29. Juni 2010

„Offenbar kann jeder einfach mitfahren“

Bundesweiter Feldversuch mit Riesen-Lkw als Massentest geplant

Berlin. Die Ankündigung des Bundesverkehrsministeriums, den für 2011 geplanten Feldversuch mit Monstertrucks ohne Teilnahme-Kriterien und ohne Mengenbegrenzung durchzuführen, stößt bei der Allianz pro Schiene auf äußerstes Befremden. „Offenbar darf bei diesem Test jeder einfach mitfahren“, kritisierte Allianz pro Schiene-Kampagnenchef Martin Roggermann. Der für Logistik zuständige Staatssekretär Andreas Scheuer (CSU) hatte auf einer Mitgliederversammlung des Vereins Automobillogistik gesagt, dass neben der Mengenbegrenzung auch die Bewerbungspflicht für teilnahmewillige Unternehmen entfallen solle. Eine schlichte Anmeldung sei genug, sagte Scheuer laut Verkehrsrundschau. „Offenbar werden hier alle Sicherheitsbedenken beiseite gewischt“, sagte Roggermann, der auch das europäische Aktionsbündnis NO MEGA TRUCKS koordiniert. „Dass diese überlangen Fahrzeuge schwerer zu beherrschen sind, verursacht anscheinend keinerlei Kopfzerbrechen mehr.“

Roggermann wies darauf hin, dass mehrere Studien bereits ergeben hätten, dass Monstertrucks gefährlicher seien als normale Lkw. „Daran ändert auch die neue ministerielle Wortwahl „Lang-Lkw“ nichts“, kritisierte Roggermann und warnte Scheuer vor einem Alleingang gegen den Willen der Bundesländer. „Die Verkehrsministerkonferenz hat sich 2007 geschlossen gegen einen Dauereinsatz von Riesen-Lkw ausgesprochen und auch neue Testversuche mit überlangen Fahrzeugen abgelehnt. Ein Massenversuch mit niedrigen Qualitätsstandards und einer Meldepflicht als Feigenblatt, ist ein Affront gegenüber den Ländern.“ Roggermann forderte das Verkehrsministerium auf, die politische Energie in sinnvollere Projekte zu stecken. „Kreative Köpfe sind in der Verkehrspolitik gefragt. Längere und schwerere Lkw auf den Straßen lösen keine Probleme, sondern schaffen neue.“


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