Großstadtbahnhof“ gewann der Darmstädter Hauptbahnhof, dessen Innen- und Außenauftritt bei der Jury eine „heiter gelassene Grundstimmung“ erzeugte. In der Kategorie „Kleinstadtbahnhof“ gewann Baden-Baden, das – so das Votum der Jury – „seine Reisenden mit offenen Armen empfängt“. „Bahnhöfe gehen uns alle an. Mehr als andere öffentliche Gebäude prägen sie das Gesicht einer Stadt“, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. „Unser Titel zeichnet deshalb nicht nur ein Bahnhofsmanagement aus, sondern zugleich auch die Stadt und das Bundesland.“ Im Sinne der Reisenden müssten Bahn, Stadt und Land gemeinsam planen und investieren, sagte Flege. „Die Deutschen sind mit Luxusbahnhöfen nicht gerade verwöhnt. Aber die Sehnsucht danach wächst.“

Bahnhofshalle Darmstadt
Der Kundenservice in Darmstadt überzeugte die Jury beim Incognito-Test.

Darmstadt Hauptbahnhof: Deutschlands Grünster

Bahnhof des Jahres 2010, Darmstadt
In Darmstadt gefiel vor allem das Grün vor dem Haupteingang. „Blumenbeete auf dem Vorplatz, das gibt es öfter, aber welcher Bahnhof liegt schon gleich an einem Park?“
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Deutschlands Grünster begeisterte die 5-köpfige Jury aus Vertretern des Fahrgastverbandes Pro Bahn, dem Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem Autoclub Europa (ACE) und der Allianz pro Schiene aber auch durch seine Innenansicht. Der Riese aus grauem Naturstein zeigte den Bahnhofstestern seine frisch modernisierte helle Halle, in der sich Glas und Jugendstillampen gut miteinander vertragen. Eine sehr persönliche Ansprache am Schalter, die roten Ledersessel im Reisezentrum und das sommerliche Rauschen der Kastanie am Restaurant Fürstenbahnhof gaben für Karl-Peter Naumann von Pro Bahn den Ausschlag: „Darmstadt, das ist eine Wohltat für Reisende“, sagte Naumann und betonte, dass auch die Anschlüsse zur Stadt sehr gelungen seien: „Die strikte Trennung des Autoverkehrs von den Öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Bahnhofsvorplatz und die vorbildliche Information zu den weiterführenden Verkehrsmitteln haben aus dem Darmstädter Hauptbahnhof ein Paradebeispiel für Verknüpfung der Verkehrsmittel gemacht.“

Bahnhof Baden-Baden: Vereint alles unter einem Dach

Bahnhof des Jahres 2010, Baden-Baden
Baden-Baden ist ein Bahnhof der kurzen und trockenen Wege, befand die Jury, die unangekündigt und incognito reist. „Bahnhofscafé, Hotel, Busbahnhof, alles ist hier unter einem Dach“, sagte Monika Ganseforth vom VCD.
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Baden-Baden ist ein Bahnhof der kurzen und trockenen Wege, befand die Jury, die unangekündigt und incognito reist. „Bahnhofscafé, Hotel, Busbahnhof, alles ist hier unter einem Dach“, sagte Monika Ganseforth vom VCD. „Motorradabstellplätze, Mietfahrräder und ein großzügiger Haupttunnel beweisen, dass Baden-Baden mit jedem Großstadtbahnhof mithalten kann.“ Aber der ausgezeichnete Bahnhof hat noch mehr zu bieten. „Kunstvolle Schilder aus den Zeiten der Fürsten, denkmalgeschützte Trägersäulen, eine blitzeblanke Bahnhofshalle und freundliche Geschäfte und Gastronomie – Baden-Baden hat den berühmten Wohlfühlfaktor“, sagte Ganseforth.

Sonderpreis an den Bahnhof Eschwege: „Der verlorene Sohn“

Bahnhof des Jahres 2010, Sonderpreis, Eschwege
Einen Sonderpreis für die Wiederkehr des Bahnhofs in die Stadt bekommt die hessische Stadt Eschwege. Nach 24 Jahren auf dem Abstellgleis eröffnete Eschwege im Dezember 2009 eine neue Strecke samt Bahnstation.
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Nach 24 Jahren auf dem Abstellgleis eröffnete Eschwege im Dezember 2009 eine neue Strecke samt Bahnstation. „Wir möchten diese Rückkehr des verlorenen Sohnes auszeichnen“, sagte Jury-Mitglied Naumann, „zumal die Integration in die Stadt gut gelungen ist und die kleine Station auch sonst den Expertencheck gut überstanden hat“.

