Frauen, kommt zur Bahn!

Das Frauennetzwerk der Allianz pro Schiene

Die Bahnbranche gehört zu den klassischen Männerdomänen. Aber muss das so bleiben? Das fragten sich führende Managerinnen der Branche und gründeten unter dem Dach der Allianz pro Schiene ruckzuck ein Frauennetzwerk.

Wer die Suchmaschine Google nach einer „Verkehrsministerin“ fragt, bekommt eine Gegenfrage: „Meintest du Verkehrsminister?“ Der Algorithmus ist unbestechlich und er bildet – politisch unkorrekt – die Realität ab. Nicht dass Frauen in Deutschland nichts zu sagen hätten: Im Kanzleramt, im Verteidigungsministerium oder in den Spitzengremien der Parteien sitzen Frauen schon lange in der ersten Reihe. Nur den Ministersessel im Bundesverkehrsministerium hatte im Autoland Deutschland seit Anbeginn der demokratischen Zeitrechnung immer ein Mann inne.

Auch die Wirtschaft im Bereich Verkehr liegt fest in Männerhand. Das gilt nicht nur für die Automobilindustrie, sondern auch für die Eisenbahnbranche. Nach einer Statistik des europäischen Eisenbahnverbandes CER kommt die Bahnbranche in verschiedenen EU-Ländern im Durchschnitt auf einen Frauenanteil von knapp 20 Prozent. Damit gehört die Eisenbahn zu den klassischen Männerdomänen. Sie schlägt sich damit gar nicht einmal schlecht: Zum Vergleich: Die Bundeswehr bringt es in ihren Reihen nur auf 10 Prozent Frauen.

Doch es gibt Frauen, denen „gar nicht schlecht“ nicht gut genug ist. Susanne Kortendick, Personalchefin und Vorständin von Bombardier Transportation, zum Beispiel. Warum wählen so wenige Mädchen einen technisch orientierten Beruf? Warum besetzen sie dann später nur zögerlich freie Führungspositionen? Und warum könnte die Eisenbahn von einem höheren Frauenanteil profitieren? Um diese Baustellen anzugehen, gründete die Bombardier-Managerin im Vorstand der Allianz pro Schiene ein unternehmensübergreifendes Frauennetzwerk. Pünktlich zur Eisenbahnmesse InnoTrans 2016 stellt sich das frischgegründete Frauennetzwerk der Öffentlichkeit vor.

Video: Die Bahnbranche – Zukunftsperspektive für Frauen! (4:59 min.)

Was wir tun

Unser Frauennetzwerk unterstützt die Unternehmen der Bahnbranche durch einen Erfahrungsaustausch zum Thema Frauenförderung und Chancengleichheit von Frauen und Männern. Nach unserer Erkenntnis sind diese Themen in der Bahnbranche praktisch noch nicht angekommen, während in der Theorie große Bereitschaft und Offenheit vorhanden ist.

Wir sehen ganz konkrete Möglichkeiten, die Voraussetzungen für gleiche Chancen bei der Karriereplanung von Frauen in den Unternehmen der Bahnbranche zu schaffen. Anhand erfolgreicher Vorbilder und durch den Austausch mit Ministerien, Behörden und anderen Frauennetzwerken, zeigen wir der Bahnbranche, wie Chancengleichheit funktionieren kann. Außerdem entwickelt das Frauennetzwerk Fördermöglichkeiten und gemeinsame Projekte.

Am Frauennetzwerk nehmen Geschäftsführerinnen und leitende Mitarbeiterinnen, z. B. der Personalabteilungen, Strategieabteilungen oder Kommunikationsabtei­lungen und auch Frauenbeauftragte der Unternehmen der Bahnbranche teil.

Video: Das Frauennetzwerk der Allianz pro Schiene (1:30 min.)

Unsere Leitfragen

  • Wie lassen sich Mädchen für technische Berufe bei der Eisenbahn begeistern?
  • Was sind die tieferen Ursachen dafür, dass Frauen sich weniger für Technik interessieren?
  • Wie steht es mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf?
  • Wie schaffen wir eine emotionale Ansprache für unsere Branche?
  • Wie gehen wir mit dem schlechten Image der Eisenbahn um?
  • Brauchen wir eine Frauen-Quote für Führungskräfte? Hier gibt es einige Pro und Kontra Argumente.
  • Welche Ziele und Maßnahmen zur Chancengleichheit von Frauen und Männer sind für die Unternehmen wünschenswert?

Haben Sie Interesse an unserem Frauennetzwerk?

Sie haben weitere Fragen oder möchten sich dem Frauennetzwerk der Allianz pro Schiene anschließen? Kontaktieren Sie uns.