Themen: Umwelt
22. August 2003

Allianz pro Schiene startet ersten "Umweltvergleich Schienenverkehr"

Wettbewerb zeichnet Umweltengagement von Bahnunternehmen aus

Eine Premiere: Zum ersten Mal werden in Deutschland Bahnunternehmen aufgefordert, ihr Umweltengagement zu dokumentieren. Mit dem Wettbewerb „Erster Umweltvergleich im Schienenverkehr“ will die Allianz pro Schiene Bahnbetreiber auszeichnen, die sich im Umweltschutz besonders hervortun. „Die Bahnen dürfen sich nicht auf ihrem Umweltbonus ausruhen. Proaktiver Umweltschutz ist unverzichtbare Voraussetzung, sich gegenüber Auto und Flugzeug durchzusetzen“, erläuterte der Geschäftsführer des Schienenbündnisses, Dirk Flege.

Insbesondere bei Lärmemissionen gebe es auch im umweltfreundlichen Schienenverkehr Verbesserungspotenziale. Schon heute bekämpften Anwohner einzelne Ausbaumaßnahmen, weil sie Lärmbelastungen befürchten. Flege: „Mehr Verkehr auf die Schiene heißt auch mehr Lärm. Um die Akzeptanz bei den Menschen auch in Zukunft zu sichern, müssen die Bahnen leiser werden.“ Der Wettbewerb „Umweltvergleich Schienenverkehr“ solle deshalb die Bahnbranche anregen, Handlungsspielräume bei der Lärmbekämpfung und anderen Umweltemissionen zu erkennen und zu nutzen. Die besten Beispiele aus der Praxis werden im Herbst 2004 öffentlich prämiert.

„Wir freuen uns besonders, dass Margareta Wolf, Staatssekretärin im Umweltministerium, den Vorsitz der Jury übernommen hat“, sagte Flege. Die Jury aus Wissenschaftlern und Vertretern von Umweltverbänden werde nicht nur über die Preisträger, sondern auch über das Bewertungssystem entscheiden. Flege: „Eine anspruchsvolle Aufgabe, da die unterschiedlichen Rahmenbedingungen der einzelnen Bahnbetreiber in Deutschland berücksichtigt werden müssen, um allen eine faire Chance zu geben.“

Zur Zeit entwickeln die unabhängigen Institute SCI Verkehr und das Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg die Bewertungssystematik für den „Umweltvergleich Schienenverkehr“, der vom Bundesumweltministerium gefördert wird. Voraussichtlich ab Beginn des nächsten Jahres können sich die Bahnunternehmen um eine Auszeichnung bewerben. „Das Interesse der Betreiber ist bereits groß“, freute sich der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer.

Die Allianz pro Schiene ist ein Zusammenschluss von 16 Non-Profit-Organisationen, darunter die Umweltverbände BUND, NABU und VCD, und wird von 34 Wirtschaftsunternehmen der Bahnbranche unterstützt.