Sieger 2009: Erfurt und Uelzen

Die Jury hat entschieden, die Sieger stehen fest: Erfurt und Uelzen bekommen den Titel „Bahnhof des Jahres 2009“. Zum sechsten Mal in Folge prämiert die Allianz pro Schiene in diesem Wettbewerb die kundenfreundlichsten Bahnhöfe in Deutschland.

In der Kategorie „Großstadtbahnhof“ fiel die Wahl auf den gerade rundum erneuerten Erfurter Hauptbahnhof, der – so die Jury - von den Erfurtern sofort als lebendiger Treffpunkt im Herzen der Stadt angenommen worden sei. In der Kategorie „Kleinstadtbahnhof“ siegte der Uelzener Hundertwasserbahnhof, der seit seiner Erneuerung „Kultstatus“ genießt und sich zu einem Magneten für Touristen entwickelt hat. „Wenn ein Bahnhof nicht mehr ein Ort ist, von dem man möglichst schnell wegwill, dann ist das ein starkes Indiz für Preiswürdigkeit“, sagte Allianz-pro-Schiene Geschäftsführer Dirk Flege. „Ein schickes Gebäude allein reicht nicht aus: Die Menschen entscheiden jeden Tag mit den Füßen, wo sie sich gerne aufhalten.“

Erfurt Hauptbahnhof – Der Klassisch-Moderne

Bahnhof Erfurt
Er ist uralt und nagelneu. Drei Mal ist Erfurts Hauptbahnhof in seiner 163-jährigen Geschichte von den Toten auferstanden, bis er nach sechs Jahren Umbauzeit 2008 den Bürgern zurückgegeben wurde.
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Als die Jury kurz nach der Einweihung in der thüringischen Landeshauptstadt Halt machte, war alles gut: Unter einer gelungenen Mischung aus historischer Fassade und moderner Glasarchitektur hatte sich ein quirliger Treffpunkt im Herzen der Stadt entwickelt. Der Erfurter Hauptbahnhof lebt. Dass er außerdem eine Verkehrsstation mit wettergeschützter Straßenbahnanbindung ist und dass die Abfahrtspläne von hinten beleuchtet sind, freute die Verkehrsexperten der Jury. Den letzten Ausschlag gaben aber wohl regionale Schokoladen und echte Thüringer Würste, die unter dem hellen Glasdach im Angebot sind.

Erfurt enthüllt die Siegertafel

Seit dem 26. Oktober 2009 haben es die Erfurter amtlich: Der beste Bahnhof im ganzen Land liegt im Herzen der thüringischen Landeshauptstadt. Bahnreisende und Politiker feierten am Montag mit der Allianz pro Schiene eine „Bahnhof des Jahres“-Siegerkür. Im Beisein von Landesverkehrsminister Gerold Wucherpfennig (CDU) und Andre Zeug (DB Station & Service) enthüllten die Jury-Mitglieder im Hauptgebäude eine massive Messingtafel. Urkunden bekamen die Erfurter Bahnhofsmanagerin Christine Kromke und der Vertreter der Stadt Erfurt. „Die Erfurter haben alles richtig gemacht“, sagte Jury-Mitglied Matthias Knobloch vom ACE Auto Club Europa. „Erfurt ist der Mobilitätsbahnhof: Auto, Fahrrad, öffentlicher Verkehr, alles ist hier vorbildlich miteinander verknüpft.“ Während Knobloch vor allem die „hochintelligente Schnittstelle“ würdigte, lobte Jury-Mitglied Dirk Flege (Allianz pro Schiene) die meisterliche Glaskonstruktion, die mit der historischen Fassade ein neues harmonisches Ganzes bilde. „Erfurt ist ein Bahnhof mit viel Licht“, sagte Flege und verwies auf den „Wohlfühlfaktor“, der für die Jury am Ende den Ausschlag gegeben habe.

