Internationaler Workshop

„Verbesserung der Umweltwirkungen des Eisenbahnverkehrs – Herausforderungen, gute Beispiele und künftige Aufgaben“

 

Berlin, 19. September 2006. Die Allianz pro Schiene führte am 19. September 2006 in Berlin, einen internationalen Workshop durch. Ziel des Zusammentreffens von rund 100 europäischen Experten der Bahnbranche war es, Erfahrungen gute Beispiele und Herangehensweisen für die Erfüllung höherer Umweltstandards im Eisenbahnbetrieb vorzustellen und zu diskutieren. Die Veranstaltung wurde vom Bundesumweltministerium im Rahmen des Allianz pro Schiene-Projektes „Umweltvergleich Schienenverkehr“ gefördert.

Michael Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, unterstrich in seiner Rede noch einmal die hohe Relevanz, die man im Umweltministerium der Weiterentwicklung von Umwelttechnologien bei den Eisenbahnen beimisst. Ein Grund, warum das Ministerium auch das Projekt „Erster Umweltvergleich Schienenverkehr“ der Allianz pro Schiene inhaltlich und finanziell unterstützt: „Der Erhalt des Umweltvorteils der Eisenbahn ist nicht nur wichtig für die Akzeptanz des Verkehrsträgers, sondern zugleich Voraussetzung für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik“, so Müller.
 
Henk Brouwer vom Ministerium für Wohnungsbau, Raumplanung und Umwelt in Den Haag stellte in seinem Vortrag die Ansätze seines Ministeriums bei der Lärmbekämpfung vor. Zentraler Ansatz dabei: die Bekämpfung des Eisenbahnlärms an der Quelle, also den Fahrzeugen und weniger durch punktuelle Maßnahmen wie Lärmschutzwände. Als Anreiz für die Umrüstung auf leisere Bremssysteme wie die LL-Sohle bzw. K-Sohle plant das Ministerium ein Anreizsystem aus Bonus und Malus bei den Trassengebühren.
Dr. Dariusz Prasek, von der European Bank for Reconstruction and Development in London, erläuterte die Förderungskriterien seiner Bank bei der Finanzierung von Eisenbahnprojekten in Ost-Europa. Ein wirksames Umweltmanagement ist dabei eine Grundvoraussetzung für die Bewilligung von Förderanträgen.
Weitere Fachvorträge beschäftigten sich mit konkreten Lösungsansätzen für die Verbesserung der Umweltbilanz der Eisenbahn. Die Themen reichten vom Akustikmanagement über Energiesparpotenziale bis zu Materialfragen. Zwischen den Vorträgen und in den Pausen konnten die Zuhörer ihre Fragen stellen und mitdiskutieren. (Die Vortragsfolien stehen unten auf dieser Seite zum herunterladen bereit.)
 
Projektleiter Matthias Pippert zog ein positives Fazit des Workshops und erinnerte die Teilnehmer noch einmal an die zahlreichen Gründe, die für eine starke Einbeziehung des Themas Umwelt bei den Eisenbahnen sprechen. Ein wichtiger Grund: „Nur wer sich der Anforderung umweltfreundlicher zu werden offensiv stellt, kann auch mitreden, wenn es um neue Umweltvorschriften, Anreizsysteme und die Förderung von Technologieentwicklung geht“.
Um den Umweltvorsprung des Verkehrsträgers Eisenbahn gegenüber den konkurrierenden Verkehrsmitteln nicht zu gefährden, ist es notwendig, Emissionen und Energieverbrauch des Eisenbahnverkehrs zu verringern. Die EU entwickelt ihr Eisenbahn relevantes Umweltrecht weiter und stellt damit Bahnunternehmen und Bahnindustrie vor neue Herausforderungen. Angesichts der langen Lebensdauer von Bahnfahrzeugen ist es für Eisenbahnen betriebswirtschaftlich unverzichtbar, auch mögliche künftige Entwicklungen des Emissionsrechtes und der Energiepreise zu berücksichtigen. Um Verbesserungen der Umweltbilanz des Schienenverkehrs zu erreichen, bedarf es jedoch nicht nur neuer technischer Lösungen, sondern auch neuer Verfahrensweisen und neuer Formen der Arbeitsteilung zwischen den beteiligten Akteuren.

Mit unserer Themenauswahl stellen wir Ihnen Ansätze solcher neuen Verfahrensweisen, aber auch Beispiele für gute Lösungen vor. Wir freuen uns besonders, dass auch einige ausländische Referentinnen und Referenten teilgenommen haben, um die Erfahrung aus ihren Ländern in den Diskussionsprozess einzubringen. Wir danken allen Referentinnen und Referenten, Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die Mitwirkung.

Zusätzlich zum ausgedruckten Programm stellte Mads Bergendorff (Macroplan, Kopenhagen) das neue UIC-Projekt „RAILENERGY“ in einem Kurzbeitrag vor.