Themen: Umwelt
15. August 2002

"Verkehr ist Klimasorgenkind Nummer 1"

Allianz pro Schiene: In Stoibers Kompetenzteam fehlt Verkehrspolitiker

Angesichts der schweren Überschwemmungen in Deutschland und der sich abzeichnenden Klimaveränderungen hat die Allianz pro Schiene die Politik aufgefordert, den klimaschonenden Schienenverkehr stärker zu fördern.

„Der Verkehr ist das Klimasorgenkind Nummer eins“, sagte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege am Donnerstag in Berlin. Nach Ansicht des Schienenbündnisses ist die Politik nach dem Einleiten der Energie- und Agrarwende nun beim Umsteuern in der Verkehrspolitik gefordert.

„Die Tatsache, dass der Autoverkehr pro Personenkilometer viermal soviel klimaschädliches Kohlendioxid in die Luft bläst wie der Schienenverkehr, muss ganz nach oben auf die verkehrspolitische Tagesordnung“, forderte Flege.
Klimaschädliche Subventionen wie die Steuerbefreiung für Flugbenzin gehörten schnellstmöglich abgeschafft. Umweltpolitische Lenkungsinstrumente wie die Ökosteuer sollten „parteiübergreifend als Chance für die Verkehrsverlagerung auf die Schiene begriffen werden“, so der Geschäftsführer des Dachverbandes.

Bislang werde die Schiene im Vergleich zur Binnenschifffahrt und zum Flugverkehr durch die Ökosteuer sogar benachteiligt. Die Bahnen als umweltverträglichstes motorisiertes Verkehrsmittel zahlen Ökosteuern, die Binnenschifffahrt und der Flugverkehr nicht.
Auf Kritik stieß bei der Allianz pro Schiene, dass im Kompetenzteam von Kanzlerkandidat Edmund Stoiber die Verkehrspolitik bislang unter Nebensächlichkeiten abgehandelt wird. „Nicht nur der Umweltbereich ist im Kompetenzteam kopflos, sondern auch der Verkehrsbereich“, monierte Flege.

In der Allianz pro Schiene sind 16 Mitgliedsverbände zusammengeschlossen, darunter die Umweltverbände BUND und NABU, der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) und die Gewerkschaften Transnet, GDBA und GDL.