28. Juni 2018

Bahnverbände begrüßen Trassenpreissenkung

Wichtiger erster Schritt für Güterverkehr/ "Rahmenbedingungen müssen verbessert werden"

740-Meter-Züge ersetzen beim Gütertransport bis zu 52 Lkw. Das Umweltbundesamt springt jetzt den Güterbahnchefs bei. Auch die Verkehrsminister debattieren in Stuttgart die Vorteile eines Netzausbaus.
Die Trassenpreishalbierung im Güterverkehr ist ab dem 1. Juli beschlossene Sache. Ein "wichtiger erster Schritt", meinen die Bahnverbände.

Berlin, den 28. Juni 2018. In seiner gestrigen Sitzung hat der Haushaltsausschuss des Bundestages einer Senkung der Trassenpreise für den Schienengüterverkehr in Höhe von 175 Millionen Euro für 2018 zugestimmt. Damit könnten die Trassenkosten der Güterbahnen noch in diesem Jahr nahezu halbiert werden. Die Verbände der Eisenbahnbranche begrüßen diesen Beschluss als wichtigen ersten Schritt für mehr Wettbewerbsfähigkeit der Schiene durch günstigere Preise und Modernisierungsinvestitionen. Zugleich weist das Verbändebündnis darauf hin, dass die Rahmenbedingungen für die Eisenbahnen in Deutschland weiter verbessert werden müssen. Um das angestrebte Ziel einer Verdopplung der Fahrgastzahlen bis 2030 zu erreichen, sei insbesondere die Senkung der Trassenpreise auch im Personenverkehr dringend nötig.

Trassenpreissenkung auch im Personenverkehr gefordert

Die jüngsten Zahlen von Destatis für den Schienengüterverkehr zeigen zudem, dass dessen Marktanteil 2017 erneut gesunken ist. Bis die Fahrgäste und Güterbahnen also den von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer angekündigten „Wow-Effekt“ bei der Eisenbahn wirklich spüren, gibt es aus Sicht der Bahnverbände für Politik und Branche noch einiges zu tun. Neben der für 01. Juli vorgesehenen Trassenpreissenkung im Schienengüterverkehr sehen die Verbände daher zusätzlichen Handlungsbedarf und erinnern an ihre drei Kernforderungen: die Senkung der Trassenpreise im gesamten Schienenverkehr, eine klare Agenda für den Deutschlandtakt und eine gezielte Förderung von Innovationen im gesamten Eisenbahnbereich.

Eisenbahnthemen auf der Agenda des Bundes

Im Koalitionsvertrag, so die Verbände, seien zahlreiche gute Richtungsentscheidungen für eine Stärkung des Schienensektors vereinbart worden. Diese müssten nun zeitnah umgesetzt werden. Hilfreich sei dabei die Ernennung des parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann zum Beauftragten der Bundesregierung für Schienenverkehr. Damit sei gewährleistet, dass die Eisenbahnthemen auf der bundespolitischen Agenda nun deutlich weiter oben stünden und mit entsprechendem Nachdruck abgearbeitet würden.

Weitere Informationen:

Die drei Kernforderungen der Eisenbahnverbände

PDF der gemeinsamen Pressemitteilung von

Allianz pro Schiene e. V. · Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des SPNV e. V. (BAG-SPNV) · mofair e. V. · Netzwerk Europäischer Eisenbahnen e. V. (NEE) · Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e. V. · Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V. (VDV) · Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD)  · Verband der Güterwagenhalter in Deutschland e. V. – VPI