10. September 2009

„Öffentlicher Verkehr wird immer wichtiger“

Tiefensee: Keine Kürzung der Regionalisierungsmittel

Berlin. Auf einer Veranstaltung der Allianz pro Schiene zur Vorstellung der erfolgreichsten Regionalbahnen in Deutschland hat Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Donnerstag in Berlin zugesagt, dass nach der Bundestagswahl keine Kürzung der Bundesmittel zur Bestellung des regionalen Eisenbahnverkehrs zur Debatte stehe.

„Ich werde mich weiter gemeinsam mit der Allianz pro Schiene für den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs einsetzen. Die Regionalisierungsmittel müssen auch in Zukunft um mindestens 1,5 Prozent jährlich steigen. Dabei darf es keine Abstriche geben“, sagte Tiefensee und sprach von einem „Paradigmenwechsel hin zu mehr öffentlichem Verkehr“, der Deutschlands Städten und Regionen künftig bevorstehe. „Wir müssen den regionalen Schienenverkehr gegenüber dem Individualverkehr noch attraktiver gestalten „, sagte der Minister und lobte die 15 von der Allianz pro Schiene ausgewählten Regionalbahnen als „Benchmarks der Branche“. Dass bei der Berliner S-Bahn zur Zeit vieles schief laufe, sei in Deutschland zum Glück eine Ausnahme, sagte Tiefensee mit Blick auf die nordrheinwestfälische Regiobahn, die Usedomer Bäderbahn oder die Bayerische Oberlandbahn, die in den vergangenen Jahren sagenhafte Fahrgastzuwächse von mehreren Hundert Prozent einfahren konnten.
Der Allianz pro Schiene-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel begrüßte das deutliche Bekenntnis der Bundesregierung zur Ausstattung des regionalen Schienenverkehrs. Der Minister habe sich damit merklich der Allianz pro Schiene-Forderung angenährt, die Regionalisierungsmittel um jährlich 2,5 Prozent aufzustocken. „Das geht in die richtige Richtung“, sagte Hommel und betonte zugleich, dass die Erfolge der Regionalbahnen nicht ohne Personal zu haben seien. „Die Mitarbeiter sind es, die einen guten Job gemacht haben.“

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 16 Non-Profit- Verbände zusammengeschlossen: die Umweltverbände BUND, NABU, Deutsche Umwelthilfe und NaturFreunde Deutschlands, die Verbraucherverbände Pro Bahn, DBV und VCD, die Automobilclubs ACE und ACV, die drei Bahngewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL sowie die Eisenbahnverbände BDEF, BF Bahnen, VBB und VDEI. Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 2 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 93 Unternehmen der Bahnbranche.