Klimaschutz im Verkehr: Mehr Schiene statt Benzinpreisdebatte

Allianz pro Schiene sieht Nachbesserungsbedarf beim Klimaschutzprogramm der Bundesregierung

Berlin, 25.03.2026. Das am Mittwoch im Bundeskabinett beschlossene Klimaschutzprogramm greift aus Sicht der Allianz pro Schiene im Verkehrsbereich deutlich zu kurz. Das Potenzial der Schiene für den Klimaschutz werde darin unterschätzt, kritisierte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. Wer den Verkehr in Deutschland klimaschonend, bezahlbar und zukunftsweisend gestalten wolle, müsse Schiene und Straße stärker zusammendenken und eine zunehmende Verlagerung auf die Schiene aktiv angehen.

„Zwar erkennt die Bundesregierung die großen Chancen des Deutschlandtickets, um schädliche Treibhausgase einzusparen“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Mittwoch in Berlin. „Doch gerade was die stärkere Verlagerung von der Straße auf die Schiene betrifft, fehlen überzeugende Maßnahmen.“

Dass die Verkehrspolitik ein tragfähiges Gesamtkonzept vermissen lasse, zeige sich wie im Brennglas an der aktuellen Benzinpreis-Debatte: „Die Antwort der Bundesregierung auf steigende Ölpreise lautet im Superwahljahr: Die Preise müssen sinken, aber schnell. Dabei ist mehr Angebot bei Bus und Bahn der eigentliche Schlüssel für bezahlbare Mobilität. Die Kapazitäten müssen mit der Nachfrage auf der Schiene mitwachsen, um mehr Menschen den Umstieg vom Auto auf die Bahn zu ermöglichen. Dazu gehört auch ein bundesweit einheitliches Sozialticket – für alle, die sich das Deutschlandticket zum normalen Preis nicht leisten können“, so Flege.

Die Zahlen zum CO₂-Ausstoß des Umweltbundesamts hatten zuletzt erneut belegt, dass die Schere zwischen den zulässigen und den tatsächlich ausgestoßenen Treibhausgasen im Verkehr immer weiter auseinander geht. Dirk Flege: „Statt also immer nur über Spritpreise zu reden, sollte sich die Bundesregierung vielmehr der Elektromobilität auf Schiene und Straße widmen, sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr. Ansätze für eine bessere Verknüpfung der Verkehrsträger gibt es genug. Unter anderem braucht es auf Park-and-Ride-Stellflächen an Bahnhöfen genügend Ladesäulen für E-Autos, damit Pendlerinnen und Pendler klimaschonend und bezahlbar zur Arbeit kommen können.“