Themen: Infrastruktur
23. Januar 2003

Krankenkassen von Straßenunfallkosten entlasten

Externe Kosten des Verkehrs müssen Verursacher tragen:

Die Allianz pro Schiene begrüßt die Überlegungen von Bundesgesundheitsministerin Schmidt, bestimmte Risikogruppen aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen auszunehmen und fordert die Regierung zu einem umfassenden Ansatz auf, der die Unfallkosten des Verkehrs vollständig den Verursachern anlastet. „Es reicht nicht aus, einzelne Verkehrsteilnehmer, wie zum Beispiel Motorradfahrer, als Risikogruppe einzuschätzen. Alle Teilnehmer des Straßenverkehrs sind eine Risikogruppe“, erklärt Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege.

Die Allianz pro Schiene verweist auf den rot-grünen Koalitionsvertrag. Darin heißt es wörtlich: Die Preise der Mobilität sollten sich nach den verursachten Kosten richten. „Nur so kommen auch die Sicherheitsunterschiede der einzelnen Verkehrsmittel positiv zum Tragen“, erläutert Flege. Die Bahn sei laut Unfallstatistik 2001 37 mal sicherer als die Straße. Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen haben im Jahr 2001 Unfälle auf der Straße allein den Krankenkassen rund 2 Milliarden Euro Kosten verursacht. Hinzu kommen die ebenfalls erheblichen Lohnersatzleistungen, die mit dieser Zahl noch nicht erfasst werden.

„Angesichts leerer Gesundheitskassen und steigender Beiträge kann es nicht angehen, dass der Straßenverkehr ausgerechnet über die Krankenkassen subventioniert wird“, so Flege. Statt dessen sollten spezielle Versicherungen für die Verkehrsteilnehmer ausgeweitet werden. Schließlich lägen exakte Unfallstatistiken vor, anhand derer die Versicherungswirtschaft den benötigten Leistungsumfang genau berechnen könne.

Die Allianz pro Schiene ist ein Zusammenschluss von 16 Non-Profit-Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Verbraucher und Arbeit, sowie 30 Unternehmen der bahnnahen Wirtschaft.