06. Juni 2007

„Dämpfer für Monstertruck-Befürworter in Deutschland“

Verkehrsausschuss des EU-Parlaments gegen Riesen-Lkw

Brüssel/Berlin. Die Allianz pro Schiene begrüßt das Votum der Verkehrspolitiker im Europaparlament gegen die europaweite Zulassung von Riesen-Lkw. „Wir sind sehr erleichtert, dass sich die Europaparlamentarier klar gegen die Einführung von Monstertrucks ausgesprochen haben“, sagte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege am Mittwoch in Berlin in einer ersten Reaktion. Der Verkehrsausschuss des EU-Parlamentes hatte am Dienstag bei der Abstimmung über den so genannten „Cramer-Report“ festgehalten, „dass überlange LKW (so genannte Gigaliner) die Wettbewerbsposition der Schiene weiter untergraben“. Weiter heißt es in dem Beschluss wörtlich: Der Ausschuss „befürchtet, dass eine europaweite Zulassung von Gigalinern den Einzelwagen-Güterverkehr sowie den kombinierten Verkehr zerstören würde und lehnt eine solche daher ab“.

In Deutschland experimentieren nach Allianz pro Schiene-Informationen fünf Bundesländer mit Riesen-Lkw. Erst kürzlich hatte Thüringens Verkehrsminister Andreas Trautvetter im Landtag behauptet, es sei „nur noch eine Frage der Zeit“, wann die Zulassung der Riesen-Lkw „von der EU erzwungen wird“.

„Jetzt sollten diejenigen Bundesländer, die sich bislang für Pilotversuche zur Einführung der 25,25 Meter langen und bis zu 60-Tonnen schweren Lkw ausgesprochen haben, erkennen, dass sie auf dem Holzweg sind“, sagte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer. Ein Teil der Bundesländer versuche momentan, „die bundesweite Einführung von 25-Meter-Lkw durchzudrücken, und als vermeintlichen Kompromiss ein Gewicht von unter 60-Tonnen anzubieten“. Flege: „Auch diese Variante der Monstertrucks lehnen wir klar ab. Sie würde ebenfalls Güterverkehr von der umweltfreundlichen Schiene auf die Straße verlagern und zu hunderttausenden zusätzlichen Lkw-Fahrten in Deutschland führen.“

Während nach Einschätzung der Allianz pro Schiene die 60-Tonnen-Variante in Deutschland durch die bereits erfolgte Positionierung des Bundesverkehrsministeriums „so gut wie politisch tot“ sei, bleibe die Gefahr der Einführung von 25,25 Meter langen und beispielsweise 48 Tonnen schweren Lkw „nach wie vor akut, auch wenn die Befürworter in Deutschland nun durch den Beschluss der EU-Verkehrspolitiker einen Dämpfer erhalten haben“. Zur Zeit sind in Deutschland Lkw lediglich mit einer Länge von 18,75 Metern und einem zulässigen Gesamtgewicht von 40 Tonnen zugelassen.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 16 Non-Profit- Verbände zusammengeschlossen: die Umweltverbände BUND, DUH, NABU und NaturFreunde Deutschlands, die Verbraucherverbände Pro Bahn, DBV und VCD, die Automobilclubs ACE und ACV, die drei Bahngewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL sowie die Eisenbahnverbände BDEF, BF Bahnen, VBB und VDEI. Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 2 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 73 Unternehmen der Bahnbranche.