Themen: Güterverkehr
20. März 2017

Raus aus dem Stau, ab auf die Schiene

Unterwegs im Kombinierten Verlehr: Der Gleisanschluss der Krones AG im Hauptwerk in Neutraubling

Weltweit setzen Getränkehersteller auf die Abfüllanlagen der Krones AG. Ob Bier, Wein, Saft oder Softdrink, jeden Tag werden Millionen von Flaschen, Dosen und Bechern mit Krones-Anlagen befüllt. Nachhaltigkeit spielt für das Unternehmen eine wichtige Rolle, Krones-Anlagen mit dem enviro-Siegel wurden vom TÜV Süd für ökoeffiziente Produktion zertifiziert. Aber auch beim Transport setzt sich Krones für unsere Umwelt ein. Denn seit Anfang 2016 hat das Krones-Hauptwerk in Neutraubling bei Regensburg seinen eigenen Gleisanschluss. Von dort rollen täglich Waggons mit Maschinen- und Zubehörteilen in den Hamburger Hafen. Im KRONES Logistik HUB werden sie gesammelt und dann in alle Welt verschifft. Pro Jahr spart Krones so 1.750 Lkw-Fahrten. Und jede Menge Nerven. „Die Autobahnen sind voll, gerade im Raum Regensburg. Neben den Klimavorteilen sind die vielen Staus ein weiterer Grund für uns gewesen, unsere Transporte auf die Schiene zu verlagern“, erklärt Logistik- Projektleiter Stefan Eigenstetter.

Von Neutraubling in den Hamburger Rosshafen

125 Meter misst der Gleisanschluss von Krones in Neutraubling. Der Platz reicht genau für fünf große Waggons. Um 8 Uhr morgens machen sich die Maschinenteile auf die Reise in den Norden und der Logistikdienstleister, die DB Cargo AG, stellt direkt die nächsten leeren Waggons auf dem Krones-Gleis bereit. In Regensburg werden die Waggons in einen längeren Zug eingereiht, die Fahrt nach Hamburg dauert dann rund einen Tag. Im Rosshafen werden die Maschinenteile zwischengelagert, bis sie per Schiff zum Beispiel nach Angola, Kanada oder Vietnam weiterverfrachtet werden.

Möglich wurde die Verkehrsverlagerung durch das neue Logistik HUB im Hamburger Hafen, in dem die Waren gesammelt und zwischengelagert werden. Die engen Zeitfenster für das Verschiffen machten der Logistik bisher regelmäßig zu schaffen.

Eine gute Investition für die Krones AG

„Der Bahntransport ist für uns gut planbar. Außerdem sorgen wir so für weniger Lkw-Verkehr.“, sagt Eigenstetter. Die Transportverlagerung hat das Unternehmen einen großen Schritt näher an das selbst gesteckte Ziel gebracht, CO2-Emissionen bis 2020 um 40% zu reduzieren. Dabei denkt Krones auch an seine Kunden, denn vermehrt stellen Getränkehersteller Nachhaltigkeitsforderungen auch an den Lieferanten der Abfüllanlagen.

450.000 Euro kostete der eigene Gleisanaschluss. Nach Abschluss der Baumaßnahmen beantragte Krones beim Bund Gleisanschlussförderung, sodass ein Teil der Kosten erstattet wird. Bei der Antragstellung sowie bei der Planung und der Bauüberwachung wurde Krones von der AnschlussBahnProfis Ingenieurbüro GmbH unterstützt, die ihren Kunden ein Rundum-Sorglos Paket für den Gleisanschluss bieten. Doch bei aller Unterstützung will so eine Investition gut überlegt sein. Bei Krones hatte man zunächst Bedenken, wie die langfristige Versorgung des Gleisanschlusses gesichert werden könne. Denn mit nur fünf Waggons pro Tag ist das Unternehmen darauf angewiesen, dass diese in einen ganzen Zug integriert werden. Die Lösung: Ein langfristiger Bedienvertrag mit DB Cargo.

Nächster Halt: Bremerhaven

Noch stockt der Transport an manchen Tagen, dann lassen die neuen leeren Güterwagen auf sich warten. „Das kann unsere Abläufe dann schon mal durcheinander bringen“, sagt Stefan Eigenstetter. Dennoch überwiegen für den Logistik-Projektleiter die positiven Aspekte: „Ich bin mir sicher, die Trasnportverlagerung ist für Krones der richtige Weg.“ Gerne würde er den Schienenanteil weiter erhöhen, beispielsweise auf zehn Waggons pro Tag. Krones bereitet sich schon auf diesen Schritt vor: Derzeit wird ein neues Logistikzentrum in Bremerhaven aufgebaut, sodass dort ebenfalls Waren nach dem Schienentransport zwischengelagert werden können.

Die Fakten im Überblick

ProduktGetränkeabfüllanlagen und Zubehör
Verlagerte Tonnage5.580 Tonnen im Jahr, entspricht 1.750 Lkw
UnternehmenKrones AG
Motivation für VerlagerungVermeidung von Staus, CO2-Reduktion
VerlagerungszeitpunktMärz 2016
StreckeVon Neutraubling nach Hamburg
Streckenlänge700 km
 Transportunternehmen DB Cargo

 

Dieses Logistik-Portrait ist Teil des Projekts „Klima Dialog: Mehr Klimaschutz mit Schienenverkehr“