Themen: Sicherheit
29. Oktober 2004

Bahn ist 17mal sicherer als LKW beim Transport gefährlicher Güter

Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen

Im Jahr 2003 ereigneten sich mehr als die Hälfte aller Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen in Deutschland bei ihrem Transport, davon über 90 Prozent beim Transport mit Straßenfahrzeugen, wie das statistische Bundesamt heute mitteilte. Diese Unfallstatistik 2003 bestätigt die Berechnungen der Allianz pro Schiene, nach der die Bahnen 17mal sicherer als LKW bei der Beförderung gefährlicher Güter sind, bezogen auf die jeweils beförderten Mengen. „Die Bahnen sind das mit Abstand sicherste Verkehrsmittel, sowohl im Personenverkehr als auch beim Transport von Stoffen, die unsere Umwelt und unsere Gesundheit gefährden“, erklärte Norbert Hansen, der Vorsitzende der Allianz pro Schiene.

Wassergefährdende Stoffe sind vor allem Mineralöl- und Chemieerzeugnisse. Nach Berechnungen der Allianz pro Schiene ereigneten sich im Zeitraum 1999 bis 2002 im Durchschnitt monatlich drei Unfälle beim Schienentransport, dagegen 108 Unfälle mit LKW, bei denen wassergefährdende Stoffe freigesetzt wurden. Im Verhältnis zur Verkehrsleistung, also zu den beförderten Mengen und den zurückgelegten Entfernungen auf Schiene und Straße, bedeutet das, dass LKW mit gefährlicher Fracht 17mal häufiger verunglücken als die Bahnen.

Als häufigste Ursache für Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen gibt das statistische Bundesamt auch in diesem Jahr „menschliches Fehlverhalten“ an: Über die Hälfte aller Schadensfälle wurden durch menschliches Fehlverhalten verursacht. Diese Unfallursache tritt besonders häufig bei der Beförderung gefährlicher Güter im Straßenverkehr auf, wie das Amt bereits anlässlich des „Tags des Wassers“ mitteilte. Hier liegt nach Ansicht der Allianz pro Schiene ein entscheidender Sicherheitsvorteil des Systems Schiene, in dem das Fehlverhalten von Einzelnen aufgrund der hochgradigen Vernetzung und Regulierung korrigiert wird, während im Individualverkehr auf der Straße naturgemäß die Fehler von einzelnen Fahrern häufiger zu Unfällen führen. Der Vorsitzende Norbert Hansen: „Dieses Risiko sollten wir uns und der Natur nicht zumuten. Gefährliche Güter gehören auf die sichere Schiene.“

Die Allianz pro Schiene ist das Bündnis zur Förderung des sicheren und umweltfreundlichen Schienenverkehrs in Deutschland. Dem Zusammenschluss von 17 gemeinnützigen Verbänden aus den Bereichen Umwelt, Verbraucher und Arbeit gehören u.a. die Umweltverbände BUND und NABU, die Fahrgastverbände Pro Bahn und VCD, sowie alle drei Eisenbahngewerkschaften an. Unterstützt wird das Schienenbündnis von 53 bahnnahen Wirtschaftsunternehmen.