22. Oktober 2007

„Verpflichtung, gut zu bleiben und besser zu werden“

Berlin Hauptbahnhof als bester Großstadtbahnhof 2007 ausgezeichnet

Berlin. Der Berliner Hauptbahnhof ist heute um ein Attribut reicher geworden. Mehr als 100 Gäste feierten heute mit der Allianz pro Schiene den kundenfreundlichsten Großstadtbahnhof des Jahres 2007. Im Beisein von Berlins Bürgermeister und Wirtschaftssenator Harald Wolf und dem Vorstandsvorsitzenden der DB Station und Service AG, Wolf-Dieter Siebert, enthüllten die Jury-Mitglieder im Bahnhof die Siegertafel und übergaben Bahnhofsmanager Thomas Hesse feierlich die Urkunde. „Die Architektur, die Lebendigkeit, die kulturellen Angebote und die Umfrage-Ergebnisse zur Kundenzufriedenheit haben uns überzeugt“, sagte Jury-Mitglied Prof. Monika Ganseforth vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). In ihrer Laudatio lobte sie den Bahnhof als „Teil dieser lebendigen, aufregenden Stadt“ und als „Symbol für die Zukunft des Verkehrsträgers Bahn“.

„Unsere Wahl entspricht der Abstimmung mit den Füßen“, kommentierte Ganseforth die Entscheidung der Jury, den Besuchermagneten zum Sieger zu küren. In den repräsentativen Umfragen des Meinungsforschungsinstituts infas hatte Berlin Hauptbahnhof im Eröffnungsjahr 2006 und im Folgejahr jeweils Spitzenplätze unter Deutschlands Hauptbahnhöfen belegt. Weitere Pluspunkte aus Jury-Sicht sind das kundenorientierte Servicepersonal, das vielfältige Angebot an Geschäften, Gastronomie und Kultur, das den Charakter des Bahnhofs nicht verfälscht, sondern mit Leben füllt, sowie die angenehmen Licht- und Akustikverhältnisse durch die offene Bauweise mit viel Glas. Auch die auffallende Sauberkeit trage zur hohen Aufenthaltsqualität des Bahnhofes bei. „Es gibt keine dunklen oder einsamen Ecken, die ein Gefühl der Unsicherheit aufkommen lassen könnten“, so Ganseforth.

„Der Preis ist eine Verpflichtung, gut zu bleiben und noch besser zu werden“, mahnte Jury-Mitglied und Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege bei der Übergabe der Urkunde. An die Stadt Berlin appellierte er, die provisorischen Bahnhofsvorplätze möglichst bald auf das Schönheitsniveau des Bahnhofs zu bringen. Auch die fehlende Nord-Süd-Verbindung der S-Bahn und die fehlende Anbindung an das U-Bahn-Netz seien „Defizite, die ein Bahnhof dieser Größenordnung auf Dauer nicht haben darf“. Flege freute sich in diesem Zusammenhang auch über die von Bahnhofsmanager Hesse überbrachte Nachricht, dass noch in dieser Woche elektronische Informationstafeln mit den Abfahrts- und Ankunftszeiten der Buslinien auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs angebracht werden. Flege: „Das ist der Beweis, dass der Titel „Bahnhof des Jahres“ nicht nur Auszeichnung, sondern auch Ansporn ist.“

Die Allianz pro Schiene vergibt den Titel „Bahnhof des Jahres“ seit 2004 an je einen Großstadtbahnhof und einen Kleinstadtbahnhof. Im vergangenen Jahr waren die Bahnhöfe Hamburg-Dammtor und Oberstdorf als Sieger aus dem Wettbewerb hervorgegangen. Bester Bahnhof in der Kategorie kundenfreundlichster Kleinstadtbahnhof ist in diesem Jahr Landsberg am Lech.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 16 Non-Profit- Verbände zusammengeschlossen: die Umweltverbände BUND, NABU, Deutsche Umwelthilfe und NaturFreunde Deutschlands, die Verbraucherverbände Pro Bahn, DBV und VCD, die Automobilclubs ACE und ACV, die drei Bahngewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL sowie die Eisenbahnverbände BDEF, BF Bahnen, VBB und VDEI. Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 2 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 77 Unternehmen der Bahnbranche.