Berlin, 20.01.2026. Die Zeiten, in denen Kohle, Erze oder Rohöl den Warentransport auf der Schiene dominierten, sind vorbei. Trotz des Strukturwandels im Güterverkehr und trotz knapper Kapazitäten auf den Gleisen konnte die Schiene ihren Marktanteil zwischen 2010 und 2024 von 17,6% auf 20,7% erhöhen. Das geht aus einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung SCI im Auftrag der Allianz pro Schiene hervor. Die Studie ist Grundlage für das Projekt „Güterverkehr reloaded“: Bis zum Sommer 2027 erforscht die Allianz pro Schiene, wie der Schienengüterverkehr für einen klimafreundlicheren Warentransport in Deutschland weiterwachsen und neue Geschäftsfelder erschließen kann.
„Trotz schwieriger Marktbedingungen und trotz Güterstruktureffekt sehen wir riesige Chancen für den Schienengüterverkehr“, sagt Bernhard Knierim, Referent Projekte und Verkehr. Er leitet das Projekt „Güterverkehr reloaded“ bei der Allianz pro Schiene. „Die von uns beauftragte Studie zeigt ganz deutlich, dass beispielsweise der Transport von Einzelwaren wie Päckchen und Paketen auf der Schiene steigt. Auch bei der Beförderung von Containern ist die Nachfrage deutlich gewachsen. Wir wollen in den nächsten Monaten gemeinsam mit der Branche herausfinden, wie noch mehr Verlagerung auf die Schiene gelingen kann.“
Um zu erreichen, dass Deutschland bis 2045 klimaneutral wirtschaftet, muss der Anteil des Warentransports auf der Schiene weiterwachsen. Knierim: „Güterzüge produzieren nur einen Bruchteil der Treibhausgase verglichen mit dem Lkw. Daher sollten sie in allen Warengruppen noch viel stärker genutzt werden. Wir beleuchten, welche technischen und organisatorischen Innovationen es im Schienengüterverkehr gibt und wie man sie ausbauen kann. Außerdem wollen wir analysieren, wie sich der Markt entwickelt, welche Chancen dies bietet und wie sich der Schienengüterverkehr neue Geschäftsfelder erschließen kann. Und schließlich wird es auch darum gehen, welche Weichenstellungen es dafür von der Bundespolitik braucht.“
Das Projekt „Güterverkehr reloaded“ wird vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und dem Umweltbundesamt auf Beschluss des Deutschen Bundestags gefördert.
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