Themen: Güterverkehr
16. April 2019

Bundesrechnungshof übt deutliche Kritik am Gigaliner

BMVI soll Fakten liefern „um sachgerechte Entscheidungen treffen zu können“

Allianz pro Schiene akzeptiert Verwaltungsgerichts-Urteil zur Gigaliner-Zulassung

Gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe und dem BUND warnt die Allianz pro Schiene schon seit vielen Jahren vor den Gefahren des Gigaliners. Nun hat der Bundesrechnungshof die Zulassung der Riesen-Lkw geprüft – und fällt ein vernichtendes Urteil: Der vom Bundesverkehrsministerium (BMVI) veranlasste Feldversuch sowie die wissenschaftliche Begleitung hätten nur unzureichende Erkenntnisse in wichtigen Sicherheits- und Infrastrukturfragen geliefert.

Problematisch sei laut Bundesrechnungshof etwa das Parken auf Rastanlagen sowie die Sicherheit in Tunneln, denn diese seien nicht auf die Überlänge der Lastwagen ausgelegt. So sind etwa die Nothaltebuchten viel zu klein für Gigaliner. Auch die erhöhte Brandlast, das Durchfahren von Kreisverkehren und Baustellen sowie das Überholen auf Landstraßen sei aus Verkehrssicherheitsperspektive äußerst problematisch.

Bundesrechnungshof fordert verlässliche Zahlen zu Gigalinern

Der Bundesrechnungshof hält es daher für unerlässlich, dass das Bundesverkehrsministerium die Zahl der Riesen-Lkw genau erfasst. Derzeit ist dem Bundesverkehrsministerium nämlich überhaupt nicht bekannt, wie viele Riesen-Lkw in Deutschland unterwegs sind und welchen Umfang das vom BMVI selbst genehmigte Streckennetz aufweist.

Folgen für Verkehrssicherheit & Infrastruktur müssen untersucht werden

Bei einer steigenden Anzahl von Riesen-Lkw sollten die Folgen für Verkehrssicherheit und Infrastruktur weiter untersucht werden, raten die Experten des Rechnungshofs. Anders sei es nicht möglich, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen und die zusätzlichen Ausgaben für die Straßeninfrastruktur einzuschätzen. Ungewöhnlich deutlich werden die Prüfer in ihrem Fazit: „Das BMVI benötigt Fakten und nicht nur Vermutungen, um sachgerechte Entscheidungen treffen zu können.“

Kritik am Gigaliner: Gefahr für Mensch und Umwelt

Gigaliner sind über 25 Meter lang und bis zu 44 Tonnen schwer. Seit dem 1. Januar 2017 fahren die umstrittenen Lang-Lkw in Deutschland offiziell im Regelbetrieb. Die Fahrzeuge sind nicht nur eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer und eine Belastung für die Steuerzahler, sie Verbilligen auch den Lkw-Verkehr und verlagern Transporte von der Schiene zurück auf die Straße.

 

Sie sind auch gegen die Ausweitung der Riesen-Lkws? Dann schicken Sie jetzt eine fertige Protestmail an Ihren Verkehrsminister: https://keine-gigaliner.de/

 

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