24. September 2009

„Nur die Airlines stehen weiter auf der Bremse“

Allianz pro Schiene begrüßt neue Schlichtungsstelle für Fahrgäste

Zu spät? Ein Fall für die Schlichtung

Berlin. Die Allianz pro Schiene begrüßt es, dass die neue Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) am 1. Dezember ihre Arbeit aufnehmen wird. „Zur Zeit gibt es einen kundenrechtsfreien Raum“, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, „Fahrgäste, die Probleme mit ihren Mobilitätsanbietern haben, hängen in der Luft, weil die zeitlich befristete Pilot-Schlichtungsstelle des VCD keine neuen Fälle mehr annehmen kann.“
Dass mit der neuen Schlichtungsstelle eine dauerhafte Lösung gefunden worden sei, „ist sicher im Sinne der Fahrgäste“, so Flege. Auch die Zusammensetzung des Beirates der Schlichtungsstelle, der sich gestern konstituiert hat, stehe für den Sachverstand der neuen Einrichtung: Für die Verbraucherinteressen stünden die Stiftung Warentest, die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die drei Mitgliedsverbände der Allianz pro Schiene – der Fahrgastverband Pro Bahn, der Deutsche Bahnkundenverband und der VCD -, sagte Flege.
Dass die Anbieter von Bus- und Flugverkehr sich an der SÖP bisher nicht beteiligen wollen, kritisierte die Allianz pro Schiene. Nach Angaben der Deutschen Bahn hat der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) noch nicht über eine Mitarbeit bei der SÖP entschieden, das „Board of Airline Representatives in Germany“ (BARIG) hat sich ausdrücklich dagegen ausgesprochen. „Die Busunternehmen zieren sich, die Airlines stehen weiter auf der Bremse, das ist kein gutes Signal an die Kunden“, sagte Flege.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 16 Non-Profit- Verbände zusammengeschlossen: die Umweltverbände BUND, NABU, Deutsche Umwelthilfe und NaturFreunde Deutschlands, die Verbraucherverbände Pro Bahn, DBV und VCD, die Automobilclubs ACE und ACV, die drei Bahngewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL sowie die Eisenbahnverbände BDEF, BF Bahnen, VBB und VDEI. Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 2 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 93 Unternehmen der Bahnbranche.