30. September 2013

Die Siegertafel ziert den Bürgerbahnhof am Staffelsee

Bahnhof des Jahres Sonderpreis Tourismus: Feier in Murnau

Im Beisein der Jury enthüllen Helmut Zöpfel (DB, 3.v.l.), Investor Andreas Holzhey (3.v.r.) und Bürgermeister Michael Rapp (2.v.r.) die Siegerplakette.

Murnau, 30. September 2013. Nun haben es die Einwohner des kleinen oberbayerischen Murnau schriftlich: Ab sofort ziert eine große Tafel das Portal des Bahnhofs am Staffelsee: Dort lesen Bürger und Reisende nun dauerhaft in Messing graviert, dass ihr Bahnhof den Sonderpreis Tourismus im Wettbewerb Bahnhof des Jahres gewonnen hat. Bahnfreunde und Politprominenz aus Berlin, Murnau und dem bayerischen Verkehrsministerium feierten am Montag mit der Allianz pro Schiene eine Siegerkür für den mediterran anmutenden Bahnhof, der die sieben-köpfige Jury mit „seiner gastfreundlichen Ausrichtung auf die Bedürfnisse von Touristen“ überzeugt hatte. Im Beisein des bayerischen Verkehrsministers, Martin Zeil (FDP), und dem Vorsitzenden des Tourismusausschusses im Deutschen Bundestag, Klaus Brähmig (CDU), der die Schirmherrschaft für den Sonderpreis Tourismus übernommen hat, enthüllten die Jury-Mitglieder die Messingtafel, die am Portal des Bahnhofs von Murnau angebracht werden soll. Der Murnauer Bahnhofsmanager Helmut Zöpfel (Deutsche Bahn), der aus der Region stammende Investor Andreas Holzhey und der Murnauer Bürgermeister Michael Rapp (CSU) bekamen eine Urkunde für ihre gute Zusammenarbeit beim Umbau des Bahnhofs.

Bahnhof Murnau: Mit Technik und Seele
„Murnau gehört zu den Bahnhöfen, bei denen der Verkauf durch die Deutsche Bahn zu einem glücklichen Ende geführt hat“, sagte Jury-Mitglied Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn. „Während in Deutschland leider weiterhin viele kleine Bahnhöfe verfallen und auch in der Hand von Privatleuten keinen Aufschwung nehmen, hatte der Bahnhof Murnau das Glück, dass die Marktgemeinde Murnau zusammen mit Investor Holzhey die Sache in die Hand genommen hat“, sagte Naumann. „Das Ergebnis kann sich nach zehn Jahren Vorlauf sehen lassen: Nun verfügt die Tourismusregion „Blaues Land“ über einen Bahnhof, der Urlauberherzen höher schlagen lässt“, lobte Iris Hegemann vom Deutschen Tourismusverband. „Ein touristenfreundlicher Automat mit kostenloser Hotelverbindung habe der Jury beim Vorort-Test besonders gefallen.“ Auch Regina Schmidt-Kühner von den Naturfreunden Deutschlands bezeichnete Murnau als „hervorragenden Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren“ am Staffelsee. „Wir Naturfreunde organisieren möglichst viele unserer Veranstaltungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln“, sagte Schmidt-Kühner. Marion Linneberg von der Allianz pro Schiene würdigte vor allem das seelenvolle Innenleben des Murnauer Bahnhofs: „Die rührige Wirtin des Bahnhofscafés bringt genug Gastfreundlichkeit, Tatkraft und Bodenständigkeit mit, um dieses Dornröschen an den Gleisen dauerhaft wach zu halten“, sagte Linneberg.

Der Sonderpreis-Jury gehören Vertreter aus acht Organisationen an: dem Fahrgastverband Pro Bahn, dem Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem Autoclub Europa (ACE), dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), der Allianz pro Schiene, dem Deutschen Tourismusverband (DTV), den Naturfreunden Deutschlands und Fahrtziel Natur. Die Jury vergab den Sonderpreis Tourismus zum zweiten Mal. Sieger im Vorjahr war das sächsische Bad Schandau. Den Titel „Bahnhof des Jahres“ gewannen das hessische Oberursel (Kleinstadtbahnhof) und das niedersächsische Göttingen (Großstadt).

Die Siegerbahnhöfe der vorigen Jahre waren 2012: Bremen und Aschaffenburg, 2011: Leipzig und Halberstadt, 2010: Darmstadt und Baden-Baden, 2009: Erfurt und Uelzen, 2008: Karlsruhe und Schwerin, 2007: Berlin Hauptbahnhof und Landsberg am Lech, 2006: Hamburg Dammtor und Oberstdorf, 2005: Mannheim und Weimar und 2004: Hannover und Lübben.

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