04. Juni 2012

Berliner am sparsamsten, Sachsen-Anhalt Schlusslicht

Verkehrsfläche größer als Thüringen, Berlin und Hamburg zusammen

Trotz stagnierender Bevölkerungszahl wächst die Verkehrsfläche von Jahr zu Jahr weiter.

Anlässlich des heute vom Naturschutzbund NABU ausgerufenen „30-Hektar-Tages“ hat die Allianz pro Schiene auf die weiterhin wachsende Verkehrsfläche in Deutschland hingewiesen. „Trotz einer stagnierenden Bevölkerungszahl in Deutschland wächst die für Verkehrszwecke verbrauchte Fläche von Jahr zu Jahr weiter“, sagte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege am Montag in Berlin. „Mittlerweile ist die Verkehrsfläche mit 17.931 km2 größer als die drei Bundesländer Thüringen, Berlin und Hamburg zusammen“, so Flege. Vom Jahresende 2005 bis zum Jahresende 2010 sei die für den Verkehr zugebaute Fläche um 2,25 Prozent gewachsen, was einer Ausdehnung von täglich 22 Hektar entspreche.

Laut Statistischem Bundesamt werden in Deutschland täglich insgesamt 87 Hektar Natur verbraucht. In dieser Zahl sind neben der Verkehrsfläche zusätzlich noch der Flächenverbrauch für den Bau weiterer Häuser und Gewerbegebiete enthalten (so genannte „Siedlungs- und Verkehrsfläche“). Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Siedlungs- und Verkehrsflächenverbrauch bis zum Jahr 2020 von derzeit 87 auf täglich 30 Hektar zu reduzieren.

Anstieg Verkehrsfläche und Entwicklung der Bevölkerung
2005 – 2010, indexierte Darstellung 2005 = 100 %

Das Bundesland, das seinen Verkehrsflächenverbrauch am besten manage, ist nach einer Untersuchung der Allianz pro Schiene der Stadtstaat Berlin. Zwar sei auch in der Hauptstadt die für Verkehrszwecke umgewidmete Fläche seit Ende 2005 um 0,6 Prozent angewachsen, die Bevölkerungszahl habe jedoch mit 1,9 Prozent stärker zugelegt. „Berlin und Hamburg sind die einzigen Bundesländer, in dem die Bevölkerung in den vergangenen fünf Jahren schneller gewachsen ist als die Verkehrsfläche. Alle anderen Bundesländer hatten ein überproportionales Wachstum der Verkehrsfläche“, sagte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer. Flege: „Am schlechtesten schneiden die ostdeutschen Flächenländer ab, insbesondere Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Dort wird für immer weniger Menschen immer mehr Asphalt verbaut.“

Der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer forderte, Bund und Länder müssten ihre Infrastrukturpolitik stärker am 30-Hektar-Ziel der Bundesregierung ausrichten. „Der öffentliche Verkehr verbraucht deutlich weniger Fläche als der motorisierte Individualverkehr. Dies muss die öffentliche Hand beim Neubau von Verkehrswegen stärker als bislang berücksichtigen.“

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