15. Dezember 2004

Allianz pro Schiene: "Schweiz als Vorbild für LKW-Maut"

Bundesamt für Güterverkehr gibt grünes Licht für Maut-System

Heute hat das Bundesamt für Güterverkehr dem Mautsystem des Betreiberkonsortiums „Toll Collect“ die Betriebsfähigkeit bescheinigt. „Wir sind erfreut, dass nun auch die letzte Hürde zur Einführung der LKW-Maut in Deutschland genommen wurde“, freut sich Allianz pro Schiene Geschäftsführer Dirk Flege. Beim Schienenbündnis verweist man aus diesem Anlass auf die positiven Erfahrungen der Schweiz mit der LKW-Maut. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht zur Verkehrsverlagerung in der Schweiz bestätigt deren positive Effekte. „Das Beispiel Schweiz zeigt, dass das Konzept der LKW-Maut grundsätzlich ein sinnvoller Weg ist und funktioniert“, so Dirk Flege. „Nach der Fokussierung der öffentlichen Diskussion in Deutschland auf die technischen Mängel des Mautsystems sollte jetzt wieder das eigentliche Ziel der LKW-Maut im Vordergrund stehen: eine gerechtere Anlastung der Wegekosten bei den Hauptverursachern und damit verbunden, die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene, wie es die Schweizer beispielhaft vorführen“, so Flege weiter.

Aus dem zweiten Verlagerungsbericht des Schweizer Bundesrats vom November 2004 geht hervor, dass seit der Einführung der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) im Jahr 2001 die Zahl der alpenquerenden LKW in der Schweiz um 100.000 Fahrzeuge abgenommen hat.
Damit konnte erstmals der Trend zur stetigen Zunahme des Schwerverkehrs in den Alpen bis zum Jahr 2000 gebrochen werden.

Aus Sicht der Allianz pro Schiene lässt der Verlagerungsbericht auch Rückschlüsse für Deutschland zu. „Die Ergebnisse des Verlagerungsberichts zeigen auch, dass die bisherige Ausgestaltung der Maut in Deutschland nicht ausreicht, dauerhaft mehr Güter auf die Schiene zu bringen“, so Allianz pro Schiene Geschäftsführer Dirk Flege. „Um das Verursacher-Prinzip gerecht anzuwenden sollte die LKW-Maut möglichst bald auch auf Fernstraßen ausgedehnt und LKW ab 3,5 Tonnen einbezogen werden, denn auch hier entstehen Schäden“, so Flege weiter.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 17 gemeinnützige Vereine zusammengeschlossen, darunter die Umweltverbände BUND, NABU und NaturFreunde Deutschlands, die Verbraucherverbände Pro Bahn und VCD, sowie alle Gewerkschaften aus dem Bahnbereich. Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 1,5 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 53 bahnnahen Unternehmen.