Flächenverbrauch: Platzsparend mobil auf der Schiene

Schnellzug fährt über eine Brücke, im Hintergrund Bäume und Rapsfeld, davor eine Autobahn

Freiflächen haben ein ernstes Problem, denn ihre Abnahme wird in Deutschland bislang kaum als Umweltproblem wahrgenommen. Dabei werden jeden Tag hierzulande noch immer rund 81 Hektar zersiedelt, zerschnitten oder asphaltiert. Die Lebensqualität leidet, Pflanzen und Tiere verlieren ihren natürlichen Lebensraum. Hinzu kommt, dass Verkehrsflächen in der Regel versiegelt sind, das heißt, Regenwasser kann nicht mehr in den Boden eindringen und dort versickern. Einer der großen „Flächenfresser“ ist der Verkehr. Pro Jahr nimmt der Verkehrssektor eine Fläche von der Größe der Nordseeinsel Föhr in Beschlag. Aktuell macht die Gesamtverkehrsfläche fast fünf Prozent der Bodenfläche in Deutschland aus. Zum Vergleich: In den dicht besiedelten Niederlanden verbraucht der Verkehr nur 3 Prozent der Landesfläche, in Österreich sogar nur knapp 2,4 Prozent.

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Ziel: Flächenverbrauch reduzieren

Noch Mitte der 70er Jahre betrug der Anteil unzerschnittener und verkehrsarmer Räume in den alten Bundesländern über 22 Prozent, Mitte der 90er Jahre waren es nur noch 14 Prozent. Um diesen Flächenfraß in den Griff zu kriegen, hat die Bundesregierung im April 2002 in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie „Perspektiven für Deutschland“ zum ersten Mal die Bekämpfung des weiteren Landschaftsverbrauchs beschlossen.

Definiertes Ziel: Bis 2020 soll der Landschaftsverbrauch für Siedlungs- und Verkehrsflächen auf maximal 30 Hektar pro Tag gesenkt werden. Immerhin hat sich das Tempo in den letzten Jahren etwas verlangsamt. Mit aktuell 81 Hektar Flächenverbrauch ist der Zielwert aber noch immer weit entfernt.