Themen: Infrastruktur
11. Dezember 2003

Eigenheimzulage für Wohnen mit Kind und ohne Auto

Kompromissvorschlag zur Eigenheimzulage:

Im Zusammenhang mit der zur Zeit im Vermittlungsausschuss diskutierten Abschaffung der Eigenheimzulage hat die Allianz pro Schiene eine neue Lösung vorgeschlagen: Gefördert werden sollten nur noch Haushalte mit mindestens einem Kind und ohne Auto. Mit dieser Reform der Eigenheimzulage könnten nach Angaben der Allianz pro Schiene soziale und ökologische Politikziele erreicht werden: Familienförderung und nachhaltige Siedlungsentwicklung.

„Die CDU blockt bei der Streichung der Eigenheimzulage mit der Begründung, Familien müssten gefördert werden. Tatsächlich wird die Zulage nicht für Kinder, sondern für den Garagenbau ausgegeben“, erklärte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. In 3- oder 4-Personenhaushalten gebe es oft mehr Autos als Kinder. Autofreie Wohnprojekte, „ohne Stress durch Verkehrslärm und Abgase, und ohne Angst, die Kinder zum Spielen auf die Strasse zu lassen“, seien kinderfreundlicher als die „obligatorische Doppelgarage“, so Flege. Autofreie Wohngebiete in Hamburg, Freiburg, Münster und München erfreuten sich großer Beliebtheit, was lange Wartelisten belegten.

Die vorgeschlagene Reform der Eigenheimzulage würde nach Auffassung der Allianz pro Schiene zudem dafür sorgen, dass Familien stärker berücksichtigt würden, die tatsächlich einer Förderung bedürfen. Es sei zu erwarten, dass sich nicht alle Bauherren für autofreies Wohnen entscheiden. Dies vermindere den Kreis der Geförderten und erweitere den finanziellen Handlungsspielraum. Flege: „Wenn jemand eine staatliche Bauförderung bekommt, sollte es sozial und ökologisch begründet sein.“

Die Allianz pro Schiene wies auf den „besorgniserregenden“ Flächenverbrauch in Deutschland hin. Täglich würden nach wie vor 117 Hektar für Siedlungs- und Verkehrsflächen zugebaut. Allein der Verkehr beanspruche mittlerweile eine Fläche in der Größe des Landes Thüringen. „Die bisherige Eigenheimzulage fördert den Flächenverbrauch und muss ökologisch umgestaltet werden“, betonte der Geschäftsführer des Schienenbündnisses. Die von Autos beanspruchte Fläche in Deutschland sei inzwischen größer als alle Wohnflächen. Die Kopplung der Eigenheimzulage an autofreies Wohnen stärke den öffentlichen Verkehr und vermindere so den Flächenverbrauch.

Die Allianz pro Schiene ist ein Zusammenschluss von 16 Non-Profit-Organisationen, darunter die Umweltverbände BUND und NABU, und 35 Wirtschaftsunternehmen.