Themen: Bahnhöfe
16. November 2007

„Unterfinanzierung nur leicht abgemildert“

Allianz pro Schiene zur Aufstockung der Infrastrukturmittel:

Berlin. Die Allianz pro Schiene hat verhalten positiv auf den Haushaltsbeschluss der Koalitionsfraktionen reagiert, die Investitionsmittel für die Schieneninfrastruktur im kommenden Jahr um 125 Millionen Euro im Vergleich zum Regierungsentwurf aufzustocken. „Immerhin kann mit 25 Millionen Euro ein Sofortprogramm für den Seehafenhinterlandverkehr auf der Schiene begonnen werden, das insgesamt 250 Millionen Euro erfordert und extrem wichtig für unsere Volkswirtschaft ist“, sagte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege am Freitag in Berlin.

Unbefriedigend sei jedoch die zu geringe Höhe des Aufstockungsbetrages im Jahr 2008. Flege: „Die Bahnen sind im Güterverkehr noch vor dem Lkw und dem Binnenschiff der am stärksten wachsende Verkehrsträger und stoßen schon jetzt teilweise an Kapazitätsgrenzen bei der Infrastruktur. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, um mit dem weiter zu erwartendem Containerboom der Seehäfen Schritt zu halten. Die Unterfinanzierung der Schieneninfrastruktur wird durch die Beschlüsse nur leicht abgemildert“.

Begrüßt wurde vom Schienenbündnis die Entscheidung der Haushaltspolitiker, das Lärmsanierungsprogramm des Bundes für innovative Pilotprojekte zur Vermeidung von Güterzuglärm zu öffnen. „Bislang wurden von den 100 Millionen Euro lediglich Lärmschutzfenster und -wände finanziert, ab Anfang 2008 kann mit einem Betrag von bis zu 10 Millionen Euro auch die Umrüstung von Güterwaggons mit so genannten Flüsterbremsen gefördert werden. Das ist der strategisch wichtige Einstieg in die Lärmminderung an der Quelle. Dies wird insbesondere den Menschen im Rheintal zugute kommen“, sagte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer. Güterzüge mit Flüsterbremsen („K-Sohle„) sind während der Fahrt wegen der nicht so stark aufgerauten Räder nur halb so laut wie Güterzüge mit konventionellen Bremsklötzen.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 16 Non-Profit- Verbände zusammengeschlossen: die Umweltverbände BUND, NABU, Deutsche Umwelthilfe und NaturFreunde Deutschlands, die Verbraucherverbände Pro Bahn, DBV und VCD, die Automobilclubs ACE und ACV, die drei Bahngewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL sowie die Eisenbahnverbände BDEF, BF Bahnen, VBB und VDEI. Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 2 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 77 Unternehmen der Bahnbranche.