Themen: Güterverkehr
20. September 2006

Nachhaltiger Aufschwung im Schienengüterverkehr

9,5 Prozent mehr Tonnenkilometer auf der Schiene im ersten Halbjahr 2006

Berlin. Der Aufschwung im Schienengüterverkehr hält an. Nach stetig steigenden Transportleistungen in den vergangen Jahren verzeichnet das erste Halbjahr 2006 mit 9,5 Prozent mehr Tonnenkilometern erneut ein deutliches Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Die heute vom Statistischen Bundesamt (destatis) veröffentlichten Zahlen belegen, was wir schon seit längerem als nachhaltigen Trend ausgemacht haben. Trotz immer noch erschwerter Wettbewerbsbedingungen mit anderen Verkehrsträgern gewinnt die Schiene in allen Bereichen Marktanteile in Deutschland zurück“, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene am Mittwoch in Berlin.

Für das zweite Halbjahr 2006 geht das Schienenbündnis von weiter steigenden Wachstumsraten aus*. „Im laufenden Jahr wird der Schienengüterverkehr zum fünften Mal in Folge seinen Marktanteil steigern**. Das zeigt, die Förderung des umweltfreundlichsten und sichersten Transportmittels Eisenbahn trägt Früchte“, so Flege weiter. Wie in den Jahren zuvor lag das tatsächliche Wachstum im Schienengüterverkehr erneut deutlich über den Prognosen.

Nach Ansicht von Branchenexperten, die am Rande der Bahnmesse Innotrans auf einer internationalen Konferenz der Allianz pro Schiene in Berlin über weitere Verbesserungen der Umweltwirkungen im Eisenbahnverkehr diskutierten, sind jetzt jedoch verstärkte Anstrengungen beim Lärmschutz nötig. Denn das Thema Schienenlärm erweist sich bei der betroffenen Bevölkerung als wichtiger Hemmschuh beim Ausbau von Schienengüterverkehr. Technische Lösungen stehen in Gestalt der so genannten „Flüsterbremse“ (K-Sohle) zur Verfügung. Es hapert jedoch bei der Umrüstung alter Waggons, die noch immer den Großteil der Flotte ausmachen. „Den Lärm direkt an der Quelle zu bekämpfen erweist sich als sinnvoller als teuere und aufwändige Lärmschutzwände, die nur lokale Wirkung zeigen. Der Bund sollte deshalb in seinen Beratungen für den Haushalt 2007 die Flüsterbremse in sein Lärmsanierungsprogramm aufnehmen. Eine effiziente Lärmminderung erhöht die Akzeptanz des umweltfreundlichsten Verkehrsträgers insgesamt“, so Dirk Flege.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 15 Non-Profit- Verbände zusammengeschlossen. Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 2 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 71 bahnnahen Unternehmen.