Berlin, den 31. Mai 2013. Der Verkehrssektor ist auf dem besten Weg, seine Position als Europas größtes Klimasorgenkind weiter zu zementieren. Das geht aus gerade veröffentlichten Zahlen der Europäischen Umweltagentur (EEA) hervor. Danach sind die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs in der EU von 1990 bis 2011 um 28 Prozent gestiegen. Andere Sektoren konnten dagegen deutliche Rückgänge verbuchen: Die Industrie kam auf ein Minus von 32 Prozent, bei der Energie-Erzeugung reduzierte sich der Ausstoß von Treibhausgasen um 16 Prozent und die Haushalte konnten sogar Einsparungen von 24 Prozent seit 1990 vorweisen. Wenn wir nicht umsteuern, wird der Verkehr im Jahr 2050 ganz allein 50 Prozent aller CO2-Emissionen verursachen, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Freitag in Berlin und berief sich auf Angaben der EU-Kommission.
Treibhausgas-Emissionen nach Sektoren (EU-27)
Entwicklung von 1990 bis 2011 in %, 1990 = 100
Die CO2-Minderung im Verkehr ist eine drängende Herausforderung, die politisch in den Fokus rücken muss, sagte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer. Dabei ist Verkehrsverlagerung ein ganz zentrales Instrument, ohne das die Wende nicht gelingen wird. Die Allianz pro Schiene verwies darauf, dass der öffentliche Verkehr und die Güterbahnen viel klimaschonender unterwegs seien als etwa Pkw und Lkw. So fährt in Deutschland die Bahn im Personenverkehr im Vergleich zum Auto 2,5 mal so klimaschonend, im Güterverkehr erreicht die Bahn im Vergleich zum Lkw sogar den Faktor 4,5. Leider zeigen die Zahlen der Europäischen Umweltagentur, dass beim Verkehr seit Jahrzehnten etwas fundamental falsch läuft.