Bahnhof Uelzen – Das Gesamtkunstwerk

Wie aus einem hässlichen Entlein einer der schönsten Bahnhöfe der Welt wurde, diese Geschichte erzählt das niedersächsische Uelzen.
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Die Jury ließ sich von der steingewordenen Lebensfreude des Wiener Architekturdoktors Friedensreich Hundertwasser anstecken: „Kunst und Kundenfreundlichkeit geht in Uelzen Hand in Hand". Schon drei Millionen Besucher hat der Hundertwasser-Bahnhof nach Uelzen gelockt und sogar beim berüchtigten Checklistenpunkt „Bahnhofstoilette" konnte er für sich einnehmen: Die mosaikverzierten Kunstklos mit herrlich runden Waschbecken waren ebenso schön wie sauber. „Ein echter Bahnhof des Jahres", schwärmten die Bahnhofstester. Die Umgestaltung des Uelzener Bahnhofs im Zuge eines Expo-Projektes hat zwischen 2000 und 2004 insgesamt 10,1 Millionen Euro gekostet.

Uelzen bekommt es amtlich

Dass der Uelzener Bahnhof unwiderstehlich ist, behaupten die Bürger der niedersächsischen Heidestadt schon länger. Seit dem 3. November 2009 hängt die Bestätigung in Messing graviert am mosaikverzierten Hauptportal: „Bahnhof des Jahres 2009“ steht dort unter dem Prüfsiegel „Allianz pro Schiene“ zu lesen. Bahnbegeisterte und Politiker enthüllten im Beisein von Uelzens Bürgermeister Otto Lukat (SPD) und Andre Zeug (DB Station & Service) die massive Siegertafel. Eine Urkunde für sein ausgezeichnetes Regime überreichte die „Bahnhof des Jahres“-Jury dem Manager des Hundertwasserbahnhofs, Marco Schlott. „Der Hundertwasserbahnhof ist ein Gesamtkunstwerk“, sagte Jury-Mitglied Christian Schultz vom Deutschen Bahnkunden-Verband. „Viele Fahrgäste sind ja äußerst kritisch mit der Bahn, aber in so einem Bauwerk verzeiht man sogar eine Zugverspätung“, sagte Schultz und betonte, dass der Bahnhof neue Maßstäbe gesetzt habe: „In Uelzen ist es der Bahnhof selbst, der die Touristen anzieht.“ Auch Jury-Mitglied Dirk Flege (Allianz pro Schiene) lobte Hundertwassers „bunten Bahnhof mit herrlich runden Formen“. Schönheit und Kundenfreundlichkeit gingen in Uelzen Hand in Hand.

Bahnhof Heringsdorf – Bäderbahn erhält den Sonderpreis

Einen Sonderpreis hatte Jury-Mitglied Karl-Peter Naumann für die Usedomer Bäderbahn im Gepäck: Ihre Bahnhöfe gehören zu den schönsten und kundenfreundlichsten Deutschlands.
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Urkunden in Heringsdorf

Das Bahnhofsfest fiel auf einen Samstag. Seit dem 14. November hat es die Insel Usedom schriftlich: Ihre Bahnhöfe gehören zu den schönsten und kundenfreundlichsten in Deutschland. Karl-Peter Naumann, Mitglied der Bahnhof des Jahres-Jury, lobte am Samstag im Ostseebad Heringsdorf die einheitliche Ästhetik und den hohen Standard, den alle 17 Bahnhöfe und Haltepunkte auf Usedom inzwischen erreicht hätten. „Ob ich in Trassenheide aussteige oder im Kaiserbad Ahlbeck, ich fühle mich überall wohl“, sagte Naumann, als er im Beisein von zahlreichen Lokal- und Landespolitikern dem Chef der Usedomer Bäderbahn, Jörgen Bosse, die Siegerurkunden überreichte. Den „Sonderpreis Gesamtbild“ im Rahmen des Allianz pro Schiene-Wettbewerbs habe die UBB „durch und durch“ verdient, sagte Naumann. „Das sind Bahnhöfe wie Perlen an einer Kette.“ Naumann lobte vor allem, dass die UBB nicht beim Service-Personal spare. „Der Kunde wird nicht mit dem Automaten abgefertigt, sondern kann seine Fahrkarten am Schalter und im Zug kaufen.“ Damit sei das Vandalismusrisiko auf den barrierefrei umgebauten Bahnhöfen auch gleich entschärft worden. Auch die Schönheit sei bei den liebevoll erneuerten Bahnhofsgebäuden in Zinnowitz, Zempin, Heringsdorf oder Ahlbeck nirgendwo zu kurz gekommen. „Da grüßt die Ostsee schon am Bahnhof", sagte Naumann. Während die UBB ihre Bahnhofsgebäude weitgehend ohne öffentliche Mittel finanziert hat, flossen in die Gestaltung der Vorplätze rund 7 Millionen Euro an Landesmitteln.

