Sieger 2022

Auch in schwierigen Zeiten, haben unsere Eisenbahnerinnen und Eisenbahner wieder gezeigt, mit welchem Einsatz sie für die Reisenden da sind.

Unsere Gewinnerinnen und Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs sind wieder einmal herausragende Beispiele für besonderes Engagement für unsere Mitmenschen. Unser Goldgewinner ist wahrlich ein Held, unsere Sonderpreisgewinner half in einer der schlimmsten Katastrophen der letzten Jahre und unsere Silbersiegerinnen zeigten entschlossen Herz.

Kurzum: Unsere Eisenbahnerinnen und Eisenbahner sind Botschafter der Menschlichkeit.

Gold: Kujtim Haziri

Für Shequita Curby und ihren Ehemann Sam ist es ein Tag, den sie nie wieder vergessen werden. Gerade kommen sie mit dem Zug aus Amsterdam zurück ins beschauliche Wittlich, in Rheinland-Pfalz. Die junge Amerikanerin arbeitet dort im Finanzbereich. Drei Jahre sind Sam und sie verheiratet und haben das mit einer Reise in die Niederlande gefeiert. Auf einmal reagiert die Mutter einer 12-jährigen Tochter nicht mehr auf die Fragen ihres Ehemannes. In der Bahnhofsunterführung bricht sie plötzlich zusammen. Ihr Mann gerät in Panik, ruft um Hilfe – aber niemand reagiert.

Auf dem Bahnsteig hört Zugbegleiter Kujtim Haziri die Rufe des verzweifelten Mannes und rennt runter, um nachzusehen, was passiert ist. Er fühlt den Puls und beginnt sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen, während er auch noch den Notruf wählt. Mehr als eine Viertelstunde reanimiert er die junge Frau, bis der Notarzt eintrifft und übernimmt. Eine halbe Stunde kämpfen die Ärzte um das Leben von Shequita. Dann ist klar – sie wird überleben.

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Lieber Herr Kujtim Haziri...

Nennen Sie mich Tim, das tun alle.

Gerne, lieber Tim, herzlichen Glückwunsch zum Eisenbahner mit Herz!

Danke, aber der Preis gilt nicht mir allein, sondern meiner ganzen Umgebung, meinem Vorgesetzten Udo Steffen und meinen Kollegen. Ohne die wäre ich nicht der Mensch, der ich bin. Der Preis geht an alle.

In diesem Fall haben Sie allein Herz und Mut gezeigt und ein Leben gerettet. Wie kam es dazu?

Der Tag, ein kalter Novembertag, fing ganz normal an. Von meinem Teamleiter habe ich gelernt, dass wir auch Spaß bei der Arbeit haben dürfen. Und das habe ich: Wir begrüßen unsere Reisenden per Ansage, ich mache gerne etwas Small Talk, lerne immer neue Reisende kennen. Es ist ein schöner Beruf. Und es war eine ganz normale Fahrt – bis Wittlich.

Und was passierte dort?

Als ich den Zug verließ, hörte ich Hilferufe aus der Unterführung. Andere hörten das auch, aber sie schauten lieber in eine andere Richtung. So einer bin ich aber nicht: Ich bin hingeeilt und habe gesehen, dass ich den Notarzt rufen muss. Die Frau war bewusstlos und hat nicht mehr geatmet. Gemeinsam mit ihrem Mann habe ich mit der Reanimation und Mund-zu-Mund-Beatmung begonnen. Ich habe ihm einfach gesagt, was er machen soll. Zum Glück hatte ich gerade meinen Erste-Hilfe-Kurs aufgefrischt. So haben wir fast 20 Minuten durchgehalten, bis der Notarzt kam. Der hat sie dann wieder ins Leben zurückgeholt. Im Krankenhaus haben sie dann festgestellt, dass sie einen Herzinfarkt hatte und operiert werden muss.

Wie haben Sie sich gefühlt?

