18. Februar 2009

„Regierung muss sich auch um die Schiene kümmern“

Prognose: Güterbahnen leiden stärker unter Wirtschaftskrise als Lkw

Berlin. Die Güterbahnen in Deutschland werden von der aktuellen Wirtschaftskrise wahrscheinlich stärker getroffen als der Lkw-Verkehr. Eine heute veröffentlichte Prognose im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums sagt für das laufende Jahr einen Einbruch der Verkehrsleistung im Schienengüterverkehr um 4,5 Prozent voraus, für den Straßengüterverkehr prognostizieren die Gutachter einen Rückgang der Verkehrsleistung um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Nachdem der Schienengüterverkehr in den vergangenen fünf Jahren jeweils prozentual stärker gewachsen ist als der Lkw-Verkehr sind die Prognosezahlen für 2009 ein Weckruf an die Bundesregierung“, sagte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege am Mittwoch in Berlin. „Die Regierung hat sich in ihren Konjunkturmaßnahmen voll und ganz auf den Straßenverkehr konzentriert. 1,5 Milliarden Euro für Abwrackprämien beim Neuwagenkauf, 500 Millionen Euro für die Entwicklung von Elektroautos, 2.000 Euro pro Lkw für nachgerüstete Partikelfilter. Die Eisenbahnverkehrsunternehmen und die Bahntechnikhersteller sind bislang hinten runter gefallen. Jetzt muss die Regierung sich auch um die Schiene kümmern“, forderte Flege.

Die Allianz pro Schiene hat ein 2-Seiten-Papier mit Maßnahmen erarbeitet, die den umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehr nachhaltig stärken. Flege: „Warum gibt es eigentlich keine Abwrackprämie für alte Dieselloks oder Zuschüsse für Innovationen im Schienenverkehr? Diese Frage werden wir der Politik jetzt vermehrt stellen. Immerhin hängen an den Eisenbahnen in Deutschland rund 900.000 Arbeitsplätze.“

Die „Gleitende Mittelfristprognose für den Güter- und Personenverkehr – Winter 2008/2009″ im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung finden Sie unter http://www.bvu.de/.


Weitere Informationen

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 16 Non-Profit-Verbände zusammengeschlossen: die Umweltverbände BUND, NABU, Deutsche Umwelthilfe und NaturFreunde Deutschlands, die Verbraucherverbände Pro Bahn, DBV und VCD, die Automobilclubs ACE und ACV, die drei Bahngewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL sowie die Eisenbahnverbände BDEF, BF Bahnen, VBB und VDEI. Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 2 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 83 Unternehmen der Bahnbranche.