Sieger 2008: Karlsruhe und Schwerin

Die Hauptbahnhöfe von Schwerin und Karlsruhe sind am kundenfreundlichsten und damit die „Bahnhöfe des Jahres 2008“. Im Beisein von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, Schirmherr der Ausstellung „Bahnhofswelten“, stellte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege die beiden Siegerbahnhöfe im Bundesverkehrsministerium vor. 

„Karlsruhe und Schwerin sind besonders kundenfreundliche Bahnhöfe, in denen man sich als Reisender oder Besucher ohne Wenn und Aber wohlfühlen kann. Obwohl der Wohlfühlfaktor eine höchst subjektive Angelegenheit ist, stand das einstimmige Urteil der fünfköpfigen Jury in diesem Jahr sehr schnell fest“, kommentierte Flege das Ergebnis der heimlichen Bahnhofstests durch die Jury.

Bahnhof_des_Jahres2008_karlsruhe-innen

 

Festakte in Karlsruhe und Schwerin

Zum fünften Mal prämierte die Allianz pro Schiene die besten Bahnhöfe aus Kundensicht. In feierlichen Events vor Ort und im Beisein von Bahnhofsmitarbeitern, Reisenden und Politprominenz enthüllte die Wettbewerbs-Jury die Siegertafeln: am 13. Oktober im Hauptbahnhof von Karlsruhe und am 17. Oktober im Schweriner Hauptbahnhof.

Karlsruhe Hauptbahnhof – Der große Gelassene

Karlsruhe Hauptbahnhof
Die Jury bringt es auf den Punkt: Karlsruhe ist der große Gelassene unter den deutschen Großstadtbahnhöfen.
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Schön ist er nicht, monumental ist er nicht, vorlaut ist er nicht. Aber er hat Charme. Das gewisse Etwas, das ihm die Sympathie von Bürgern und Bahnfahrern sichert. Die Jury bringt es auf den Punkt: Karlsruhe ist der große Gelassene unter den deutschen Großstadtbahnhöfen. Hektik liegt hier nirgendwo in der Luft, Karlsruhe ist ein Ort der kurzen Wege. Der Autorverkehr begnügt sich mit der Rückseite, die Vorderfront gehört den Anschlüssen an Bus, Tram oder Fahrrad. Und in der Halle oder in der Unterführung hat das baden-württembergische Bahnhofsmanagement kleine Kunstobjekte versteckt. Selbst das Hartgummiband der Rolltreppe ist mit Sprüchen verziert. Der Hauptbahnhof Karlsruhe ist etwas für Menschen, die genau hinschauen.

Der beste Großstadtbahnhof: Karlsruhe HBF

Bahnhof des Jahres Karlsruhe – TalkrundeDer Bahnhof habe ihm bereits als Schüler und Student gefallen, lobte Baden-Württembergs Verkehrsminister Heribert Rech die Entscheidung der Jury, Karlsruhe Hauptbahnhof zum „Bahnhof des Jahres 2008" zu küren. Oberbürgermeister Heinz Fenrich forderte die Karlsruher auf, ihre „badische Zurückhaltung“ abzulegen: „Über den besten Bahnhof sollten wir oft und gern sprechen." Einigkeit herrschte darüber, dass in Sachen Barrierefreiheit noch einiges getan werden müsse. Alle Beteiligten versprachen, den Worten Taten folgen zu lassen. Fenrich: „Nichts ist so gut, dass man es nicht verbessern könnte.“

Als „entspannend und lebendig zugleich“ charakterisierte Jury-Mitglied Monika Ganseforth den Karlsruher Hauptbahnhof, als sie gemeinsam mit Jury-Mitglied Christian Schultz Bahnhofsmanager Leonhard Reiß die Urkunde übergab. Der lobte sowohl das außerordentliche Engagement seine Mitarbeiter als auch die „sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt und den Karlsruher Verkehrsverbund KVV“. 

Das i-Tüpfelchen für die Bahnhofshalle zum Wohlfühlen: Die Siegertafel ist auch eine Erinnerung an die Verpflichtung, den hohen Standard zu halten und im Zweifel noch besser zu werden.

