08. Oktober 2007

Umweltverbände protestieren gegen Monstertrucks

Allianz pro Schiene vor dem Bundesverkehrsministerium

Berlin. Die in der Allianz pro Schiene zusammengeschlossenen Verbände BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), NABU (Naturschutzbund Deutschland) und der VCD (Verkehrsclub Deutschland) haben heute vor dem Bundesverkehrsministerium gegen die Zulassung von Gigalinern protestiert. Mit Slogans wie „Riesen-Lkw bedeuten mehr Unfälle!“ und „Riesen-Lkw bedeuten mehr CO2!“ machten sie auf die Gefahren für Mensch und Umwelt aufmerksam. Die Banner der Aktivisten beliefen sich auf eine Gesamtlänge von 25,25 Metern und verdeutlichten die gigantischen Ausmaße der viel diskutierten Fahrzeuge, über deren Zulassung die Länderverkehrsminister auf ihrer Konferenz in Merseburg (Sachsen-Anhalt) morgen entscheiden werden.

„Zu gefährlich, zu umweltschädlich, zu teuer“, fasste Michael Gehrmann, stellvertretender Vorsitzender der Allianz pro Schiene und VCD-Bundesvorsitzender, die Hauptargumente gegen die Zulassung der bis zu 60 Tonnen schweren Lkw zusammen. „Egal ob 60-Tonner oder 40-Tonner – das Unfallrisiko der Monstertrucks ist durch längere Überholvorgänge, gefährliche Spurüberschreitungen beim Abbiegen und einen vergrößerten toten Winkel deutlich höher als beim normalen Lkw. Wir können das nicht zulassen, denn bereits heute ist die Gefahr, bei einem Straßenverkehrsunfall tödlich zu verunglücken, doppelt so hoch, wenn ein normaler Lkw beteiligt ist.“

„Im Zeitalter des Klimawandels dürfen wir keinesfalls auf umweltgefährdende Scheinlösungen wie den Gigaliner setzen“, sagte Richard Mergner, der verkehrspolitischer Sprecher des BUND und stellvertretender Vorsitzender der Allianz pro Schiene ist. „Anders als von den Befürwortern behauptet, wird es durch die Zulassung größerer Lkw nicht weniger, sondern mehr Fahrten geben. Klimaschutz ist nur durch die massive Verkehrsverlagerung auf die Schiene machbar, denn der Straßentransport ist pro Tonnenkilometer dreimal energieaufwändiger als der Schienenverkehr.“

„Wenn die Länderverkehrsminister sich jetzt pro Monstertruck entscheiden, bedeutet das für die Zukunft mehr CO2, mehr Luftschadstoffe und mehr Lärm“, sagte Bundesgeschäftsführer Leif Miller, der den NABU in der Allianz pro Schiene vertritt. „Das ist verkehrspolitisch unsinnig und mit den Klimaschutzzielen der Bundesregierung unvereinbar.“

Informationen zum Thema Monstertrucks finden Sie auf http://www.gueter-auf-die-schiene.de/

Fotos von der heutigen Protestaktion zum kostenlosen Download
zur Verwendung in journalistischen Beiträgen, Quelle: Allianz pro Schiene

Die insgesamt 25,25 Meter langen Banner entsprechen der Länge eines Gigaliners.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 16 Non-Profit- Verbände zusammengeschlossen: die Umweltverbände BUND, NABU, Deutsche Umwelthilfe und NaturFreunde Deutschlands, die Verbraucherverbände Pro Bahn, DBV und VCD, die Automobilclubs ACE und ACV, die drei Bahngewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL sowie die Eisenbahnverbände BDEF, BF Bahnen, VBB und VDEI. Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 2 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 77 Unternehmen der Bahnbranche.