Themen: Umwelt
17. Juni 2005

Gutachten lesen und umsteigen auf die Schiene

Allianz pro Schiene zum Sondergutachten Umwelt und Straßenverkehr:

Berlin. Mit Zustimmung hat die Allianz pro Schiene das heute vorgestellte Sondergutachten Umwelt und Straßenverkehr des Sachverständigenrates für Umweltfragen aufgenommen. „Die vom Sachverständigenrat festgestellte katastrophale Umweltbilanz des Straßenverkehrs zeigt, dass ein Umsteuern hin zu einer nachhaltigen Verkehrspolitik mehr denn je nötig ist. Dazu empfiehlt das Gutachten explizit die Verlagerung des Verkehrs auf umweltverträglichere Verkehrsmittel wie die Schiene“, so Richard Mergner, Vorstandsmitglied der Allianz pro Schiene und verkehrspolitischer Sprecher des BUND.

Aber nicht nur beim Schadstoffausstoß und beim Klima sieht die Bilanz des Straßenverkehrs trübe aus. Auch bei der Verkehrssicherheit und beim Lärm hat die Schiene deutliche bessere Werte vorzuweisen.
„In Regelmäßigen Abständen werden Umweltgutachten erstellt und alle kommen zu dem gleichen Schluss. Aber es passiert wenig. Offenbar landen diese „600-Seiten Trümmer“ alle ungelesen in vorgefertigten Aktenschränken und verstauben dort“, so Richard Mergner. Nur so sind aus Sicht des Schienenbündnisses die Pläne einiger Verkehrspolitiker von CDU und FDP erklärbar, noch stärker als bisher auf die Straße zu setzen. „Die von der Studie festgestellten „unzumutbar hohen Umwelt- und Gesundheitsfolgen des Straßenverkehrs“ werden sich noch weiter verschärfen, wenn der Straßenausbau auf Kosten der Schiene vorangetrieben wird“, so Richard Mergner.

Kritisch sieht das Schienenbündnis außerdem die Empfehlung des Sachverständigenrates, vorrangig auf technische Innovationen im Straßenverkehr zu setzen. Mergner: „Das bringt keine echte Entlastung der Umwelt“. Seit 1960 hat sich der CO2-Ausstoß des Straßenverkehrs laut Gutachten verfünffacht. Gleichzeitig ist der Anteil des Verkehrssektors an den klimarelevanten CO2-Emissionen in den letzten 40 Jahren auf ein Fünftel der Gesamtemissionen angestiegen. „Es gibt keine Anhaltspunkte, dass das in Zukunft anders sein sollte“, so Richard Mergner.
Besonders groß ist das Entlastungspotential nach Ansicht der Umweltgutachter im Nahverkehr der Ballungsräume und auf strategischen Korridoren. Gerade hier ist die Schiene besonders stark.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 15 Non-Profit- Verbände zusammengeschlossen, darunter die Umweltverbände BUND, NABU und NaturFreunde Deutschlands, die Verbraucherverbände Pro Bahn und VCD, die Automobilclubs ACE und ACV, sowie die drei Verkehrsgewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL. Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 1,5 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 53 bahnnahen Unternehmen.