Schwerin Hauptbahnhof – Ein Schloss für Bahnfahrer

Hbf Schwerin
Häufig wohnt im Palast nur die Prinzessin. In Schwerin gehört das Schloss allen Bahnfahrern.
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Häufig wohnt im Palast nur die Prinzessin. In Schwerin gehört das Schloss allen Bahnfahrern. Hinter der prunkvollen Fassade des Gründerzeitbaus eröffnet sich dem Reisenden ein aufgeräumtes Innenleben. Beschilderung und Information sind vorbildlich, auch Ortsfremde finden sich zurecht, Fußboden und Mülleimer glänzen vor Sauberkeit. Dass die Sitzplätze in der Halle vor allem für die Besucher der Lokale gedacht sind, bemerkt die Jury natürlich. Der Vorplatz macht das wieder gut: Brunnen mit Skulptur und ein Blumenmeer empfangen die Bahnhofstester. Dabei ist der Hinterausgang fast so schön wie der Vordereingang – wie im Märchen eben.

Die feierliche Enthüllung der Siegertafeln fand am 13. Oktober in Karlsruhe Hauptbahnhof und am 17. Oktober in Schwerin Hauptbahnhof statt.

Der beste Bahnhof in der Kategorie „Stadt unter 100.000 Einwohner“: Schwerin HBF

Bahnhof des Jahres 2008 Schwerin„Serviceorientiert und noch dazu komplett barrierefrei - dieser Bahnhof hat die Auszeichnung „Bahnhof des Jahres 2008 verdient“, sagte Dirk Flege bei der Preisverleihung im Schweriner Hauptbahnhof. Auch Verkehrsminister Volker Schlotmann, der offen zugab, den Bahnhof nur selten zu nutzen, zeigte sich beeindruckt: „Mit diesem Bahnhof kann es gelingen, noch mehr Besucher nach Schwerin zu locken.“ Das Einreihen der Stadt „in die Perlenkette mit Heiligendamm“ sei realistisch geworden. 

Bahnhofsmanager Peter Balzer strahlte, als die Siegertafel „seines“ Bahnhofes endlich enthüllt wurde. André Zeug, Vorstandsvorsitzender der DB Station & Service AG, verteilte nach allen Seiten Komplimente: „Die Verknüpfung Bus-Schiene ist hier hervorragend gelungen.“ Und: „Der Stadt gebührt großes Lob für den überaus schönen Blumenschmuck auf dem Vorplatz.“

Die „Marching Saints“ nutzten den Vorplatz bei der Feier gleich als Freilicht-Bühne und erfreuten die Passanten mit Musik. „Die Schweriner sind stolz auf ihren Bahnhof, der sich zu einem echten Schmuckstück entwickelt hat“, freute sich Oberbürgermeister Wolfram Friedersdorff über die Auszeichnung.

Sieger 2007: Berlin und Landsberg Lech

Der Berliner Hauptbahnhof und der Bürgerbahnhof Landsberg am Lech erhalten den Titel „Bahnhof des Jahres 2007“. Die Allianz pro Schiene prämiert damit den Berliner Hauptbahnhof als kundenfreundlichsten Großstadtbahnhof und den Landsberger Bürgerbahnhof als kundenfreundlichsten Kleinstadtbahnhof des Jahres. 

„Die Anforderungen von Reisenden und Besuchern an die Ausstattung, den Service und die Atmosphäre eines Bahnhofes steigen von Jahr zu Jahr. Es gibt in Deutschland viele hervorragende Bahnhöfe. Berlin und Landsberg sind besonders beeindruckende Beispiele für die Wandlungsfähigkeit und die Modernität des Schienenverkehrs“, sagte Dirk Flege, Jury-Mitglied und Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, beim Verkünden der Sieger am 27. September.

Bahnhof Landsberg am Lech Café

Preisverleihung 

Mit einem Festakt im Berliner Hauptbahnhof am 22. Oktober und im Bürgerbahnhof Landsberg am Lech am 5. November würdigte die Allianz pro Schiene die „Bahnhöfe des Jahres 2007“. Zum vierten Mal zeichnete das Schienenbündnis den besten Großstadtbahnhof und den besten Kleinstadtbahnhof aus Kundensicht aus.

