Themen: Güterverkehr
26. Juli 2005

Matthew Simmons: "Sofort Güter auf die Schiene"

Amerikanischer Erdölexperte: Bald 250 Dollar pro Öl-Fass

Berlin. Erdölexperte Matthew Simmons, Chef einer Investmentbank in Houston und Mitglied der amerikanischen Energie-Task-Force um Vizepräsident Dick Cheney, sieht den Ölpreis in den nächsten Jahren bei 200-250 Dollar pro Fass, wie er dem Schweizer Tagesanzeiger sagte. Sein dringender Rat: „Sofort Lastwagen von den Autobahnen wegnehmen und die Gütertransporte auf die effizientere Schiene und das Wasser verlagern“. Aus Sicht der Allianz pro Schiene ein wichtiges Signal. „Die Zukunft gehört der Schiene. Das spricht sich offenbar langsam auch in konservativen amerikanischen Kreisen herum, die bisher nicht gerade durch Ökolobbyismus aufgefallen sind“, so René Waßmer, Mitglied des Vorstandes der Allianz pro Schiene und Geschäftsführer des Verkehrsclubs Deutschland (VCD).

Laut Simmons kann die weltweite Ölförderung mit der stetig steigenden Nachfrage nicht mehr Schritt halten. Immer neue Verbraucherländer, allen voran China, verschärfen das Problem. Zudem sind die vorhandenen Ölvorräte offenbar knapper als bisher angenommen. Die logische Folge in einem marktwirtschaftlichen System: der Ölpreis explodiert. Die Auswirkungen des Preisdrucks spüren die Autofahrer an den Tankstellen. Denn 70 Prozent des Öls wird weltweit im Straßenverkehr verbraucht.
„Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass die bisherige straßen- und autofixierte Politik in eine Sackgasse führt. Umso dringlicher ist es, verstärkt umweltfreundlichere Verkehrsträger wie die Schiene zu fördern, anstatt sie finanziell weiter zu beschneiden“, so René Waßmer.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 15 Non-Profit- Verbände zusammengeschlossen, darunter die Umweltverbände BUND, NABU und NaturFreunde Deutschlands, die Verbraucherverbände Pro Bahn und VCD, die Automobilclubs ACE und ACV, sowie die drei Verkehrsgewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL. Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 1,5 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 56 bahnnahen Unternehmen.