03. November 2016

Nerven aus Stahl: Bauleiterin Ahmed baut Gleise bei Spitzke SE

Handav Ahmed, Bauleiterin beim Gleisbauer Spitzke SE

 

Handav Ahmed (32) ist Bauleiterin bei Spitzke und behält auch bei Stress stets den Überblick.

Handav Ahmed kommt aus einer richtigen Ingenieursfamilie. Kein Wunder, dass sie sich auch schon als Kind für die Baustelle interessierte. „Mein Vater hat unser Haus selbst gebaut und mich oft auch auf andere Baustellen mitgenommen. Auch später hat er mich immer motiviert, meinen Weg zu finden.“ So wurde Handav Ahmed die erste Frau in der Familie, die auf einer Baustelle arbeitet.

Handav Ahmeds Faszination für die Baubranche hat noch einen weiteren Grund. Als sie zehn Jahre alt war, floh ihre Familie vor dem Golfkrieg aus dem Irak. „Ich habe viel Zerstörung gesehen. Vielleicht wollte ich darum einen Beruf, in dem man etwas aufbauen kann.“ Dass sie ausgerechnet Gleise bauen würde, überraschte Handav Ahmed dann aber selbst.

Faszination Gleisbau

Der Familientradition gemäß studierte sie zunächst Bauingenieurwesen. „Durch Videos im Internet bin ich eher zufällig auf den Bereich Gleisbau aufmerksam geworden. Das hat mich gleich fasziniert.“ Im Vertiefungsfach wählte Handav Ahmed darum Schienenverkehr und absolvierte ihr berufspraktisches Semester bei einer Gleis- und Tiefbaufirma. „Leider konnte ich aus der Zeit nur wenige Eindrücke mitnehmen, da gerade Winter war.“ Es standen nur kleinere Reparaturarbeiten auf dem Programm.

„Nach dem Bachelorabschluss wollte ich mich noch einmal beweisen.“ Theorie hin oder her, jetzt wollte Handav Ahmed selbst aktiv werden. Darum bewarb sie sich bei der Unternehmensgruppe Spitzke als Bauleiterin. „Für mich war das ein ganz anderes Level. Von Anfang an wurde mir viel Vertrauen entgegengebracht. Bei Spitzke muss ich Entscheidungen treffen und bin persönlich für eine Baustelle verantwortlich.“ Dafür braucht man starke Nerven, schließlich muss jeder Griff sitzen. Und die Uhr läuft. „Wir arbeiten in knappen Sperrpausen, für Höflichkeitsfloskeln bleibt da nicht immer Zeit.“

Im Video: Frauen in der Bahnbranche stellen sich vor

Tolles Team bei Spitzke

Handav Ahmed achtet trotzdem auf einen harmonischen Umgang mit den Kollegen bei Spitzke. „Wenn man mehrere Kolonnen unter einen Hut bringen will, muss man selbstbewusst auftreten.“ Nur so können alle am gleichen Strang ziehen. „Ich habe wirklich ein tolles Team an meiner Seite, gemeinsam haben wir schon viele große Projekte gestemmt.“ Darum blickt Handav Ahmed auch dem nächsten großen Einsatz auf der Schnellfahrtstrecke zwischen Göttingen und Hannover ganz entspannt entgegen.

Der Sommer ist die Hochsaison des Gleisbaus. Nachtschichten und mehrwöchige Montagefahrten sind keine Seltenheit. „Manchmal sehen mein Mann und ich uns über Wochen nur zwischen Tür und Angel. Ab Oktober ist es aber ruhiger, und wir können alles nachholen.“ Handav Ahmed nutzt ihre Freizeit dann gerne zum Reisen. „Ich mag es, neue Menschen und Kulturen kennenzulernen.“ Die nächste Tour nach Spanien ist schon geplant.

Ein ruhigerer Job wäre für Handav Ahmed nicht das Richtige. Schon während sie einen Einsatz im Büro plant, kribbelt es in den Fingern. „Ich mag die Abwechslung. Eine Baustelle hängt von so vielem ab: Dem Wetter, der Umgebung, den Kollegen.“ Routine kommt da so schnell nicht auf. „Dieser Job ist sehr spannend. Höchste Zeit, dass mehr Frauen ihn entdecken.“

Das macht Spitzke SE in Punkto Chancengleichheit: Mitglied Frauennetzwerk Allianz pro Schiene, Teilnahme am GirlsDay, Schaffung Infrastruktur in Werkstätten für weibliche Beschäftigte.

Händeringend gesucht: Bauleiter (m/w), Leiter Personalverwaltung (m/w), Mitarbeiter in der Angebotssteuerung (m/w), Mitarbeiter im Bereich des Rechnungswesens (m/w).

Das Frauennetzwerk der Allianz pro Schiene unterstützt und vernetzt Unternehmen beim Thema Frauenförderung und Chancengleichheit.