Berlin Hauptbahnhof – Kapitaler Glaspalast

Berlin Hauptbahnhof
Man kann ihn lieben, man kann ihn hassen, aber kalt lässt er keinen. Schon zur Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs im Jahr 2006 feierte ganz Berlin eine Party.
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Aus dem Stand heraus hat sich der zuvor hochumstrittene Glaspalast zu einer echten Sehenswürdigkeit entwickelt. Entsprechend das Urteil der Jury: Kein anderer Bahnhof ist so faszinierend offen, architektonisch so atemberaubend und akustisch derart interessant. Dabei ist der Bahnhof nicht nur sauber, sondern auch erstaunlich leise. Trotz all dieser Superlative bleibt der Hauptbahnhof lebendig: Zahlreiche Geschäfte sorgen auch spätabends und am Wochenende für regen Betrieb. Das Reisen steht überall im Vordergrund. Bestnoten bei der Kundenzufriedenheit.

Feier zur Preisverleihung im Eingangsbereich

Wolf-Dieter Siebert als oberster Bahnhofschef der DB AG dankte vor allem den Mitarbeitern für ihr Engagement, ohne das die Auszeichnung zum kundenfreundlichsten Bahnhof undenkbar wäre. Neben den Verbesserungen, die die DB AG bereits vorgenommen hat - mehr Bänke, Wegeleitungen und Infotafeln, das Servicepersonal wurde um ein Drittel erhöht – mahnte er eine Verbesserung des städtischen Umfelds und der verkehrlichen Erreichbarkeit an.

Bürgermeister Harald Wolf griff den Faden auf, freute sich über die Auszeichnung der Allianz pro Schiene und bezeichnete sie als Ansporn für die ganze Stadt, kundenfreundlicher zu werden. Den Berlinern werde eine „sehr spezielle, eher raue" Freundlichkeit nachgesagt, doch der Bahnhof beweise: Es geht auch in Berlin. Der Hauptbahnhof setze eine Latte, die Berlin als Stadt erreichen müsse.

Mehr als 100 geladene Gäste, Medienvertreter, Reisende und Touristen nahmen an dem Festakt im Licht durchfluteten Eingangsbereich des neuen Hauptbahnhofs teil.
 
Berlin Hauptbahnhof Eingangshalle

Bahnhof Landsberg am Lech – Bürgerbahnhof im Privatbesitz

Bahnhof Landsberg am Lech
Dass private Investoren bei der Eisenbahn auch Glück bringen können, zeigt das oberbayerische Landsberg am Lech.
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Ein heimischer Unternehmer steckte gemeinsam mit der Stadt 1,7 Millionen Euro in das Gebäude im italienischen Villenstil. Seitdem herrscht vor Ort das Motto „erste Klasse für alle“ - vom Wartebereich, der mit Ledersesseln bestückt ist, bis hin zu den Toiletten, die öffentlich zugänglich, pieksauber und kostenlos sind. Die Verkehrsexperten der Jury waren auch von der Dreieckskonstruktion aus Bahnsteig, Bahnhofsvorplatz und Bahnhofsgebäude ganz angetan. Ein echter „Wohlfühlbahnhof“. Auch eine Botschaft an andere kleine Bahnhöfe: Ansehen und nachmachen.

Der beste Kleinstadtbahnhof: Landsberg am Lech

„Ein Bahnhof steht und fällt mit den Menschen“, sagte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege bei der Preisverleihung in Landsberg. Dass der Bahnhof Landsberg ein Ort ist, an dem sich Menschen ausgesprochen gern aufhalten, zeigte sich auch bei der Preisverleihung in der Bahnhofshalle, die eher an ein schönes Restaurant erinnert. „Ein Ort des Eilens und Verweilens“ lobte Jury-Mitglied Karl-Peter Naumann den Bürgerbahnhof.
 
Glücklich und stolz nahmen Thomas Walter und seine Frau Gisela Schmid die Auszeichnungsurkunde der Allianz pro Schiene entgegen. Der Eigentümer des Bürgerbahnhofes freute sich sichtlich über die Würdigung. „Bahnhöfe sollen Orte für Begegnungen sein“, lautet sein Credo. Das zu verwirklichen ist ihm gelungen. Inzwischen nutzen die Landsberger ihren Bahnhof sogar für Familienfeiern, die Mitarbeiter des Rathauses verbringen dort regelmäßig ihre Mittagspause. Das wäre vor der Modernisierung undenkbar gewesen. Oberbürgermeister Ingo Lehmann: „Schlimmer als es damals war, konnte es nicht mehr werden.“
 