Es war ein unbeschreibliches Gefühl, einfach unbeschreiblich. Ich habe gedacht, wir haben sie nicht verloren, das Leben geht weiter. Und nicht nur für sie, sondern auch für alle Menschen, die sie lieben, ihr Mann, ihre 12-jährige Tochter, ihre Mutter.

Haben Sie alle kennengelernt?

Ja, nach drei Tagen im Krankenhaus wollte sie mich kennenlernen. Ich habe später auch ihre ganze Familie kennengelernt. Und ich habe noch heute regelmäßigen Kontakt zu ihr: Ich freue mich jedes Mal, wenn ich ihre Stimme höre und wenn sie lacht.

Das ist ja erfreulicherweise kein Alltag. Aber eine Erste-Hilfe-Ausbildung ist ja zum Glück Pflicht für Zugbegleiter.

In diesem Fall war es auch noch ein Glück, dass ich gerade den Auffrischungskurs gemacht hatte, der alle zwei Jahre fällig ist.

Mussten Sie Ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse schon vorher anwenden?

Am Bahnsteig 4 in Koblenz. Da war eine Frau auf einer Rolltreppe ausgerutscht und hatte sich die Knie übel aufgeschlagen. Ich habe sofort den Erste-Hilfe-Kasten geholt und die blutenden Wunden verbunden. Sie und ihr Mann waren Flüchtlinge aus Syrien und kannten sich nicht gut aus. Da habe ich sie dann noch in das Brüderkrankenhaus in Koblenz gebracht.

Wie sind Sie denn zur Bahn gekommen?

Ich bin schon als kleines Kind sehr gerne mit meinen Eltern in der Bahn schöne Strecken gefahren, oft sind wir nach Griechenland gereist, das waren lange Fahrten. Und ich lerne gerne neue Leute kennen. Als ich aus dem Kosovo nach Deutschland kam, habe ich zuerst als Weinverkäufer am Kaiserstuhl gearbeitet. Und mich dann bei der Bahn beworben. Die haben mich genommen, obwohl ich schon den Bewerbungsschluss versäumt hatte. Was für ein Glück! Für mich fühlt sich das manchmal gar nicht nach Arbeit an, sondern ich bin komplett dabei.

Gibt es denn etwas, was sie sich nach so vielen Jahren von Ihren Gästen wünschen?

Ach, die Bahn ist wie mein zweites Zuhause. Ich verbringe hier so viel Zeit und kenne viele meiner Gäste. Hier an der Mosel ist die Natur so schön. Ich freue mich, wenn sie einfach die Fahrt genießen können. Und wenn sie etwas auf dem Herzen haben, können sie mich jederzeit ansprechen.

Haben Sie selbst einen Lieblingsfahrgast?

Ja, das habe ich wirklich: Es ist ein vierjähriger Junge, der regelmäßig mit seiner Mutter Zug fährt. Er ist ein unglaublicher Sonnenschein: Er strahlt mich immer an, wenn er mich sieht, und möchte auf den Arm. Er bringt alle Reisenden zum Lachen, da ist die Stimmung im Zug richtig gut.

Vielen Dank, Tim!

Silber: Janina Küfner/ Julia Schelhorn

Wir treffen Janina Küfner und Julia Schelhorn im ICE von München nach Erfurt. Ab Nürnberg wird es voll. Die beiden behalten einen kühlen Kopf und kümmern sich um die vielen
Fahrgäste. 90 Minuten und einen Kaffee später sitzen wir zusammen in der neu gestalteten Mitarbeiterlounge in Erfurt.

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Liebe Frau Küfner, liebe Frau Schelhorn, herzlichen Glückwunsch zum Eisenbahner mit Herz! Sie haben sich ja gleich zu zweit für einen Fahrgast eingesetzt...

JS: Das war selbstverständlich. Wir waren auf dem Rückweg im ICE von Hamburg nach Nürnberg via Berlin. Ich traf bei der Fahrkartenkontrolle auf eine weinende Studentin, die wegen
eines ausgefallenen Zugs ihren Super-Sparpreis für 49 Euro nicht nutzen konnte und ein Ticket für 233 Euro kaufen musste. Das geht ja gar nicht.

