Der Wettbewerb der Verkehrsträger ist nicht gerecht

Der Personenverkehr auf der Schiene würde viel attraktiver, wenn er nicht mit ungleichen Wettbewerbsbedingungen zu kämpfen hätte. Die Bahn zahlt Stromsteuer, Ökosteuer, EEG-Umlage, Trassenpreise und hat die strengsten Fahrgastrechte aller Verkehrsmittel. Die konkurrierenden Verkehrsträger hingegen genießen eine Reihe von komfortablen Privilegien: So sind Luftverkehr und Binnenschiff von der Mineralöl- und Ökosteuer befreit.

Stichwort: Steuer

Die Eisenbahn zahlt Stromsteuer (den zweithöchsten Satz in ganz Europa), Ökosteuer, EEG-Umlage, und auch für dieselbetriebene Züge werden Steuern fällig: Im Fernverkehr wird im europäischen Vergleich der zweithöchste Satz auferlegt, im Nahverkehr der vierthöchste.

Im grenzüberschreitenden Verkehr wird für den deutschen Streckenteil der volle Mehrwertsteuersatz von 19 % fällig, während Flugtickets für grenzüberschreitende Flüge komplett von der Mehrwertsteuer befreit sind.

Apropos Mehrwertsteuer: In Deutschland ist man im Nahverkehr mit 7 Prozent dabei, im Fernverkehr ab 50 km wird der volle Satz von 19 Prozent fällig. Das muss nicht so sein: Zwei Drittel aller EU-Länder ermäßigen die Steuer massiv oder lassen sie gleich ganz weg, wie z. B. in Dänemark oder Irland.

Stichwort: Maut

Fährt ein Zug auf dem deutschen Schienennetz, muss er einen Trassenpreis zahlen. Er zahlt auch, wenn er im Bahnhof hält, und auch wenn er beispielsweise über Nacht irgendwo abgestellt ist. Der Fernbus als unmittelbarer Gegenspieler zahlt keine Maut auf deutschen Fernstraßen.

Stichwort: Fahrgastrechte

Reisende haben Rechte, das ist auch gut so. Doch während der Bahnkunde schon ab 60 Minuten Verspätung Ansprüche geltend machen kann, muss eine Fluggesellschaft ihren Kunden erst nach drei Stunden Verspätung einen Ausgleich bieten. Auch im Fernbus sind die Fahrgastrechte geringer als bei der Bahn: erst ab zwei Stunden Verspätung und bei einer Strecke von mehr als 250 km wird eine Entschädigung fällig.