Die glänzende Auszeichnung tröstet über die vielen Hürden, die es zu überwinden galt, hinweg. Investor Walter lobte noch einmal das Engagement der vielen Beteiligten: „Insbesondere die Mitarbeiter der DB AG waren mit Herzblut bei der Sache.“

Sieger 2006: Hamburg Dammtor und Oberstdorf

Der Bahnhof Hamburg-Dammtor als bester Großstadtbahnhof und der Bahnhof von Oberstdorf als bester Kleinstadtbahnhof sind die Bahnhöfe des Jahres 2006. Die Allianz pro Schiene prämiert zum dritten Mal die bundesweit besten Bahnhöfe aus Kundensicht. 

„Deutschlands Spitzenbahnhöfe werden immer besser. Um Bahnhof des Jahres zu werden, reicht es längst nicht mehr, ein saniertes und schönes Gebäude zu haben. Die Kunden wollen sich rundherum wohl fühlen. Und das können sie in Hamburg Dammtor und Oberstdorf ohne Einschränkungen“, sagte Dirk Flege, Jury-Mitglied und Geschäftsführer der Allianz pro Schiene.

Bahnhof Oberstdorf

 

Bahnhof Hamburg Dammtor – Haltepunkt im Jugendstil

Bahnhof Hamburg Dammtor
Fachleute sagen: „Hamburg Dammtor ist nur ein Haltepunkt, weil es dort keine Weichen gibt.“
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Für die „Bahnhof des Jahres“-Jury sieht die Sache anders aus: Das denkmalgeschützte Jugendstil-Gebäude ragt unter den großen Hamburger Fernbahnhöfen so deutlich hervor, dass versierte Bahnfahrer Hamburg Dammtor sogar als Geheimtipp beim Umsteigen empfehlen. Das historische Holz in der Empfangshalle, das beeindruckende Hallendach und ein aufmerksamer Service erringen das hohe Lob der Jury. Schon als der Kaiser im Jahr 1903 in Hamburg Dammtor zum ersten Mal aus dem Zug stieg, soll er gesagt haben: „Sehr nett sieht es hier aus.“ In Hamburg Dammtor ist der Kunde Kaiser, und sein Wort zählt.

Bahnhof Oberstdorf – Der Kurbahnhof

Bahnhof Oberstdorf Bäcker
Dass Bahnfahrer Bahnhöfe mögen, versteht sich. Aber wenn ein Bahnhof sogar Automobilisten begeistert, dann ist eine Schallgrenze überschritten.
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Den „Renault Traffic Design Award“ hat Oberstdorf souverän gewonnen, obwohl das Bahnhofsgebäude aus Holz ist. Die Belobiger haben sich nicht einmal davon abschrecken lassen, dass der heilklimatische Kurort im Allgäu vom Freistaat Bayern ganz beherzt als „autofreies Oberstdorf“ angepriesen wird. Die „größte Fußgängerzone der Welt“ mit einem Designerbahnhof im Herzen hat auch die Jury der Allianz pro Schiene überzeugt: „Intelligentes Mobilitätskonzept“, hieß es: Gute Einbindung des Bahnhofs in die Stadt und zum Vorplatz.

Sieger 2005: Mannheim und Weimar

Die Allianz pro Schiene prämiert zum zweiten Mal die bundesweit besten Bahnhöfe aus Sicht der Kunden. In diesem Jahr wurden der Hauptbahnhof Mannheim und der Bahnhof von Weimar zu den Bahnhöfen des Jahres 2005 gekürt.

Um Bahnhof des Jahres zu werden, reicht es nicht, einen sanierten Bahnhof zu haben. Genauso wichtig ist die Motivation der Mitarbeiter. Und auch die Kommunen müssen ihren Teil für die Integration in das städtische Umfeld leisten, erst dann ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild.

Mannheim Hauptbahnhof

 

Mannheim Hauptbahnhof – Der Lichtblick

Mannheim Bahnhofshalle
Was für ein helles Gebäude! Unter der Glaskuppel atmet der Reisende noch einmal ganz tief durch, bevor er in den Zug steigt.
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Wer seine Lieben von der Bahn abholen will, verkürzt sich die Wartezeit in 40 Geschäften oder Lokalen. Dieser Bahnhof ist Verkehrsdrehscheibe und Einkaufszentrum in einem. Dass der Mannheimer Bahnhofsmanager seinen Bau nach der Rundumsanierung im Jahr 2001 auch noch liebevoll mit Pflanzen geschmückt hat, gewann ihm vollends das Herz der Jury. Von der Größe her ist Mannheim nach Stuttgart die Nummer zwei in Baden-Württemberg. In puncto Kundenfreundlichkeit liegt dieser Bahnhof ganz vorne.