JK: Julia kam gleich zu mir. Und wir waren uns sofort einig, dass hier etwas schief gelaufen war.

JS: Der EC von Berlin nach Budapest war ausgefallen, im Reisezentrum am Berliner Hbf gab es ein Missverständnis mit Celia - so hieß die Studentin - sodass sie ein neues Ticket für die
Strecke über Nürnberg und Wien kaufte. Das war aber nicht nötig. Wenn ein Zug ausfällt, kann der Fahrgast jeden anderen Zug nehmen, damit er möglichst schnell an sein Ziel kommt.

Was haben Sie unternommen?

JS: Wir mussten erst einmal die völlig aufgelöste Studentin beruhigen und haben ihr einen Snack und Getränke auf Kulanz besorgt. Sie hatte ihre halbe Monatsmiete in Budapest für die Fahrkarte ausgegeben. Da sie gar nicht soviel Geld dabei hatte, musste sie die Notfall-Kreditkarte ihrer Eltern nutzen. Sie wusste nicht, wie sie das Geld jemals zurückzahlen könnte.

Das dauerte sicher lange, bis die Sache geklärt war?

JS: In jedem Fall war es nicht so einfach. Ich wollte das Reisezentrum im Berliner Hbf anrufen. Doch die Reisezentren sind telefonisch nicht erreichbar, nicht einmal für uns. Da fiel mir ein, dass die DB Lounge in Berlin direkt neben dem Reisezentrum liegt. Also habe ich dort angerufen und die Kollegin ist mit dem schnurlosen Telefon ins Reisezentrum gegangen. Nachdem ich den Fall geschildert hatte, war klar, dass die Studentin gar keine neue Fahrkarte gebraucht hätte. Bei Zugausfall dürfen Fahrgäste alternative Verbindungen nutzen, und zwar ohne Mehrkosten, auch wenn es eine längere Strecke ist.

Und dann?

JK: Wir wollten erreichen, dass die Studentin ihr Geld sofort zurückbekommt. In Nürnberg war unser Dienst zu Ende, und Celia hatte 90 Minuten Umsteigezeit. Also sind wir zusammen ins Nürnberger Reisezentrum.

JS: Und nach etwas Diskussion hat sie den Betrag abzüglich 19 Euro Bearbeitungsgebühr auch direkt auf die Kreditkarte zurückgebucht bekommen. Und die 19 Euro Bearbeitungsgebühr gab es später auch noch zurück.

Dafür gab es sicher auch ein riesiges Dankeschön der
Studentin.

JK: Sie bedankte sich gleich nach ihrer Ankunft in Budapest noch einmal über WhatsApp. Wenn ich daran denke, macht mich das heute noch froh.

JS: Wir waren dann sehr überrascht, als wir erfuhren, dass wir für den Eisenbahner mit Herz nominiert sind.

Warum, es war doch eine tolle Serviceleistung von Ihnen?

JK: Für uns war das so selbstverständlich. Wir erleben regelmäßig, dass wir Fahrgästen in wichtigen Situationen mit individuellem Einsatz helfen müssen.

JS: Ich muss an die kleine Amelie denken, deren Mutter es aus der Zigarettenpause am Bahnsteig in Fulda nicht mehr in den ICE geschafft hatte. Wir haben sie mit Süßigkeiten und Spielen getröstet – und gleich in Kassel einem Kollegen übergeben, der sie dann in den darauf folgenden Zug mit der Mutter gebracht hat.

Dann wird es ja nicht lange dauern, bis sie wieder nominiert werden.

JK: Ach, das muss gar nicht sein. Wir freuen uns genauso, wenn die Leistungen unserer Kolleginnen und Kollegen ausgezeichnet werden.

Vielen Dank für eure Zeit!

