09. November 2011

Allianz pro Schiene sucht den Eisenbahner mit Herz

Schönste Reisegeschichte: Der Wettbewerb geht weiter

Wer wird Eisenbahner mit Herz? Bahnkunden nominieren bis zum 31. Januar ihren Lieblings-Schaffner

Berlin. Ab sofort sind Bahnkunden aus ganz Deutschland aufgerufen, ihre schönste und unterhaltsamste Reisegeschichte einzusenden. Fahrgäste, die einen besonders erfreulichen Einsatz des Zugpersonals rund um eine abenteuerliche Bahnfahrt erlebt haben, nominieren mit ihrer Einsendung bis zum 31. Januar einen Anwärter auf den Titel „Eisenbahner mit Herz“. Aus allen Einsendungen wählt eine Jury aus den drei großen Fahrgastverbänden und den zwei Bahngewerkschaften zu Ostern 2012 die Preisträger aus.

Der Wettbewerb geht damit ins zweite Jahr. Im Jahr 2011 wurde der Titel erstmals vergeben. Unter rund hundert nominierten Eisenbahnern gewann ein Zugbegleiter von DB-Regio aus dem Raum Bremen, der einer Kundin mit detektivischem Scharfsinn einen verlorenen Laptop zurückgebracht hatte. Die Silbermedaille ging an einen Lokführer von DB-Fernverkehr München, der eine blinde Passagierin aus ihrer Not befreit hatte und an eine Interconnex-Kundenbetreuerin aus Rostock, die in der Weihnachtsnacht die Fahrgäste eines verspäteten Zuges über Stunden bei Laune gehalten hatte.

„Die Deutschen Bahnen sind besser als ihr Ruf“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. „Was uns am meisten beeindruckt: Viele Bahnkunden kennen ihren Lieblingsschaffner mit Namen.“ Manche Fahrgäste, denen ein Eisenbahner in der Not geholfen hat, könnten sich noch Jahre später an jedes Detail der Reise erinnern. „Es gibt auch Bahnkunden, die haben gleich mehrere erfreuliche Geschichten erlebt und fragen, wie viele Eisenbahner sie vorschlagen dürfen.“ Dass der Wettbewerb zu einer höheren Motivation des Zugpersonals führen werde, ist für die Allianz pro Schiene sicher: Jeder Eisenbahner, der von Kunden für den Titel genannt wird, erfährt von seiner Nominierung.

Die deutschen Eisenbahnen befördern täglich 6,3 Millionen Fahrgäste, 6 Millionen im Nahverkehr und 300.000 im Fernverkehr. Die Deutsche Bahn hat dabei einen Marktanteil von rund 80 Prozent. Die restlichen 20 Prozent nutzen die Züge anderer Bahnunternehmen. Das sind unter anderem Abellio, Netinera, Benex, die Hessische Landesbahn, Keolis und Veolia. Die Deutsche Bahn beschäftigt rund 12.000 Menschen an Bord der Züge. Nochmal 3.000 Mitarbeiter kümmern sich in den Bahnhöfen um die Reisenden. Im Nah- und Fernverkehr der Deutschen Bahn arbeiten außerdem rund 14.000 Lokführer. Die „Privatbahnen“ beschäftigen rund 6.000 Kundenbetreuer und Lokführer im Fahrdienst. Nach Angaben der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat sich das Personal der DB-Konkurrenten seit 2000 fast verdoppelt, bei der Deutschen Bahn gibt es ebenfalls einen leichten Anstieg der Beschäftigtenzahlen.

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