
Die Güterbahnen haben Mühe, ihre Marktanteile zu behaupten. Die Transportleistung auf der Schiene betrug 2024 rund 136 Mrd. Tonnenkilometer, was einem Marktanteil von 20,2 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 lag der Marktanteil des klimafreundlichen Schienengüterverkehrs bei 18,4 Prozent. In 10 Jahren ist er also lediglich um knapp zwei Prozentpunkte gestiegen. Der Marktanteil des Schienengüterverkehrs steigt also nur sehr langsam. In der aktuellen Wirtschaftskrise sind zudem wieder Rückgänge zu befürchten.
Auch im europäischen Vergleich liegt Deutschland nur im Mittelfeld. Manche europäischen Staaten weisen Marktanteile der Güterbahnen von über 25 % auf.
Das jährlich aktualisierte Standardwerk „Verkehr in Zahlen“, das vom Bundesverkehrsministerium herausgegeben wird, legt für die Berechnung der Marktanteile folgende Parameter zugrunde:
Vier Verkehrsträger werden für den Güterverkehr einbezogen:
Inlandsprinzip: Betrachtet wird der Verkehr auf deutschem Gebiet, bei grenzüberschreitenden Verkehren von und bis zur deutschen Grenze.
Marktanteile können nicht nur verkehrsträgerübergreifend (intermodal) bestimmt werden, sondern auch innerhalb eines Verkehrsträgers (intramodal). In diesem Fall wird nicht der Modal Split berechnet, sondern ausgedrückt, wie sich der Verkehr auf verschiedene Anbieter verteilt (z.B. Anteil der im Wettbewerb zur DB AG stehenden Güterbahnen am gesamten Schienengüterverkehr in Deutschland).
Marktanteil und Verkehrsleistung des Schienengüterverkehrs stehen in direktem Zusammenhang. Die Ergebnisse der Berechnung des Marktanteils hängen von folgendem ab:
Von 2005 bis 2024 ist die Verkehrsleistung auf der Schiene mit +42 % zwar deutlich gestiegen, der Marktanteil ist im selben Zeitraum aber dennoch nur leicht gewachsen (von 16,5 % auf 20,2 %). Das erklärt sich dadurch, dass der gesamte Transportmarkt im gleichen Zeitraum ebenfalls erheblich gewachsen ist, und das ist mengenmäßig vor allem der Lkw-Verkehr. Die Schiene konnte also stärker zulegen als Transporte auf der Straße, aber zu einer eigentlich gewünschten Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene genügt das nicht.
Seit 1995 hat sich die Verkehrsleistung im Schienengüterverkehr beinahe verdoppelt – obwohl im selben Zeitraum das Streckennetz um etwa 12 Prozent geschrumpft ist. Auch die Corona-Pandemie konnte diesen kontinuierlichen Aufwärtstrend nur vorübergehend stoppen. Schon 2021 war der Einbruch der Krisenjahre 2019 und 2020 wettgemacht.
Die Prozentuale Veränderung der Verkehrsleistung der Güterbahnen zeigt das Potenzial des Schienengüterverkehrs. Mit plus 42 % liegt das Wachstum der Verkehrsleistung von 2005 bis 2024 weit über dem des Gesamtmarktes und des Straßenverkehrs. Weit abgeschlagen sind die Binnenschiffe, die mit minus 32,3 % eine starke Abnahme der Verkehrsleistung erfahren haben.