08. April 2014

Millionen-Mehrkosten verteuern Schienenverkehr

Kabinettsbeschluss zur EEG-Novelle: Bahnbranche bedauert Belastung

Millionen-Mehrkosten verteuern Schienenverkehr
Mehr Verkehr auf die Schiene? Das wird mit dieser EEG-Novelle nicht gelingen.

Berlin, den 8. April 2014. Die vom Bundeskabinett am heutigen Dienstag auf den Weg gebrachte Neufassung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) stellt aus Sicht der Bahnbranche eine herbe Belastung dar. „Auf den umweltfreundlichen Schienenverkehr kommen Mehrkosten von 70 bis 80 Millionen Euro pro Jahr zu“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Dienstag in Berlin. „Das Ziel der großen Koalition, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen, und die heute beschlossene EEG-Reform passen nicht zusammen“, sagte Flege. Der nun gebilligte Gesetzesentwurf sieht vor, dass Schienenbahnen nicht mehr wie bisher knapp elf sondern ab Januar 2015 20 Prozent der vollen EEG-Umlage bezahlen müssen.

Immerhin sei es gelungen, eine ursprünglich geplante noch stärkere Belastung der Schienenbahnen abzuwenden, auch dank der Bemühungen der Verkehrspolitiker. Als „Lichtblick“ bewertete die Allianz pro Schiene außerdem, dass die Begrenzung der EEG-Umlage nun auch für kleinere Bahnen gelte. Alle Bahnen im Personen- und Güterverkehr, die mehr als zwei Gigawattstunden Strom pro Jahr verbrauchen, zahlen künftig für ihren gesamten Fahrstrom 20 Prozent des vollen Umlagesatzes. Bisher lag der Schwellenwert bei 10 Gigawattstunden. „Dieser Aspekt der Reform sorgt für mehr Wettbewerbsgerechtigkeit unter den Bahnen“, sagte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer.

Trotzdem seien die Mehrbelastungen für den Schienenverkehr insgesamt so hoch, dass im Güterverkehr mit einer Rückverlagerung von Verkehr von der Schiene auf die Straße zu rechnen sei. „Im Personenverkehr müssen die Fahrgäste bedauerlicherweise mit steigenden Fahrpreisen leben.“

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