08. März 2012

Eisenbahner mit Herz haben ein Gesicht

150 Bahnkunden nominieren Kandidaten / Siegerehrung am 13. April

Mehr als 60 Eisenbahner aus ganz Deutschland stehen namentlich fest.

Berlin. Die Eisenbahner mit Herz aus fast allen Bundesländern haben ein Gesicht. Rund 150 Bahnkunden schickten bis zum 31. Januar ihre Reisegeschichten an die Allianz pro Schiene und kürten damit einen Kandidaten für den Titel „Eisenbahner mit Herz 2012“. Seitdem haben die Bahnen fieberhaft ermittelt, um die richtigen Mitarbeiter herauszufinden, was angesichts der rund 35.000 Bahn-Angestellten, die in ganz Deutschland täglich im Kundendienst arbeiten, keine einfache Aufgabe war. 60 Nominierte stehen inzwischen namentlich fest: Sie arbeiten in Bahnhöfen oder Zügen aus fast allen Gegenden des Landes und haben ihr Einverständnis gegeben, mit Foto und der Geschichte ihrer Nominierung in einer Online-Galerie zu erscheinen.

„Wir wollten wissen, wie abenteuerlich, wie erfreulich, wie abwechslungsreich das Reisen auf dem deutschen Schienennetz ist“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Donnerstag in Berlin. „Deshalb haben wir beschlossen, die Kunden danach zu fragen.“ Das Ergebnis ist höchst aufschlussreich: Nach dem Votum der Bahnkunden sind die geschichtenreichsten Bahnländer Baden-Württemberg (mit 10 Kandidaten), Bayern (10 Nominierte), Hessen (11) und Niedersachsen (7). Insgesamt hat der Wettbewerb, der 2011 zum ersten Mal stattfand, in seinem zweiten Jahr an Fahrt aufgenommen. „Im Vergleich zu 2011 haben wir diesmal deutlich mehr Einsendungen und auch zahlreiche Kandidaten, die gleich von mehreren Fahrgästen nominiert worden sind“, sagte Jury-Mitglied Dirk Flege. Meistgenannter Liebling der Bahnkunden ist der Zugbegleiter Herbert Kusche, der für DB-Regio Baden-Württemberg arbeitet. Gleich vier Bahnkunden schickten eine Geschichte ein, um den „Star der Schwarzwaldbahn“ für den Titel zu nominieren.

Auch Privatbahnen haben bei der Zahl der Kundeneinsendungen im Vergleich zum Vorjahr aufgeholt. Die Bayerische Oberlandbahn (BOB) hat zwei Titelkandidaten, Agilis und die NordWestBahn ebenfalls. Auch ein Mitarbeiter von Metronom, der Eurobahn, der Hessischen Landesbahn (HLB), der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), der SBB Deutschland, der Hamburger Hochbahn, der ODEG und der Rhein-Neckar-Verkehr (rnv) bekamen das hohe Lob der Bahnreisenden. Nun hat die Jury die Qual der Wahl. Am 13. April wird unter dem Vorsitz der Allianz pro Schiene einer der Kandidaten zum Sieger gekürt. Die Laudatio spricht Bahnkenner Harald Schmidt.

Nach Informationen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG beschäftigt die Deutsche Bahn rund 12.000 Menschen an Bord der Züge. Nochmal 3000 Beschäftigte kümmern sich in den Bahnhöfen um die Reisenden. 14.000 Lokführer (2.000 im Fernverkehr und 12.000 im Regionalverkehr) steuern die Züge. Die Privatbahnen kommen insgesamt auf rund 6.000 Mitarbeiter, 4.500 davon sind als Lokführer und 1.500 sind als Kundenbetreuer beschäftigt – Tendenz steigend.

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