30. Oktober 2014

Siegertafel für das Schmuckstück an der Elbe

Bahnhof des Jahres 2014: Feier in Dresden am 30. Oktober

Die Auszeichnung in Messing ziert seit Donnerstag die Eingangshalle des Hauptbahnhofs. (Foto: Andreas Taubert)

Dresden, 30. Oktober 2014. Ab sofort ziert eine schwere Messingtafel die Eingangshalle des Dresdner Hauptbahnhofs: Dort lesen die Reisenden seit Donnerstag in hochwasserfester Gravur, dass der kundenfreundlichste Bahnhof Deutschlands 2014 in der sächsischen Landeshauptstadt steht. Bahnfreunde feierten mit der Allianz pro Schiene eine Siegerkür für den imposanten Bau, der im elften Jahr des Wettbewerbs in der Kategorie Großstadt den Titel „Bahnhof des Jahres“ gewonnen hat. Im Beisein des Vorstandsvorsitzenden von DB Station & Service, André Zeug, enthüllten die Jury-Mitglieder die Messingtafel in der Kuppelhalle des ausgezeichneten Bahnhofs. Der Dresdner Bahnhofsmanager Heiko Klaffenbach (Deutsche Bahn) und Dresdens Bürgermeister Jörn Marx (CDU) bekamen eine Urkunde für ihre gute Zusammenarbeit bei Sanierung und Betrieb des Dresdner Hauptbahnhofs.

Die 6-köpfige Jury aus Vertretern des Fahrgastverbandes Pro Bahn, dem Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem ACE Auto Club Europa, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club ADFC und der Allianz pro Schiene zeichnete neben Dresden (Großstadtbahnhof) auch das hessische Hünfeld (Kleinstadtbahnhof) aus.

Hier fällt die Hülle: Bahnhofsmanager Heiko Klaffenbach (rechts) und Dresdens Bürgermeister Jörn Marx halten noch ihre Urkunden in den Händen, als die Jury die Messingtafel sichtbar werden lässt. (Foto: Barbara Mauersberg)

Dresden Hauptbahnhof: Das Schmuckstück
„Der Dresdner Hauptbahnhof vereint den Prunk vergangener Epochen und moderne Ansprüche an Funktionalität“, sagte Jurymitglied Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn. „Dieses Gebäude beweist jeden Tag, dass der Spagat gelingen kann.“ Nicht nur ist dieser Prachtbau Kopf- und Durchgangsbahnhof in einem. Nach umfassenden Umbauarbeiten und überstandener Überschwemmung habe sich die Last der Historie an dem denkmalgeschützten-Sandstein-Ensemble in „eine lichte, beschwingte Leichtigkeit“ verwandelt, schwärmte Naumann. Auch Jury-Mitglied Christian Schultz vom DBV lobte, wie die ruhige Gelassenheit des Gebäudes auf die Reisenden abstrahle: „Hektik kommt in der sächsischen Landeshauptstadt nicht auf. Mal eben zum Bahnhof hetzen und eilig weiterreisen? Dafür ist dieses Schmuckstück viel zu schade.“ Nach dem Incognito-Test, bei dem die Jury das Reisezentrum auf Herz und Nieren testete und den Service in den 43 Ladengeschäften auf den Prüfstand stellte, seien sich die sechs Verkehrsexperten einig gewesen: „Das Personal in Dresden ist hochmotiviert. Im Reisezentrum, in der „Kekserei“, im Marché oder im Tabakladen machen sich die Angestellten mit Freude an die Arbeit“, sagten die Jury-Mitglieder von DBV und Pro Bahn: „Dieser Bahnhof des Jahres 2014 ist wie guter Wein: zum Genießen.“

Bahnhöfe als Orte der Reisekultur
„Ein Bahnhof wie Dresden ist eine atemberaubende Kombination aus alt und neu, aus Tradition und Gegenwart“, sagte Jury-Mitglied und Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege. Anders als Zweckbauten auf dem platten Acker, wie es etwa Flughäfen seien, „sind Bahnhöfe Träger der Reisekultur einer Gesellschaft“. So sei es kein Wunder, dass ein Künstler wie der Reichstagsarchitekt Norman Foster auch für den Umbau des Dresdner Hauptbahnhofs verpflichtet werden konnte, sagte Flege.

Die Checkliste immer dabei
Mit dem Wettbewerb „Bahnhof des Jahres“ prämiert die Allianz pro Schiene seit 2004 jährlich die besten deutschen Großstadt- und Kleinstadtbahnhöfe. Ausgezeichnet wird nur, wer nach einer festen Kriterienliste am besten auf die Bedürfnisse der Bürger eingeht: Objektive Erfordernisse wie Kundeninformation, Sauberkeit, Integration in die Stadt und Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln sind dabei ebenso entscheidend wie ein eher subjektiver Wohlfühlfaktor. Dass schmutzige Toiletten das Aus bedeuten, versteht sich. Die Siegerbahnhöfe der vorigen Jahre waren 2013: Göttingen und Oberursel, 2012: Bremen und Aschaffenburg, 2011: Leipzig und Halberstadt, 2010: Darmstadt und Baden-Baden, 2009: Erfurt und Uelzen, 2008: Karlsruhe und Schwerin, 2007: Berlin Hauptbahnhof und Landsberg am Lech, 2006: Hamburg Dammtor und Oberstdorf, 2005: Mannheim und Weimar und 2004: Hannover und Lübben.