Themen: Bahnhöfe
01. November 2018

Bürgerbahnhof Eppstein: Jury übergibt die Siegertafel

„Bahnhof des Jahres 2018“: Ehrung für ganz neuartiges Bahnhofskonzept

Bahnhof des Jahres 2018: Bahnhof Eppstein - ein Wettbewerb der Allianz pro Schiene
Ein Bürgerbahnhof mit Burg: Das hessische Eppstein bekommt heute die güldene Siegertafel „Bahnhof des Jahres 2018“. Mit fünf Siegerbahnhöfen spielt Hessen bundesweit in der Exzellenzklasse.

Berlin, den 1. November 2018. Die Messingtafel für den Bahnhof des Jahres 2018 prangt in diesem Jahr an einem sanierten Prachtbau aus grauem Taunussandstein: Das hessische Eppstein im Einzugsbereich der Mainmetropole Frankfurt begrüßte zur Siegerfeier viel Prominenz aus Berlin und dem Rhein-Main-Gebiet. Im Beisein von Eppsteins Bürgermeister Alexander Simon, dem Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes RMV, Prof. Knut Ringat und den DB-Vertretern Susanne Kosinsky und Hartmut Schwarz enthüllte die Jury die wetterfeste Ehrentafel für den Bürgerbahnhof Eppstein. Die Allianz pro Schiene würdigte den Eppsteiner Bahnhof als „Perle in der Metropolregion“. Mit „Rathaus-reifen Leistungen“, einer „exzellenten Gastronomie“ und einer gelungenen Einbettung in ein Bahnhofsvorfeld sei Eppstein inzwischen ein Magnet für Bürger, Pendler und Ausflügler geworden.

Eppstein: Perle in der Metropolregion

„Das historische Bahnhofsgebäude von Eppstein fügt sich nach der liebevollen Sanierung vorbildlich ins Stadtbild: Aus grauem Sandstein gefertigt und bis auf die Grundfesten erneuert ist der Bahnhof Eppstein heute eine zentrale Anlaufstelle für Bürger, Ausflügler und Pendler gleichermaßen geworden. Moderne Einsprengsel geraten nirgendwo in Konflikt mit dem Sinn für gelebten Denkmalschutz. Die Eppsteiner Bürgerschaft hat sich hier eine Perle inmitten der Metropolregion Frankfurt geschaffen“, urteilte Allianz pro Schiene-Vorstand Karl-Peter Naumann für die Jury. Auch Jury-Mitglied Andreas Geißler lobte den Wagemut der Stadt, die in Kooperation mit der Deutschen Bahn ein ganz neuartiges Bahnhofskonzept ins Leben gerufen habe: „Möglicherweise hat der Bürgermeister als Bahnhofsvorsteher wider Willen so manche Nacht wach gelegen und musste über die eigene Kühnheit in diesem fremden Segment staunen. Doch das Ergebnis dieses verkehrspolitischen Abenteuers kann sich sehen lassen. Beifall für einen Rathaus-reifen Bahnhof des Jahres 2018“, sagte Geißler bei der Tafelenthüllung.

Enthüllung der Bahnhof des Jahres Tafel in Eppstein 2018, WEttbewerb
Enthüllung der Bahnhof des Jahres Tafel in Eppstein

Vorbild für die Region

Der Eppsteiner Bürgermeister Alexander Simon zeigte sich überzeugt, dass sein Bahnhofsexperiment Schule machen könnte. „Die bundesweite Berichterstattung über unseren Bahnhof hat es noch einmal belegt: Wir sind mit unserem Bürgerbahnhof auf dem richtigen Weg.“ Wenn er einen Wunsch frei hätte, würde er seinen hochdekorierten Bahnhof als künftigen Haltepunkt von Regionalzügen sehen, sagte Simon bei der Feierstunde in Eppstein und erwähnte auch, dass die Jury die Bahnhofsgastronomie eigens gewürdigt hatte. „Bei uns im Bahnhof bekommt man laut Jury die besten belegten Brötchen in der ganzen Rhein-Main-Region. Das muss man erst mal schaffen“, sagte Simon.

Susanne Kosinsky, DB Station&Service Regionalbereichsleiterin für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland, freute sich: „Diese Auszeichnung ist immer wieder etwas Besonderes. So etwas gelingt nur bei einer gesamtheitlichen Modernisierung und Umgestaltung. Wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass wir gemeinsam mit dem Land, dem Aufgabenträger und der Kommune an einem Strang ziehen und uns alle mit einbringen.“

„Mit Eppstein geht die Auszeichnung „Bahnhof des Jahres“ bereits zum fünften Mal ins RMV-Gebiet, das freut uns sehr und macht uns stolz“, sagte RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. „Damit ein Bahnhof attraktiv ist, muss er Fahrgästen einen einfachen und komfortablen Umstieg ermöglichen – egal, ob man von der Bahn in den Bus steigt oder mit dem Auto oder Fahrrad weiterfährt. Mit dem gemeinsamen Bahn-Bussteig, überdachten Fahrradabstellanlagen und P+R-Stellplätzen direkt am Bahnhof ist das in Eppstein in herausragender Weise gelungen.“

Siegertafel Bahnhof des Jahres Eppstein 2018
Die goldene Siegertafel ziehrt ab sofort Eppstein, die Stadt mit dem Bahnhof des Jahres 2018

Fünf Bahnhöfe des Jahres: Hessen bundesweit spitze

Mit Eppstein hat Hessen bereits den fünften Bahnhof des Jahres hervorgebracht, alle fünf liegen im Einzugsbereich des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Neben Eppstein bekamen Darmstadt, Oberursel, Marburg und Hünfeld die Siegertafel. Unter allen Bundesländern hat ansonsten lediglich Bayern ebenfalls fünf Sieger. Die Siegerbahnhöfe der vorigen Jahre waren 2017: Lutherstadt Wittenberg und Bayerisch Eisenstein, 2016: Stralsund und Steinheim in Westfalen, 2015: Marburg und Obstfelderschmiede/Lichtenhain, 2014: Dresden und Hünfeld, 2013: Göttingen, Oberursel und Murnau, 2012: Bremen, Aschaffenburg und Bad Schandau, 2011: Leipzig und Halberstadt, 2010: Darmstadt und Baden-Baden, 2009: Erfurt, Uelzen und Heringsdorf, 2008: Karlsruhe und Schwerin, 2007: Berlin Hauptbahnhof und Landsberg am Lech, 2006: Hamburg Dammtor und Oberstdorf, 2005: Mannheim und Weimar und 2004: Hannover und Lübben.

Die Checkliste immer dabei

Mit dem Wettbewerb „Bahnhof des Jahres“ prämiert die Allianz pro Schiene seit 2004 jährlich die kundenfreundlichsten Bahnhöfe in Deutschland. In die engere Wahl kommt nur, wer nach einer festen Kriterienliste am besten auf die Bedürfnisse der Bürger eingeht: Objektive Erfordernisse wie Kundeninformation, Sauberkeit, Integration in die Stadt und Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln sind dabei ebenso entscheidend wie ein eher subjektiver Wohlfühlfaktor. Die Jury des renommierten Wettbewerbs besteht aus Vertretern des Fahrgastverbandes Pro Bahn, dem Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem ACE Auto Club Europa, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und der Allianz pro Schiene. Um touristische Qualitäten der Bahnhöfe zu bewerten, reisen außerdem Verkehrsexperten des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) und der Kooperation „Fahrtziel Natur“ mit.

 

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