Bahnhof Weimar – Der Klassiker

Bahnhof Weimar
„Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein“, denkt der Reisende, wenn er im thüringischen Weimar aus dem Zug steigt.
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Sogar ein Friseur arbeitet unter dem Dach des neoklassizistischen Baus, der 1998 originalgetreu wiederhergestellt wurde. Dass dieser Bahnhof die Stadt der Dichter und Denker auch heute würdig repräsentiert, beweisen die lobenden Oden der Jury: Ein „schmucker“ Bau, ein „aparter“ Bahnhofsvorplatz, eine „historische“ Kassettendecke. Dass inmitten solcher Geschichtsträchtigkeit auch der Service am lebenden Kunden nicht ins Hintertreffen gerät, ergab der Rundum-Bahnhofstest vor Ort: „Auto haben … Bahn fahren“, dieses Motto könnte zum verkehrspolitischen Klassiker werden.

Sieger 2004: Hannover und Lübben

Die Allianz pro Schiene prämierte zum ersten Mal in Deutschland die besten Bahnhöfe aus der Sicht der Kunden. Die Sieger: Der Hauptbahnhof Hannover und der Kleinstadtbahnhof Lübben im Spreewald sind die „Bahnhöfe des Jahres 2004“.

„Hannover und Lübben haben attraktive Bahnhöfe, auf denen Reisende und Besucher sich wohlfühlen“, erklärte die Allianz pro Schiene-Jury am Montag auf der Preisverleihung in Hannover. „Bahnhöfe gehen uns alle an“, betonte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene Dirk Flege und lobte die Bahnhofsprogramme in Niedersachsen und Brandenburg, mit denen beide Länder die „Gemeinschaftsaufgabe Bahnhöfe vorbildlich wahrnehmen“. Bund, Länder und Kommunen haben im vergangenen Jahr 400 Millionen Euro in Bahnhöfe investiert. Das zahlt sich aus: Moderne Bahnhöfe – egal ob groß oder klein – die eine hohe Aufenthaltsqualität bieten und gut erreichbar sind, werden von den Kunden gern genutzt und erhöhen die Attraktivität des öffentlichen Schienenverkehrs.

Hannover Hauptbahnhof

Hannover Hauptbahnhof – Der Anziehungspunkt

Hannover Hauptbahnhof innen
Wer sich in Hannover verabreden will, trifft sich „unterm Schwanz“. Das Pferd von Ernst August steht mit seinem eisernen Hinterteil direkt vor dem Prachtportal des Hauptbahnhofs.
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Genug Platz ist hier überall: Für ein Rendezvous, eine Versammlung, eine Demonstration. Mit seinem gewaltigen Vorplatz widerlegt der Verkehrsknotenpunkt der niedersächsischen Landeshauptstadt alle Vorurteile, die Restdeutschland über Hannover gerne pflegt: Die Bürger sollen kühl und zurückhaltend sein? „Nein“, urteilte die Jury der Allianz pro Schiene, „Hannover hat eine wirklich einladende Piazza. Wer hier einsam bleibt, ist selber schuld.“

Bahnhof Lübben – Der mit dem tollen Team

Bahnhof Lübben Kiosk
Manchmal steckt der wahre Wert hinter der Fassade: Im brandenburgischen Lübben stieß die Jury auf ein durch und durch gastfreundliches Bahnhofsteam.
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Eine altdeutsche Gaststätte tischt Spreewälder Spezialitäten auf und schon am Hauptausgang riecht es nach Urlaub. Die Bahnhofsvorsteherin überwacht die Ein- und Ausfahrt der Züge, und ist dann sofort wieder für die Kunden da. Besonders gefiel den Bahnhofstestern der hübsche Fahrradverleih direkt im Bahnhof. Die Betreiberin? Die Vorsteherin von Lübben höchstselbst. Auch bei anderen Punkten der Checkliste bekam das 14.000-Seelen Städtchen Lübben beste Noten: Erscheinungsbild, Kundeninformation, Sauberkeit – da gab es einfach nichts zu meckern.