22. Februar 2019

Lärmminderung im Schienenverkehr: Parlamentarisches Frühstück zeigt großen Diskussionsbedarf

Verkehrsausschussvorsitzender Cem Özdemir übernimmt Schirmherrschaft

Lärmminderung im Schienenverkehr: Parlamentarisches Frühstück zeigt großen Diskussionsbedarf: Verkehrsausschussvorsitzender Cem Özdemir übernimmt Schirmherrschaft
Cem Özdemir will künftig noch deutlich mehr Personen und Güter auf die Schiene bringen. Insofern hat das Thema Lärmminderung bei den Bahnen für ihn eine hohe Priorität.

Lärmminderung ist längst kein reines Branchenthema mehr, sondern für viele Menschen von ganz konkreter Bedeutung. Somit greift auch die Politik das Thema in zunehmendem Maße auf.

Die Allianz pro Schiene setzt sich seit vielen Jahren für einen leiseren Schienenverkehr in Deutschland ein. Am 22. Februar haben wir Mitgliedern des Deutschen Bundestags (MdBs) die Möglichkeit gegeben, sich im Rahmen eines Frühstücks zum Thema auszutauschen. Die Diskussion, an der Mitglieder aller im Bundestag vertretenen Fraktionen teilnahmen, fand im Namen des im April 2018 gestarteten Projekts „Forum leise Bahnen“ statt, das an das Projekt „Plattform leise Bahnen“ aus dem Jahr 2016 anknüpft.

Lärmminderung im Schienenverkehr: Der Handlungsdruck ist groß

Um die Klimaschutzziele im Verkehr zu erreichen, hat sich die Bundesregierung vorgenommen, in Zukunft deutlich mehr Menschen und Güter mit der Schiene von A nach B zu bringen. Dass dies jedoch nur gelingen kann, wenn der Schienenverkehr leiser wird, zeigen etliche Bürgerproteste, die in der Vergangenheit etwa den Ausbau von Schienenstrecken blockiert haben. „Die Politik nimmt das Thema Schienenlärm sehr ernst“, sagt Cem Özdemir, Vorsitzender im Verkehrsausschuss und Schirmherr des Parlamentarischen Frühstücks. Durch das einstimmig im Parlament verabschiedete Schienenlärmschutzgesetz und durch die Aktivitäten des Schienenlärm-Referats sei schon viel Gutes auf den Weg gebracht worden, so Özdemir. Umso wichtiger sei es, das Thema jetzt weiter voranzutreiben.

Auch die Bahnbranche selbst habe Wort gehalten und sei die Lärmminderung aktiv angegangen. „Unsere Flotten fahren spätestens Ende nächsten Jahres komplett mit Flüsterbremsen und sind damit nur noch halb so laut unterwegs“, betont Malte Lawrenz, Vorsitzender des Verbands der Güterwagenhalter in Deutschland (VPI). Dennoch müsse die Lärmreduzierung weitergehen. Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, bekräftigt: „Der Handlungsdruck beim Thema Schienenlärm ist unverändert hoch. Branche und Politik haben in den letzten Jahren Vorbildliches geleistet – doch das reicht noch lange nicht. Die Schiene muss insgesamt noch deutlich leiser werden.“

Bahnlärm bekämpfen: Projekt „Forum leise Bahnen“ treibt den Dialog zwischen Branche und Politik weiter voran

Was zu viel Bahnlärm mit Mensch und Heimat macht, hat Detlef Pilger (MdB, SPD) selbst erlebt: „An manchen Abschnitten der Rheintalbahn verfallen die Gebäude, die Touristen bleiben weg – man kann Nachts vor lauter Krach nicht schlafen.“

Die Frage, wie Branche und Politik solche Probleme lösen, und wie die Schiene insgesamt noch deutlich leiser werden kann, soll unser Projekt „Forum leise Bahnen“ klären, das noch bis März 2020 läuft.

Mehr Infos zum Projekt „Forum leise Bahnen“.

 

Bildergalerie: „Lärmminderung im Schienenverkehr“ Parlamentarisches Frühstück

 

Weitere Information:

 

Dieses Projekt wird durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.