Bronze: Mohammed Boujettou

Strahlender Sonnenschein. Nachmittags. Viele Familien und Ausflügler fahren in der Bahn von
Mohammed Boujettou wieder zurück in die Stadt. Eigentlich eine ruhige Strecke. Nicht so aber
an diesem Tag. Ein Gast wird ausfällig, beleidigt andere Reisende. Und unser Bronze-Gewinner,
seit 20 Jahren Kundenbetreuer bei der eurobahn, mittendrin. Durch seine offene, herzliche und
doch bestimmte Art schafft er es, den Gast ruhig zu stellen. Die Reisenden sind ihm dankbar und
nominieren ihn umgehend für den Eisenbahner mit Herz-Wettbewerb.

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Herr Boujettou, herzlichen Glückwunsch zum Bronze-Preis. Sind Sie nervös?

Ich habe noch nie ein Interview gegeben.

In einer anderen Situation haben Sie keine Nervosität gezeigt.

Da war keine Zeit. Ich musste meine Fahrgäste schützen. Aber für mich ist das Alltag, damit haben wir jeden Tag zu tun.

Wie sieht denn der Alltag bei Ihnen aus?

Das Schöne ist: In diesem Beruf gibt es keine normalen Arbeitstage. Es ist immer unterschiedlich, mal mit etwas Stress, mal ein ruhiger Tag. Ich kann nie vorher sagen, wie es wird.

Und an diesem besonderen Tag?

Zuerst war alles ganz normal. Ein sonniger Tag, viele Fahrgäste unterwegs. Ich bin in Altenbeken in den Zug nach Bielefeld eingestiegen. Ich bin zuerst einmal ganz durch den Zug gegangen, um mir einen Überblick zu verschaffen. Das mache ich immer so, denn die Fahrgäste haben oft Fragen, ein falsches Ticket oder sitzen sogar im falschen Zug. An diesem Tag ist mir ein Fahrgast gleich aufgefallen.

Warum?

Er saß ganz ruhig da, hatte keine Maske auf. Ich ermahnte ihn, und er sagte nur „Jaja, okay“. Ich dachte er hätte etwas getrunken, vielleicht stand er auch unter Drogen. Als wir losfuhren, geht er auf die Knie und beginnt mit rituellen Gebeten. Bevor er sich hingekniet hat, hat er mich gefragt, wie ich heiße. Okay, sagte er, dann bete ich jetzt für dich.

Das ist nicht alltäglich, oder?

Ganz und gar nicht, obwohl ich schon einiges erlebt habe. Dann begann er Fahrgäste anzusprechen und zu belästigen. Da habe ich eingegriffen und ihm gesagt, wir setzen uns jetzt hin und reden.

Warum das? Sie hätten doch einfach die Polizei rufen können.

Das ist richtig. Aber auf dem Land gibt es keine Bundespolizei, da kann ich nur die normale Polizei rufen und das dauert meist eine halbe Stunde, bis die da ist. Ich wollte aber, dass meine Fahrgäste ihren Anschluss in Bielefeld bekommen.

Wie ging es weiter?

Er hat sich geweigert sich zu setzen, hat nochmal einen kräftigen Schluck Wodka genommen und mich umarmt. Dann habe ich weiter Fahrkarten kontrolliert. In Detmold war inzwischen ein älterer Mann eingestiegen, der von einem Wanderausflug kam. Auf einmal bekam der Störenfried einen Wutanfall, hämmerte mit den Fäusten auf die Sitze und schrie durchs Abteil. Der Wanderer entfernte sich, der Störenfried hinterher, er schrie ihn an und biss sogar in seinen Wanderstock. Da bin ich dazwischen gegangen und habe ihn festgehalten. „Lass die Leute in Ruhe“, habe ich gesagt und ihn in dem Raum zwischen Fahrkartenautomat und Toilette gedrängt und den Ausgang blockiert.

War das nicht gefährlich?

Ich hatte ja keine Wahl. Er ist jeden Fahrgast angegangen, der ihn angeguckt hat. Nur vor mir hatte er irgendwie Respekt. Er hat danach ganz zutraulich gesagt: „Du bist mein Bruder.“ Ich habe gesagt: „Ja, ich bin sogar dein Vater, wenn du willst, Hauptsache, du bist jetzt ruhig.“ Das hat dann auch geklappt, auch wenn es noch lange 30 Minuten zwischen Detmold und Bielefeld waren.

