23. Juni 2010

„Wir wollen mehr Nahverkehr für jeden Euro“

EU-Projekt ECORailS: Energieersparnis von 15 % bis 2020 möglich

Mehr Bahn pro Euro: EU Projekt ermittelt Energiesparpotenzial im Nahverkehr.

Berlin. Im europäischen Schienenpersonenverkehr lassen sich enorme Energiemengen einsparen, wenn sich Eisenbahnverkehrsunternehmen, Bahnindustrie und Aufgabenträger europaweit besser miteinander verzahnen und am Markt vorhandene Umweltinnovationen besser nutzen. Nach Einschätzung der Allianz pro Schiene könnte eine umweltorientierte Vergabepraxis dazu führen, den spezifischen Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß bis 2020 im Nahverkehr auf der Schiene um 15 Prozent zu vermindern. Im Rahmen des EU-Projekts ECORailS treffen sich am morgigen Donnerstag Akteure aus sechs europäischen Ländern, um einen Leitfaden zu diskutieren, der allen Beteiligten konkrete Anregungen liefert: Neben energiesparenden Technologien und operativen Maßnahmen enthält der Katalog auch rechtssichere Textbausteine für umweltfreundliche Vergaben. „Unser Ziel ist erreicht, wenn Aufgabenträger in allen Regionen Europas diesen Leitfaden als Hilfestellung annehmen“, sagt Allianz pro Schiene-Umweltfachmann Matthias Pippert. „Wir sind überzeugt, dass mit diesem Instrumentarium auf freiwilliger Basis eine Energieersparnis von 15 Prozent zu schaffen ist“, sagte Pippert und betonte, dass damit für jeden Euro mehr Nahverkehr angeboten werden könne.

Der ECORailS-Leitfaden wird zur Zeit in vier Regionen getestet: Berlin-Brandenburg, Öresund (Dänemark), Lombardei (Italien) und Timisoara (Rumänien) stehen dabei beispielhaft für die sehr unterschiedlichen Startbedingungen in den Ländern der Europäischen Union. An der Brüsseler Konferenz nehmen Mitglieder von Aufgabenträgern, Bahnbetreibern, Infrastrukturbetreibern, Industrie und Verbänden aus ganz Europa teil.
Das Brüsseler ECORailS-Forum organisieren der Berliner Senat für Stadtentwicklung, der Forschungs- und Anwendungsverbund Verkehrssystemtechnik (TSB-FAV) und die Allianz pro Schiene, die bei dem EU-Projekt für den Leitfaden verantwortlich ist.


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