14. Februar 2017

Wie leise werden die Züge? An diesen 17 Strecken wird bald Schienenlärm gemessen

Sensoranlage am Gleis: Hier wird der Schienenlärm gemessen
Wie leise werden die Züge? Hier wird der Schienenlärm bei einer Vorbeifahrt eines Regionalexpresses gemessen.

Noch in diesem Jahr soll mit der bundesweiten Messung von Schienenlärm begonnen werden. Das geht aus der aktuellen Ausschreibung des Eisenbahn-Bundesamtes zur Errichtung des „Messstellenetz Lärm-Monitoring“ hervor. Die ersten Details zur Lärmmessung im Überblick.

Bis Ende 2020 soll der Schienenlärm halbiert werden, so das erklärte Ziel von Politik und Bahnbranche. Um die Fortschritte bei der Umsetzung der Lärmschutzmaßnahmen zu messen und die Entwicklung des Schienenlärms zu dokumentieren, hat das Eisenbahn-Bundesamt nun ein bundesweites „Messstellennetz Lärm-Monitoring“ ausgeschrieben. Die Frist läuft noch bis zum 17. März.

Schienenlärm: Das wird gemessen

Demnach sollen noch in diesem Jahr insgesamt 17 Lärmmessstationen an viel befahrenen Schienenstrecken installiert werden. Gemessen werden die Schallemissionen vorbeifahrender Güterzüge am Tag (6 bis 22 Uhr) und in der Nacht (22 bis 6 Uhr), insbesondere:

  • der Momentanpegel, LAF: Lautstärke zu einer bestimmten Uhrzeit
  • der maximale Vorbeifahrtpegel, LAFmax: lautester Pegel während einer Vorbeifahrt
  • der Dauerschallpegel, LAeq: Mittelwert der Lärmemissionen je Tag / Nacht
  • die Dauer der Vorbeifahrten

Im Monatsturnus soll das Eisenbahn-Bundesamt künftig über die Schallwerte unterrichtet werden. Bisher nicht verpflichtend ist in der Ausschreibung gefordert, die Schienenlärmpegel in Echtzeit auf einer Online-Plattform darzustellen. Auch die detaillierte Auswertung nach Zügen und sogar einzelnen Wagens soll möglich sein.

An diesen Strecken wird der Schienenlärm gemessen

BundeslandBetriebsstelleempfohlener StreckenabschnittAbdeckung im Netz
Baden-Württemberg EbringenLeutersberg – NorsingenOffenburg – Müllheim
Baden-Württemberg SachsenheimEllental – SersheimMülacker – Nietigheim-Bissingen
BayernGirchingVilshofen a.d. Donau – PlattlingRegensburg – Passau
BayernGroßkarolinenfeldOberelkofen – EgartenMünchen – Rosenheim
BayernHimmelstadtVeitshöchheim – Karstadt (Main)Würzburg – Gemünden
BrandenburgKarstädtSchilde – Grabow (Meckl.)Ludwigslust – Wittenberge
HessenMarbach (Fulda)Götzenhof – HauneckFulda – Berba
NiedersachsenAhlemHannover-Linden – Hafen AhlemHannover-Linden – Wunstorf
NiedersachsenBienenbüttelDeutsch Evern – EmmendorfLüneburg – Uelzen
NiedersachsenMisburgMisburg Süd – AhltenHannover – Lehrte Rbf
Nordrhein-WestfalenBonn OberkasselNiederdollendorf – MendenKöln – Neuwied (rechte Rheinstrecke)
Nordrhein-WestfalenKöln BonntorKöln Südbrücke – Köln BonntorStadtquerung Köln
Rheinland-PfalzSinzigBrohl – SinzigBonn – Koblenz (linke Rheinstrecke)
Sachsen-AnhaltEilslebenHelmstedt – NiederdodelebenBraunschweig – Magdeburg
Schleswig-HolsteinTorneschElmshorn – PinnebergElmshorn – Hamburg
ThüringenCamburg (Saale)Kaatschen – DornburgCamburg – Lichtenfels

Quelle: Eisenbahn-Bundesamt

Die Vergabe des Projekts erfolgt voraussichtlich im Sommer. Innerhalb von drei Monaten sollen die Lärmmessstationen installiert sein, heißt es in der Ausschreibung.

Hintergrund: Schienenlärm

Lärm ist störend und kann krank machen. Ein zu hoher Schallpegel schädigt das Gehör und führt zu psychischem Stress. Lärmminderung und Lärmschutz sind daher ein wichtiger Teil von Verkehrspolitik und Verkehrsplanung. Und weil das Verkehrsaufkommen stetig steigt, wird eine zügige Umsetzung immer wichtiger. Dies gilt vor allem im Schienengüterverkehr, der im Vergleich zum Schienenpersonenverkehr noch immer zu laut unterwegs ist.

Mit dem Dialog-Projekt „Plattform Leise Bahnen“ hat die Allianz pro Schiene einen 7-Punkte-Plan zur Reduzierung von Schienenlärm vorgelegt. Zentrale Maßnahmen sind dabei die Umrüstung von Fahrzeugen auf leise Technik, die Entwicklung von Lärmminderungstechnologien im Bereich der Infrastruktur und des Lärmschutzes und die Verschärfung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Um die Fortschritte bei der Senkung des Schienenlärms zu messen, hat die Allianz pro Schiene die Errichtung eines bundesweiten Messstellennetzes eingefordert.

Ausführlich: 7 Schritte auf dem Weg zu einem leiseren Schienengüterverkehr