02. März 2005

Der Autokanzler entdeckt die Schiene als Exportschlager

ICE statt Golf für die Golfstaaten:

Berlin, Doha. Mit Genugtuung registriert das Schienenbündnis Allianz pro Schiene, dass der Bundeskanzler zunehmend auch die umweltfreundlichen Hightechprodukte deutscher Bahntechnik-Hersteller als Exportschlager anpreist. Nach dem bildträchtigen und geschäftstüchtigen Auftritt mit Putin im ICE sollen jetzt auch die Staaten der Golfregion für Schienentechnologie Made in Germany gewonnen werden. „Wir freuen uns, dass damit erstmals ins öffentliche Bewusstsein dringt, dass Eisenbahn Know-how und Eisenbahnprodukte Made in Germany weltweit in der Hightech-Spitzenliga mitspielen und längst ein Exportschlager sind“, so Dirk Flege Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. „Außerdem ist ein ICE allemal sexier als ein Golf“, so Flege weiter.

Allein der Deal über mindestens 60 ICEs für Russland hat ein Volumen von rund 1,5 Mrd. Euro. Auch in anderen Ländern ist deutsche Schienentechnologie offenbar hoch im Kurs. Ob ICE, Transrapid, oder U-Bahn Projekte, das deutsche Schienen Know-how ist weltweit gefragt. Auch der Nahverkehrsbereich brummt. Zum Beispiel setzt Israel auf Doppelstockwagen aus deutscher Produktion.
„Die Eisenbahn hat weltweit Konjunktur. Jetzt sollte sich der Kanzler auch bei uns für die Schiene stark machen“, so Dirk Flege.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 15 gemeinnützige Verbände zusammengeschlossen, darunter die Umweltverbände BUND, NABU und NaturFreunde Deutschlands, die Verbraucherverbände Pro Bahn und VCD, die Automobilclubs ACE und ACV, sowie die drei Verkehrsgewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL. Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 1,5 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 51 bahnnahen Unternehmen, darunter die drei Weltmarktfführer im Schienfahrzeugbau Siemens AG Transportation Systems, Bombardier Transportation GmbH und Alstom LHB GmbH.