Themen: Sicherheit
09. Juni 2005

Die Schiene ist das sicherste Verkehrsmittel

Sicherheitsvergleich der Verkehrsträger

Berlin. „Die Schiene ist mit Abstand das sicherste Verkehrsmittel. Dieser Sicherheitsvorteil bringt dem Verkehrsträger aber bisher keine Pluspunkte“, so das Fazit von Norbert Hansen, Vorsitzender der Allianz pro Schiene, anlässlich der Präsentation eines Vergleichs der verschie-denen Verkehrsträger in Berlin. Bezogen auf die geleisteten Personenkilometer ist die Schiene rund 31mal sicherer (tödliche Unfälle) als der Motorisierte Individualverkehr, also Autos und Motorräder. Es ist die bundesweit erste Publikation, die einen einfachen, verkehrsträgerübergrei-fenden Überblick in Punkto Sicherheit aus Sicht der Reisenden bietet.

Das Verletzungsrisiko im Zug ist sogar 74mal geringer als im Auto oder auf dem Motorrad. „Der Sicher-heitsvorteil der Schiene basiert vor allem auf zwei zentralen Punkten: die Eisenbahn ist spurgebunden. Außerdem sichert modernste Signaltechnik die gesamte Fahrt vom Start bis ins Ziel ab“, sagte Hansen.
Ganz anders sieht es bei den LKW aus. Bei Kontrollen hat das Bundesamt für Güterverkehr im Jahr 2004 bei über 22 Prozent der untersuchten LKW Mängel festgestellt. Jedem zehnten Lastwagen wurde wegen akuter Gefährdung die Weiterfahrt verboten. „Immer mehr Spediteure versuchen mit miserablen Sozial- und Sicherheitsstandards ein größeres Stück vom Transportkuchen zu ergattern. Das geht im-mer öfter auch zu Lasten der Sicherheit“, kritisierte der Allianz pro Schiene-Vorsitzende.
Als Konsequenz fordert das Schienenbündnis, den Sicherheitsvorteil der Schiene auch monetär zu bewerten. „Zusätzliche Investitionen sind nötig, um mehr Güter auf die Schiene zu bringen. Außerdem muss es mehr Transparenz bei den Daten geben. Deshalb sollten in die Unfallstatistik neben der Straße auch andere Verkehrsträger einbezogen werden“, so Norbert Hansen.
Eine weitere wichtige Forderung ist die „Kostenwahrheit“ im Verkehr. „Ein großer Teil der Unfallkosten ist durch keine KfZ-Versicherung gedeckt, sondern wird von der Allgemeinheit getragen. Würde man alle Unfallkosten den jeweiligen Verkehrsträgern anlasten, könnten die Krankenkassen und damit die Beitragszahler um jährlich mindestens 5 Milliarden Euro entlastet werden“, so Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene.

Die 24-seitige Broschüre „Mit Sicherheit Bahn – warum man mit der Eisenbahn am sichersten fährt“, erhalten Sie kostenlos unter www.allianz-pro-schiene.de als pdf-download oder für 2,- Euro als Broschüre.

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis in Deutschland zur Förderung des umweltfreundlichen und sicheren Schienenverkehrs. In dem Bündnis haben sich 15 Non-Profit- Verbände zusammengeschlossen, darunter die Umweltverbände BUND, NABU und NaturFreunde Deutschlands, die Verbraucherverbände Pro Bahn und VCD, die Automobilclubs ACE und ACV, sowie die drei Verkehrsgewerkschaften TRANSNET, GDBA und GDL. Die Mitgliedsverbände vertreten mehr als 1,5 Millionen Einzelmitglieder. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 53 bahnnahen Unternehmen.