22. August 2005

Allianz pro Schiene: "Endlich Kostenwahrheit schaffen"

Straßenunfallzahlen des Statistischen Bundesamtes für 2004

Berlin. Aus Anlass der Veröffentlichung der Straßenunfallzahlen für das Jahr 2004 durch das Statistische Bundesamt fordert das Schienenbündnis Allianz pro Schiene die betroffenen Ministerien, Versicherungen und Statistiker auf, endlich für Kostenwahrheit bei Unfall- und Umweltschäden zu sorgen. Die zentrale Forderung des Schienenbündnisses: „Die vom Verkehr durch Unfall- und Umweltschäden verursachten Kosten müssen generell von den Verursachern getragen werden. Nichtverursacher werden auf diese Weise finanziell entlastet. Eine verursachergerechte Zuordnung stärkt zudem den umweltfreundlichen und sicheren Verkehrsträger Schiene“, so Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. „Trotz des in den letzten Jahren erfreulichen Rückganges bei den Verkehrstoten auf der Straße ist die Schiene noch immer mit Abstand das sicherste Verkehrsmittel“, so Flege weiter.

Eine weitere zentrale Forderung: Es muss mehr Transparenz bei den Folgekosten des Verkehrs geschaffen werden. „Im ersten Schritt müssen die Unfallfolgekosten für alle Verkehrsträger offen gelegt werden. Dies setzt voraus, dass Krankenkassen in Zukunft Verkehrsunfallkosten getrennt nach Verkehrträgern erfassen und veröffentlichen“, so Flege. Auch in der Unfallstatistik des Statistischen Bundesamtes müssen künftig bei allen Verkehrsträgern die Opferzahlen in Beziehung zur Verkehrsleistung gesetzt werden.
„Unsere Bemühungen in dieser Richtung stoßen bisher leider auf taube Ohren. Offenbar hat bisher niemand der Angesprochenen ein Interesse am Thema Kostenwahrheit im Verkehr“, so Dirk Flege.

Dabei werden den Steuer- und Krankenkassenzahlern sowie den kommenden Generationen Milliardenbeträge aufgebürdet, die vom motorisierten Straßenverkehr verursacht werden.
Ein großer Teil der Unfallkosten ist durch keine KFZ-Versicherung gedeckt, sondern wird von der Allgemeinheit getragen. Würde man alle Unfallkosten den jeweiligen Verkehrsträgern anlasten, könnten die Krankenkassen und damit die Beitragszahler um jährlich 5 Milliarden Euro entlastet werden.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 15 Non-Profit- Verbände zusammengeschlossen, darunter die Umweltverbände BUND, NABU und NaturFreunde Deutschlands, die Verbraucherverbände Pro Bahn und VCD, die Automobilclubs ACE und ACV, sowie die drei Verkehrsgewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL. Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 1,5 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 56 bahnnahen Unternehmen.