27. Oktober 2015

Gold am Portal: Marburg bekommt die Messingtafel

Bahnhof des Jahres 2015: Feier für Hessens Siegerbahnhof

Bahnhofsvorplatz Marburg
Wie ein Platzhirsch thront der Bahnhof über dem Vorplatz.

Marburg, den 27. Oktober 2015. Seit dem 27. Oktober können es alle Marburger wetterfest in Messing graviert lesen: Ihr Bahnhof gehört zu den Besten in Deutschland. Um den Titelgewinn beim Wettbewerb „Bahnhof des Jahres 2015“ gebührend zu feiern, reisten Verkehrsexperten und Bahnfreunde gemeinsam mit der Allianz pro Schiene am Dienstag ins hessische Marburg. Im Beisein des Marburger Bahnhofsmanagers Roland Meuschke (Deutsche Bahn) und des Marburger Oberbürgermeisters Egon Vaupel (SPD) enthüllten die Jury-Mitglieder die Ehrentafel am Portal des frisch renovierten Siegerbahnhofs. Für die Jury würdigte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege die Gemeinschaftsleistung von Stadt und Deutscher Bahn beim kundenfreundlichen und blindengerechten Umbau des Bahnhofs als „bundesweit vorbildlich“.
Die 6-köpfige Jury aus Vertretern des Fahrgastverbandes Pro Bahn, dem Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem ACE Auto Club Europa, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club ADFC und der Allianz pro Schiene hatte neben Marburg (Großstadtbahnhof) auch das thüringische Bahnhofs-Duo Obstfelderschmiede/Lichtenhain (Tourismusbahnhof) ausgezeichnet.

Marburg: Der Platzhirsch 

„Wer Marburg mit dem Zug bereist, erlebt ein kleines Wunder: Der dunkle, vom Autoverkehr umbrauste Bahnhof ist verschwunden. Unter den Planen der Baugerüste hat sich der Bahnhof in eine helle, stille Alltagsschönheit verwandelt“, lobte Jury-Mitglied Karl-Peter Naumann von Pro Bahn. „Zur Krönung die-ser Wandlung hat die Stadt dieser neuen Heimstätte intelligenter Mobilität einen großzügigen Bahnhofsvorplatz vor die Füße gezaubert“, urteilte der Bahnhofstester. „Auf Marburgs neuem Vorplatz kommen seit Fertigstellung des Umbaus im Jahre 2014 alle gleichberechtigt zum Zug: Fußgänger, Radfahrer, Busreisende, Autofahrer. Nur der Durchgangsverkehr muss draußen bleiben.“ Naumann sah darin in Marburg ein „erstes Zeichen einer Abkehr vom Primat der autogerechten Stadt: Wenn alle Bahnhöfe in Deutschland solche Entwicklungen zu Wege brächten wie die hessische Studentenstadt, hätte der öffentliche Verkehr gewonnen.“

Die Checkliste immer dabei

Mit dem Wettbewerb „Bahnhof des Jahres“ prämiert die Allianz pro Schiene seit 2004 jährlich die aus Kundensicht preiswürdigsten Bahnhöfe in Deutschland. Ausgezeichnet wird nur, wer nach einer festen Kriterienliste am besten auf die Bedürfnisse der Bürger eingeht: Objektive Erfordernisse wie Kundenin-formation, Sauberkeit, Integration in die Stadt und Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln sind dabei ebenso entscheidend wie ein eher subjektiver Wohlfühlfaktor. Dass schmutzige Toiletten das Aus be-deuten, versteht sich für die Jury von selbst. Die Siegerbahnhöfe der vorigen Jahre waren 2014: Dres-den und Hünfeld, 2013: Göttingen und Oberursel, 2012: Bremen und Aschaffenburg, 2011: Leipzig und Halberstadt, 2010: Darmstadt und Baden-Baden, 2009: Erfurt und Uelzen, 2008: Karlsruhe und Schwe-rin, 2007: Berlin Hauptbahnhof und Landsberg am Lech, 2006: Hamburg Dammtor und Oberstdorf, 2005: Mannheim und Weimar und 2004: Hannover und Lübben.

Video: Statement von Jury-Mitglied Karl-Peter Naumann (1:19 min)