Themen: Infrastruktur
08. November 2004

Straßen verbrauchen viermal mehr Fläche als Schienen

Verkehrsfläche in Deutschland ist größer als das Land Thüringen

Die Allianz pro Schiene hält den Flächenverbrauch in Deutschland für „Besorgnis erregend hoch“. Auch wenn sich der „Flächenfraß“ für Siedlungen und Verkehr leicht abgeschwächt habe, schneide Deutschland im internationalen Vergleich schlecht ab. So werden nach den heute veröffentlichten Angaben des Statistischen Bundesamtes 4,9 Prozent der Bodenfläche Deutschlands vom Verkehr beansprucht. „In den dicht besiedelten Niederlanden braucht der Verkehr nur 2,7 Prozent der Landesfläche, in Österreich sogar nur 0,8 Prozent“, kommentierte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege die Zahlen.

Nach den heute vom Statistischen Bundesamt vorgestellten Zahlen beträgt die vom Verkehr beanspruchte Fläche in Deutschland 17.353 km². „Die Verkehrsfläche in Deutschland ist größer als das Land Thüringen“, so Flege. Seit 1993 hat die Verkehrsfläche um 912 km² zugenommen. Flege: „Jedes Jahr asphaltieren wir für den Verkehr eine Fläche zu, die annähernd die Größe der Insel Sylt hat.“

Dafür ist nach Auffassung der Allianz pro Schiene vor allem der „ungezügelte Straßenbau in Deutschland“ verantwortlich. Flege: „Die Straße verbraucht viermal mehr Fläche als die Schiene.“ Für einen Kilometer Autobahn werden 0,04 km² Boden versiegelt, dagegen für einen Kilometer Schnellbahntrasse nur 0,01 km². In dieser Relation noch nicht berücksichtigt ist der zusätzliche Bedarf an Parkfläche für die ruhenden Fahrzeuge, der im Individualverkehr mit PKW und LKW wesentlich höher ist als bei den öffentlichen Verkehrsmitteln Bus und Bahn.

„Wenn die Bundesregierung ihr Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie erreichen will, die Zunahme des Flächenverbrauchs bis zum Jahr 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu senken, muss sie den Schienenverkehr stärker fördern“, forderte der Geschäftsführer des Schienenbündnisses Flege.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 17 gemeinnützige Vereine zusammengeschlossen, darunter die Umweltverbände BUND, NABU, LBU und NaturFreunde Deutschlands, die Verbraucherverbände Pro Bahn und VCD, alle Gewerkschaften aus dem Bahnbereich, sowie die Berufsverbände BFBahnen, VDEI und VBB. Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 1,5 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 53 bahnnahen Unternehmen.