Themen: Umwelt
09. September 2010

„Windige Rechentricks gegen die Panik“

Neue „Verkehrsträgeranalyse“ der Luftbranche ist eine Luftnummer

Macht die Flugticketsteuer die Branche nervös? Die neue Analyse ist jedenfalls unseriös.

Berlin. Die „Verkehrsträgeranalyse“, die die Luftfahrtbranche am Donnerstag in Berlin vorgestellt hat, stößt bei der Allianz pro Schiene auf heftigen Widerspruch. „Nach den neuesten Zahlen soll der Luftverkehr angeblich der am wenigsten subventionierte Verkehrsträger sein. Leider sind die Rechnungen unseriös“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. So hätte das Forschungsinstitut Infras mit extrem niedrigen Preisen für die Tonne CO2 gerechnet, und damit die Umweltkosten des Luftverkehrs kleingerechnet. „Laut Luftverkehrslobby verursacht das Fliegen weniger Umweltschäden als Bahnfahren. Das ist ein Witz“, sagte Flege und verwies auf die Infras-Studie im Auftrag der Allianz pro Schiene, die 2007 externe Umweltkosten für den Flugverkehr in Höhe von 5 Cent pro Personenkilometer errechnet habe und für den Schienenverkehr lediglich auf einen Wert von 2 Cent pro Personenkilometer gekommen sei.

Auch die Mär von der subventionsfreien Flughafen-Infrastruktur schreibe das Gutachten fort. „Jedes Jahr überweisen Länder und Kommunen dreistellige Millionenbeträge für regionale Flughäfen. Diese Summen werden einfach unterschlagen“, sagte Flege. Ein anderer Rechentrick gehöre dagegen schon ins Reich der Finanz-Zaubertricks: So verbuche die Luftbranche die Kosten für die neugebaute Schienen-Anbindung der Flughäfen, etwa Köln – Bonn oder Frankfurt – Flughafen einseitig als Subventionen für die Schiene, während der Flugverkehr ohne Subvention dargestellt wird. „Offenbar hat die Branche wegen der überfälligen Flugticket-Steuer panische Angst um die eigenen Marktanteile“, sagte der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer. „Anders sind solche windigen Rechentricks nicht mehr zu erklären.“


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