Themen: Umwelt
11. November 2003

Allianz pro Schiene startet Wettbewerb "Umweltvergleich Schienenverkehr"

Umweltengagement von Bahnunternehmen ist politisch und ökonomisch notwendig

Eine Premiere: Zum ersten Mal werden in Deutschland Bahnunternehmen aufgefordert, ihr Umweltengagement zu dokumentieren. Mit dem Wettbewerb „Erster Umweltvergleich Schienenverkehr“ will die Allianz pro Schiene Bahnbetreiber auszeichnen, die sich im Umweltschutz besonders hervortun. „Die Bahnen dürfen sich nicht auf ihrem Umweltbonus ausruhen. Proaktiver Umweltschutz ist unverzichtbare Voraussetzung, um sich gegenüber Auto und Flugzeug durchzusetzen“, erläuterte Norbert Hansen auf der Bahnmesse „rail tec“ in Dortmund. Hansen ist der Vorsitzende des Schienenbündnisses, in dem Umweltverbände, Fahrgastorganisationen, Gewerkschaften und Wirtschaftsunternehmen zusammenarbeiten.

Hansen: „Die Bahnen sind das umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Wir wollen mit unserem Wettbewerb dazu beitragen, dass das auch so bleibt.“ Insbesondere bei Lärmemissionen gebe es auch im Schienenverkehr Verbesserungspotenziale. Schon heute bekämpften Anwohner einzelne Ausbaumaßnahmen, weil sie Lärmbelastungen befürchteten. Hansen: „Verkehrswachstum auf der Schiene hat eine Schattenseite: auch der Lärm wächst. Die Bahnen müssen leiser werden, um die Sympathie der Menschen auch in Zukunft zu erhalten.“

Der Allianz pro Schiene-Vorsitzende betonte, dass Bahnunternehmen, die ihre Umweltemissionen vernachlässigten, ein hohes ökonomisches Risiko eingingen. Er wies auf die Nachbarländer Österreich, Schweiz und Italien hin, in denen es bereits gesetzliche Grenzwerte für Lärmemissionen gebe, und zum Teil sogar Trassenpreissysteme, die Lärmemissionen berücksichtigten. „Auch die EU führt Grenzwerte auf dem interoperablen Netz ein. Die deutschen Bahnunternehmen sollten frühzeitig aktiv werden – sonst wird es teuer“, so Hansen.

Der Wettbewerb „Umweltvergleich Schienenverkehr“ solle deshalb die Bahnbranche anregen, Handlungsspielräume bei der Lärmbekämpfung und anderen Umweltemissionen zu erkennen und zu nutzen. Die besten Beispiele aus der Praxis werden im Herbst 2004 öffentlich prämiert. Hansen: „Der Wettbewerb setzt einen positiven Anreiz, denn die Auszeichnungen lassen sich hervorragend als Marketinginstrument einsetzen.“

Die unabhängigen Institute SCI Verkehr und ifeu – Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg entwickeln die Bewertungssystematik für den „Umweltvergleich Schienenverkehr“, der vom Bundesumweltministerium gefördert wird. „Wir freuen uns, dass Margareta Wolf, Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, den Vorsitz der Jury übernommen hat“, sagte der Allianz pro Schiene-Vorsitzende Hansen.

Die Allianz pro Schiene ist ein Zusammenschluss von 16 Non-Profit-Organisationen, darunter die Umweltverbände BUND, NABU und VCD, und wird von 35 Wirtschaftsunternehmen der Bahnbranche unterstützt.