27. April 2016

Eisenbahner mit Herz: Drei Meister für Kunden in Not

Abellio gewinnt Gold / DB Silber und Bronze / Wettbewerb findet zum sechsten Mal statt

Eisenbahner mit Herz 2016 - Drei Meister für Kunden in Not
Kevin Hauseder aus München, Lena-Sophia Nobbe aus Hagen und Fatih Yilmazli aus Freudenstadt: das sind die Sieger.

Berlin/Hagen/Freudenstadt/München, den 27. April 2016. Die Jury hat gesprochen, drei Sieger stehen fest: Eine Zugbegleiterin, ein Lokführer und ein Reisecenter-Mitarbeiter gewinnen den Titel „Eisenbahner mit Herz 2016“. Erstmals ehrt die Jury auch Landessieger aus acht Bundesländern.

Erstklassiger Einsatz gegen Rassismus

Gold geht an die Abellio-Zugbegleiterin Lena-Sophia Nobbe (46). Die türkisch-stämmige Eisenbahnerin wies auf eine „nachahmungswürdige Weise“ einen Fahrgast in die Schranken, der nicht neben „Ausländern und Kanacken“ sitzen wollte: Als der Mann mit seinen rassistischen Beschimpfungen nicht nachließ, brachte die Abellio-Mitarbeiterin eine verängstigte syrische Familie aus der Schusslinie, indem sie die Leute in die erste Klasse umsiedelte. „Gold für eine Eisenbahnerin, die eine schwierige Situation mit Esprit gelöst hat, ohne den Fahrgast zu verprellen: Lena-Sophia Nobbe steht dafür, dass in unseren Zügen jeder Mensch einen guten Platz findet“, lobte die Jury unter dem Vorsitz der Allianz pro Schiene.

Ritter aus dem Schwarzwald

Silber gewann der DB Regio Lokführer Fatih Yilmazli (25) aus Freudenstadt. Als ein unter Drogeneinfluss stehender Fahrgast aus Algerien die weiblichen Reisenden in seinem Zug sexuell belästigt, verlässt er seinen Führerstand und bringt die Frauen in Sicherheit. Er koordiniert die Verhaftung des Angreifers und sorgt dafür, dass die Lage nicht weiter eskaliert. Die Preisrichter waren überzeugt: „Ohne dass die Frauen erst den Notrufknopf drücken mussten, hatte dieser Lokführer jederzeit die Übersicht in seinem Zug. Seit den Silvester-Übergriffen auf der Kölner Domplatte wissen wir, dass solch ein Einsatz nicht selbstverständlich ist.“

Jüngster Eisenbahner mit Herz

Bronze bekam der Auszubildende Kevin Hauseder (21) vom Reisecenter München, weil er ein getrenntes Liebespaar auf der Rückreise von Italien mit vielen gekonnten Telefonaten wieder zusammenbrachte, anstatt die Fahrgäste mit der Formel „Eigenverschulden“ abzuspeisen. „Bronze für einen Service, der sogar einem langgedienten Vertriebsmitarbeiter zur Ehre gereichen würde“, urteilte die Jury über den jüngsten „Eisenbahner mit Herz“ in der Geschichte des Wettbewerbs.

Jury kürt acht Landessieger

Erstmals ehrte die Jury auch „Landessieger“: Acht Eisenbahner waren in ihren Bundesländern hervorragend für die Kunden unterwegs. Für Baden-Württemberg ging der Preis an Maria Verna von DB Regio, in Bayern bekam der BOB-Lokführer Markus Schmidt den Titel: beide hatten Flüchtlingen auf ihren Irrreisen durch Deutschland geholfen. Der ICE-Zugbegleiter Enrico Gottwald (Berlin) und ICE-Zugchefin Anne Feilke (Hamburg) überzeugten die Jury ebenso wie Bahnhofs-Mitarbeiter Gero Müller, der am Bahnhof Leer (Niedersachsen) einer Rollstuhlfahrerin aus Nacht und Regen gerettet hatte. Der NordWestBahn-Lokführer Werner van de Loo (NRW) überführte einen Taschendieb in flagranti, während HEX-Mitarbeiter Lars Jaeger (Sachsen-Anhalt) ein verlorenes Kundenhandy aus der Zugverkleidung herausoperierte. Der HLB-Zugbegleiter Siegbert Giese (Hessen) ist bei Fahrplan-Havarien für seine Pendler jederzeit auf dem Handy zu erreichen.

Der Wettbewerb Eisenbahner mit Herz findet in diesem Jahr zum sechsten Mal in Folge statt. Die Zahl der Einsendungen ist seit dem Start auf über 1200 gewachsen. Geschichten von Bahnkunden für die nächste Runde nimmt die Allianz pro Schiene ab sofort wieder entgegen: www.eisenbahner-mit-herz.de

 

Video: Eisenbahner mit Herz – Die Sieger 2016 (8:02 min.)

 

Weitere Informationen