Themen: Güterverkehr
25. Mai 2005

Klares Bekenntnis zum Güterverkehr auf der Schiene

Mehdorn-Rede mit Signalwirkung:

Berlin. Erfreut zeigt sich das Schienenbündnis Allianz pro Schiene über die Rede von Bahnchef Hartmut Mehdorn auf der heutigen Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bahn AG in Berlin. „Das war ein klares Bekenntnis zum Güterverkehr auf der Schiene, trotz roter Zahlen für die Bahntochter Railion. Die Bahn ist offenbar bereit, ihre Hausaufgaben zu machen, um mehr Güterverkehr auf die Schiene zu bringen. Sie widersteht damit dem Reflex anderer Konzerne, ihre Verlustbringer kurzfristigen Renditezielen zu opfern“, lobt Allianz pro Schiene Geschäftsführer Dirk Flege. Ebenfalls erfreulich aus Sicht des Schienenbündnisses ist die positive Entwicklung der Fahrgastzahlen. „Mit dem gestiegenen Auslastungsgrad der Züge steigt der Umweltvorteil der Bahn weiter. Mehr Fahrgäste in den Zügen entlasten die Straßen und die Umwelt“, so Dirk Flege.

Besorgt zeigt sich das Schienenbündnis über die weiterhin verzerrten Wettbewerbsbedingungen auf dem Güterverkehrsmarkt. „Viele LKW-Spediteure bauen ihren Anteil am Güterverkehr mit Hilfe von Sozial- und Sicherheitsdumping aus. Am Ende sind diejenigen die Dummen, die sich korrekt verhalten“, kritisiert Dirk Flege. Ebenfalls gravierend ist die Tatsache, dass der LKW-Transport von der Politik faktisch subventioniert wird. Während es längst eine Schienenmaut auf allen Strecken für alle Züge gibt, selbst auf lokalen Gleisen, gilt die LKW-Maut bisher nur auf Autobahnen und erst ab 12 Tonnen. Solange der LKW einen Teil seiner Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen kann, unterbietet er die weitaus umweltfreundlichere und sichere Schiene im ruinösen Preiswettbewerb. Umso erfreulicher ist aus Sicht des Schienenbündnisses, dass die Bahn auch weiterhin am wenig ertragreichen Einzelwagenverkehr festhält. Jetzt ist die Politik am Zug. „Wer mehr Güter auf der Schiene will, muss dafür sorgen, dass sich auch der Einzelwagenverkehr auf Dauer rechnet, weil er sonst an die LKW verloren geht. Das geht nur, wenn die weiter bestehenden Wettbewerbsnachteile des Schienengüterverkehrs in Deutschland und Europa abgebaut werden“, so Dirk Flege.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 15 gemeinnützige Verbände zusammengeschlossen, darunter die Umweltverbände BUND, NABU und NaturFreunde Deutschlands, die Verbraucherverbände Pro Bahn und VCD, die Automobilclubs ACE und ACV, sowie die drei Verkehrsgewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL. Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 1,5 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 53 bahnnahen Unternehmen.