Was war das Beste an diesem Tag?

Wir waren pünktlich in Bielefeld.

Vielen Dank für das Gespräch.

Sonderpreis Pasquale D‘Ambrosio

Jury verleiht Sonderpreis an tatkräftigen Lokführer für Fluthilfe im Ahrtal
Pasquale D‘Ambrosio ist Lehrlokführer. Er sorgt dafür, dass aus Auszubildenden hervorragende Lokführerinnen und Lokführer werden. Mit dem diesjährigen Sonderpreis hat unsere Jury Pasquale D‘Ambrosio allerdings für sein besonderes Engagement außerhalb seiner Arbeitszeit ausgezeichnet. Im Sommer 2021 kommt es zu einer Flutkatastrophe, die besonders das Ahrtal hart trifft. Viele Menschen dort stehen vor dem Nichts und sind dringend auf helfende Hände angewiesen. So auch Niki Kozisek aus Ahrweiler, der uns Pasquale D‘Ambrosio für den Wettbewerb vorgeschlagen hat: „Pasquale war einer der ersten, helfenden Leute vor Ort und packte ohne zu fragen an mehreren Tagen „mit Herz“ und Muskelkraft an, schleppte Schlamm, räumte schwerste Lasten aus dem Weg und war eine „echte Bank“ in der Eimerkette.“ - ein preiswürdiges Engagement!

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Pasquale, wie kam es, dass Du zum Fluthelfer wurdest?

Einer meiner damaligen Kameraden, aus meiner Zeit als Berufssoldat, hat über Whatsapp zur Fluthilfe aufgerufen und ich habe sofort zugesagt. Wir sind dann recht schnell in die Region gefahren und haben Niki kennengelernt, einen der betroffenen Anwohner.

Wie war der erste Eindruck dort?

Das Ausmaß der Zerstörung war wirklich gewaltig. Wir haben dann ohne zu zögern angepackt. Erstmal waren wir zwei Tage in Folge vor Ort und sind dann immer wieder hingefahren und haben gearbeitet. Ich wohne nicht sehr weit vom Ahrtal, habe eine gute Stunde Anfahrt. Wir haben immer kurzfristig erfahren, wo der Schuh besonders drückt und sind direkt dorthin. Das Netzwerk der Helfenden wurde Tag für Tag größer. Die Solidarität war beeindruckend hoch.

Was hast Du im Zuge deiner Hilfsaktion gelernt?

Wenn man zusammenhält, kann man viel bewegen! Und man muss nicht viel können oder besonders kräftig sein. Mir ist immer noch eine ältere Dame im Kopf, die mit einem Tablett mit geschmierten Stullen umherging und diese verteilt hat. Das hat mich bewegt. Alle können helfen, es ist eine Einstellungssache.

Was hat Dich motiviert hinzugehen und anzupacken?

Für mich war das eine moralische Frage. Kann ich ruhig zu Hause sitzen, wenn unweit von mir die Hölle losbricht? Das muss jeder für sich beantworten. Für mich gab es da keine Ausreden. Mir war klar, dass die Frage nicht ist, ob ich helfe, sondern: Wann geht‘s los? Durch die tatkräftige Unterstützung meiner Frau, die trotz ihrer Berufstätigkeit zu Hause viel gestemmt hat, war es dann möglich, dass ich in meiner Freizeit vor Ort sein konnte.

Nun wirst Du mit dem Eisenbahner mit Herz Sonderpreis ausgezeichnet, was bedeutet Dir das?

Der Preis ist eine sehr schöne Anerkennung. Ich freue mich darüber und war total überrascht. Vielleicht spornt die Auszeichnung ja auch andere Menschen an, anzupacken, wenn Hilfe gefragt ist. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, an jeden Menschen zu appellieren: Haltet zusammen und helft, wo ihr könnt.